Vertell doch mol

„Fief for twelve“ – „Fünf vor Zwölf“ – ist eine bekannte Redewendung, die viel Raum für Interpretationen lässt. Deshalb ist „Fief for twelve“ auch das Thema des diesjährigen plattdeutschen Schreibwettbewerbs „Vertell doch mal“, zu dem der NDR gemeinsam mit Radio Bremen und dem Hamburger Ohnsorg-Theater aufruft. Mitmachen lohnt sich: Auf die

sieben Gewinnerinnen und Gewinner wartet Preisgeld von mehr als 5.000 Euro. Zudem werden die 25 schönsten Geschichten am 16. Juni als Buch erscheinen. Und auch in diesem Jahr gibt es wieder den „Ü 18“ Preis. Das „Ü“ ist ein „plattes Ü“ und steht für „ünner“, also unter 18 Jahren.  

Eingereicht werden kann eine niederdeutsch verfasste Kurzgeschichte zum Thema „Fief for twelve“, die bisher noch nicht veröffentlicht wurde. Sie darf nicht länger als zwei DIN A4 Seiten sein (Schriftgröße 12 Punkt, 1,5-zeilig) und muss bis Ende Februar 2020 (Poststempel), geschickt werden an: 

  • Radio Bremen, Stichwort „Vertell doch mal!”, 28100 Bremen
  • NDR 1 Welle Nord, Stichwort „Vertell doch mal!“, Postfach 3480, 24033 Kiel;
  • NDR 1 Niedersachsen, Stichwort „Vertell doch mal!”, 30150 Hannover;
  • NDR 90,3, Stichwort „Vertelldoch mal!”, 20149 Hamburg;
  • NDR 1 Radio MV, Stichwort „Vertelldoch mal!”, Postfach 110144, 19001 Schwerin;

oder per Mail an

  • vertell@radiobremen.de bzw.
  • vertell@ndr.de.

 

Besondere Aktionen im Internet begleiten den Wettbewerb (www.radiobremen.de und http://www.NDR.de). 

„Fierobend – oder heppt se mi alle verloten?“ (2003)

Szene: Älteres Ehepaar liegt im Bett. Sie hat das Licht an und liest. Er schaut versonnen gegen die Decke und spricht:

„Ach, min Irmchen, dat wern daag, de het allens haat. De het allens in sik haat. So heb ick mi min letzten Dag bi Sattmann & Co. vorstellt, aber erst, do hebb ick fast dacht …..“

Er macht eine kürze Pause und wartet auf Irmchens Frage „Wat heste dacht?“ – als die aber nicht kommt, erzählt er weiter:

„Ich wer dobi min Schrievdisch uptorümen. Do is ja wat tosomenkomemn in de letzt veertich Jöhrn. Und de Klock wer ook all halbich sechs. Dat Etui, wat me de olle Sattmann persönlich schenkt het, dat wull ich nich legen loten. Nee, dat is n Erinnerungstück. Da güng de Door op und de Fiegert vum Inkoop luugt üm de Eck. „Schönen Fierobend, Peterman!“ und ick seg „Jo, Di ook!“ und wech wör he wedder. Ik har wedder mien Kontor för mi ganz alleen.

Wat hebb ick nich allens beleevt in düsse Johrn. Und woveele Kollegen hebb ick dör all de Johrens kennenleert. Dat weern allens feine Minsen. Jo, dat Foto von min 25. Juliläum wull ick mitnehmen. To düsse Tied leevt Sattmann junior noch. De is korte Tied danach Tod bleeven – he har wat mitn Harten, hebbt se segt.

Dann kriöckelt dat wedder an de Dör und de Näs von Willem Kruse wer to sehn „Naabend vandaag“ floit he im min Richtung und dann knallt de Dör ook allwedeer. Ick set dor wedder alleen.

Ick kumm dat nich glöben. Hebt se all min letzten Dag in de Firma vergeeten? Nümms erinnert sich? Ja, ich seg noch so to mi, wat blievt dann vun een leeven, wat meist Arbeit wer? Nix?

Ich tüdelte dor noch so in min Gedanken, do kriegte ick ne olle, geelklötterte Urkund to foten. „Hinnerk Peterman mit Dank für geleistete Arbeit“ stün dor op, un tekend het dat Dr. Pahlhuber, use nige Chef. Dat wer noch nich so lang her. Owers, wat schall dat allens. No 40 Johrn un keen Kollege denkt an die, an din letzten Dag in de Firma. Morgen büst in Rente un’n ollet Isen!

As ick dat noch vör mi hin denk, rumpelt dat wedder an de Dör vun min Kontor. Gesche Habersank, use Raumkosmetikerin, wo se sik nennt, steek den Kop dör de Dör: „Wat, se sin noch dor. Hebt se nun noch to arbeiten? Dat is Klock 6! Na, dann kumm ich nomol wedder!“ – und wech wör se.

I wer verdaddert. Ok use Gesche het mi vergeten. Nich gratuleert het se. Und se muss dat doch weeten. Ick lüster op den Flur: nümms und ook keen Licht mehr. Se hebbt all Fierobend mookt. Jo, so is dat Leben von Sudermann. Wat is nu, schall ick den Papperkorb utkippen, und dat an min letzten Dag inne Firma. Sattmann & Co. – dat wer mol eene ganz ehrbare Firma. De Nomen het Klang hat. Und nu kreeg ick n Tritt und genau so föhl ich mi.

Irmchen, kannst mi verstohn? Ach wat, Du hest dat jo noch nich beleevt. Veertich Johr in Bedrief und dann, an din letzten Dag, is nümms dor. Se hebtt all Fierobend mookt.

Ich nohm min Mantel und min Hoot ut min Schap und kram min Aktentasch tohop. An de Dör keek ick mi nochmol um: Jo, dat weert nu!

Dat Hus wer leer und dunkel. Fierobend eben, all des Kollegens sind bi eern Familien oder bi den Fründin, keekt sik wat im Kino an oder sind bin Kegeln. Aber se sünd nich hier, se hebbt mi vergeten. Undank ist der welten Lohn, dat hett de ole Pahlhuber mol segt. Pahlhuber weer Prokurist, ober een van den olen Slag. De het mit anpackt und de het wusst wo de Musik speelt. He hett ook segt, dat kannst nich up de Unität leern, dat leert die dat Leevn. Pahlhuber, ja un dann wullt de Lever nich mehr so wo he dat wullt.

Use Putz-Gesche were ook nich mehr to hörn. Sonst isse um disse Tied överall un nirgens. Ick were alleen, alleen in de Firma, allen an min letzten Dag – un morgen bin ick ….ja, in Rente.

Ja, Irmchen, un dann köm ick an de grote Ingangsdör. Rumms, da knallt dat in min Ohren, ick were bass benaut. Dort speelt n Orgeldreier, un ick hör Singen „He’s a jolly good fellow“ und dor seh ick se alle: Herbert Fiegert vun Inkoop, Willem Kruse stün dor mit’n Sektbuddel, Gesche Habersank het de Gläsers mitbrocht, Kai von de Post speelt den Orgeldreier, und Dr. Pahlhuber, use nige Chef, köm up mi to und full mi um den Hals. Ick dröm dat? Nee, ich dröm dat nich! „Mein lieber Petermann, wir haben Ihnen einen kleinen Schreck eingejagt. Ein Witz! Einen Spass nach 40 Jahren.“ Dor hett he Recht hat, aber nu ist good. Dat Rundstück, wat mi in min Hals steekt het, plumpst nu dool, allen is good. Se hebbt mi blotz an de Farv strullt. Willem Kruse, de von den Inkoop, segt noch: „Nu wüllt wi fiern, Hinnerk!“ und „Man tritt nicht jeden Tag in den wohl verdienten Ruhestand!“ 

Dr. Pahlhuber voran, sün wi dann up den Ratskeller to. Dat wer een richtig schöner Abend.

Ach, Irmchen, dat wer wirklich een richtig schöner Abend, un een doller Fierobend! Und dorum bin ick nu en beeten later kummen. Büst mi nich bös, nich?“

Er schaut zu seiner Frau herüber. Die schläft aber schon mit der Brille auf der Nase. Er nimmt ihr die Brille ab und löscht das Licht.

„Fierobend nu!“

 

Bi Nacht (2007)

Dor int Radio hebbt se wedder so’n „Erzählwettbewerb“, vertell doch mol, heet de. Dat is so fief oder söchs Johr her, do hebb ick dor almal n’Reis mitmookt. Dat is gornich so eenfach what op dat Popier to kriegn, dat elendig blanke Popier. Und de Lüer schöld jo ok een Pleser hebben wenn se dat lesen oder hören schüld. Düt mol hebbt se sick „Bi Nacht“ as Thema utsöcht. Nich schlecht, denn ick arbet jo bi Nacht und ick hebb jo veel tid. Egentlich müss mi what infallen, obers ick weet nich ob dat wichtig is.  Ja, min Kolleg Willem von de Fröschicht, de segt dat jümmer so schenerlich: „Bi Nacht, dor deist doch nix. Dor kannst slopen. Dor is nix los!“ – Ick hebb dat allang opgeven em dat to verklorn. Bi Nacht is jümmers what los.

Wi könnt dat jo mol so moken: ick vertell so een beten what hier so los is. Und Se, leeve Tohörer, könnt jo mal rutkreegn, what ich arbeiten do. Jo, ick seg „arbeiten“, denn dat ist Arbet, echte Arbet. Ick snack mit de Luer. Do is een ole Fru und se vertellt mi, dat eer Kinners so veel to don hebbt, dat nie nicht kommen könnt und mit er snackt. Se hett nöms to’n snacken. Ick weet all nu, dat se dat morgen Nacht wedder vertellt. Ja, so is’t.  Und ick frog denn as immer, wo dat denn angohn kann. Und de Frau vertellt denn wedder, dat eere Dochter düssen Uitländer heirat hett und mit em no Südamerika is.

Jo, ick snak mit de luer. Meist so um twolf is dat, denn hebb ick wedder düssen jungen Mann an Droht. Und he schimpt denn weder op allens. Ich weet he is noch nich old, ober sein Firma hett dat anners sehn. Ers güng dat jo noch, aber nu hett he Hartz 4 und immer’n Buddel Schluck bi seck. Nülichs hett he vertellt, datt se nu ook mit’m Gerichtsvollzieher komen wült. Sin Frau is all lang weg.

Jo, ick snack mit de luer. What schall ick sonst don? Ok de jungen deern hör ick to. Eer Macker is all weder weg. De woveelte dat nu is, dat will se nich seggen. Abers dree Kinners hett se all und ordentlich what leert hett se ook nich. Ja, ick snack mit de Luer. Ick kann disse Deern jo nu nich 20 Euro schicken, dat se mol wedder lachen und villecht ook better oppassen deit. Nee, ick snack mit de luer und lüster to.

Und ick moog dat gern. Denn anners hebb ick jo nix to don. Mi hebbt se ook nich mehr bruken könnt in mine Firma. Se hebbt nu ne Hotline und de kann sogar Musik avspeelen. Abbers, schall dat denn hölpen?

De Clock weer halbig dree nülichs. Dor hett een jungen Bengel anklingelt. Nüms kunn‘ em lijen, nüms hett em gern. Ook in den School wer allens Mist. He wull sick den Karabiner ut sein Vadder’s Schapp holen – und mol so richtig rumballern. So, as se dat in’t Fernsehen jimmer mookt. He hett vertellt und vertellt, richtig fuchtig is he wesen. No Future, het he secht. Dat weern allmeist twee Stunden und ick hep hört, dat sine Fründin nix weten will vom eem, dat sin Ollern längst uiteenander sünd, dat dee Lehrers eem nich good sind und dat „Punk Music“ dat eenzig Wahre in düsse Welt is.  Dann – what is nu passiert – wer he ruhiger und hett sick bedankt. Bi mi bedankt. He secht, dat wer’t what he brukt hett. Jemand, de tohörn deit. 

Ja, ick snack mit de Luer und ick hör to. Meist is dat nich lustig und ick föhl dann immer als wenn ick what don schullt und nix don kunnt. Ober ick snack ja bloss mit de Luer und ick hör to. Viertein Dog is dat her, da hebb ick Besök kreegn. Use Borgermeister klingelt an de Dör und ick weer heel verdattert. Hee schüttelt mi de Han’n und he hett ok nix gegen een dampfen Kaffe uit mine Thermoskann intowenden. He secht, dat weer wichtig what ick hier do. Dat weer gaanz wichtig för dat Soziale und för de Gemeinschaft. He sölbst kumm dat nicht. Do weer eh nich de Minsch no. He hett den Kaffee uitdrunken und weer wedder wech. Ick schull an sine Partei denken und de Luit ook verklorn what se wählen schüld. He kumm mi nich sehn, as ick den Ringfinger lang in de Höhe sreckt hebb. Du kannst mi mol im Monschien över’n Weg lopen ……

Allmeist um halbig söchs hol ick mine Stulle uit mine Dose und fröstück erst eenmol. Nu ward dat ook ruhiger. Ick mutt nich mehr snacken und tohörn. De Nacht is vörbie und nu sieht dat allens ruhig ut. Nümms klingelt mehr an’t Telefon.

Pünktlich as een Uhrwark, Klock sochs,  steiht min Kolleg Willem in de döör: “ Sühst woll, dat heb ick doch seggt. Bi Nacht is nix los. Allens what Du moken bruckst is sloopen. Over daag süht dat meist anners uit!“

 

Ick segg dann meist nur: „Jo, bi Nacht süht allens anners uit! Moin, moin!“ – Dann pack ick mine Thermoskanne in, sett mi op min Fahrrad und pett no Hus hen. Und Se, leeve Tohörers, weet nu ok, what ick bi Nacht arbeiten do – Telefon-Seelsorge.  Dat mook ick  seit se mi uitsorteert hebbt in mine olle Firma. Und Arbeit ist dat allemal. Blotz dat kann eben nich jeder. Und betolen deit se Di ok nix. Du musst blotz tohören könn‘ und dat ok bi Nacht.

 

Phil ward groot oder Wissenschaft non sense (2011)

De lütte Phil – egentlich heet he Phillip Lüttenbarg – wer een richtig plietschen Kerl. In de Schol nümt se em jimmers „Professor“. Dat licht ober ehers an sin Brill. Sin Klokheit kunn’n sonst noch nich marken. Ohne dat Spekulierisen op sin nees kunn’n se em ook „Blinde Eule“ ropen. In dat Football-Team von sin Schol müss he jimmers bit toletzt töven. Toletzt dann is he as een Ersatz-Stopper utwählt worn.

Abers Phil wer neiischierig op allens wat dor kreicht und fleucht, op allen wat’n meten, wiegen, beschrieven oder  fotographeeren kunn. 

De erst Sensaschion, de he in sin Schol verkündigt het, wer de Sook mit den Winnewarfs (Anm.: Maulwürfe). Phil het rutfunden, dat Winnewarfs ünner de Eer bestens kieken kunn. Nur över des Eer, do wern den Winnewarfs blind. Phil het faststellt, dat dat an de „Umkehrung der Lichtverhältnisse unter der Erde“ licht. Winnewarfs reagiert op Dunkelheit, dat is för jem so hell, dat se Sunnenbrils trogen müst, het Phil dat verklort. Över de Eer, wo dat for uns hell is, ist för de Winnewarfs obers düster, dor sett de Winnewarfs de Brill af. „Hest Du al een Winnewarf mit’n Sunnbrill seh?“ –  Nee, hebb ich nich. „Sühst woll“, nickopped Phil.

Een por Johr loter, dat wer all in de höchtere Schol, do het Phil allwedder so een Sensaschion updon. „Kathekers (Anm.: Eichhörnchen) könnt flegen“, reep Phil in de Aula von sin Schol. Dat wer bi een Wettstriet „Jugend forscht“. Phil verklort de versammelte Prominenz: „Jimmers, wenn nümms tokiken deit und de Kathekers ünner sik sind, dann dreiht se eern Stert so fix, dat se as wie een Hubschrauber flegen könnt. See hebbt sik dat all lang anwehnt. Nu is ook klor warum de Haselbüschens von boben  no unnen „nuss-frei“ sind. Kathekers fleegt dor anlangs“.

De Prominenz wer sichtlich beindruckt. Nu wer ober nicht klor, aff dat an Phil’s „wissenschaftlichen Erkenntnissen“ lecht oder aff se Phil för bregenklötterig holden deit. Een Doktor rer. nat. stünn jedenfalls ton End fierlich up und hangt Phil mit’n Ogenpliern een Plakette üm den Hals .“Grotet Talent“ stündor op.

Dat „Grote Talent“ ficht Phil gornich an. He wuss waht he is, he wuss wat he kann und de Wetenschaft is een wietet Feld, as Phil jümmers seggen deit.

Phil wer nu Mitte de Twintich,  he wer noch nich verheirot und he hett ok noch keen Hus baut. Nee, he wull dat mit den Book to aller erst verseuken. „Die Wissenschaft ist ein weites Feld“, brummelt he aff und an. 

Dat Pillepoken (Anm: Kaulquappen) „Naturstrom“ moken künnt, dat hett Phil in een modernet Bio-Magazin künnig mokt. Nümms het applaudeert. Se heppt sin Artikel gor nich beachtet. „Die Wissenschaft ist ein weites Feld“, brummelt Phil wedder. Obers he let sek dör nümms torüch holden. 

Phil het sin Thema funn‘. Strom und Energie, dat wer von nu an sin Beritt. Okk dor wer, as Phil dat jümmers segt, de „Wissenschaft ein weites Feld“.

Dunnerschlag, een Obend het Phil wat begrepen, wat de Welt verännern sull. Ok de Ökonomie sull een annern sin, wenn he dat verkündig mookt. Phil het rutfunden, dat Strom nicht gliks Strom is. Ennergie is nich Energie.

 

Phil het, plitsch as he nu mol is, den „Energiedurchsatz“ vun’n Strom an de Steckdos in sin Warksteer op sin Hof meten un den „Energiedurchsatz“ in sin Büro bi den Wetter-Planungsamt in Platjenbuettel. Dor is Phil all Ober-Planungs-Sekretär. Und wat is dor rutkomen? To Hus kricht he sin Strom von de Stadwarken Platjenbuettel. Dat Städtische Wetter-Planungsamt ober het sin Strom von „HellGelb“. Dat is een Firma de verköpt anner Lue eern Strom nochmol as hellgeelen Strom und dann ok noch veel billiger. No nächtelangen Tüffteleien hett Phil rutfunden, dat de „Energiedurchsatz“ bi de Stadwarken 97 Perzent ist und bi „Hellgelb“ blots 68 Perzent.

 

Nu wer dat klor. Bi em to Hus löpt de Clock jimmers veel fixer as in’t Büro. Ok wenn he Radio hörn deit. To Hus wer dat ganz normol. In sin Büro do kömm’n de Norichten jimmers gaaaanz laaaaangsam ut den Lautpüster rut. 

 

Phil het sin Thema funen. Wenn een dat to End denkt, dann weer dat ne echte Sensatschion. Phil schall noch doch noch Doktor wern oder he kricht den „Nobelpreis für Energiekunde“. Wo kann dat angohn, dat Computer mit de Tied immer langsamer word. Klor, de Strom-Lüd schummelt. Wo ist dat möglich, dat de Dütsche Bahn nicht mehr pünktich fohrn kann. Na klor doch, de hebbt okso een Billigheimer als Energielieferant. Hamburg: 77 Perzent, Bremen, 81 Perzent, Schwerin 90 Perzent, Kiel 91 Perzent „Energierdurchsatz“ im Strom. Wo keen schall denn dor woll noch ein Fohrplan upstellen könn‘?

 

Phil reep lut: „Wenn dat so wiedergeit, dann hebbt wie hütte in tein Johrn den 1. Mai in Hamburg, den 2. Mai in Bremen, den 3. Mai in Schwerin und den 4. Mai in Kiel… und in Hannover fieert jimmers se noch Karneval. Und dat allens weil wi nich den einheitlichen Energiedurchsatz bi usen Strom to hope kricht. „Billigstrom“ is nur so billig, weil da keen Energie drin is!“

 

Die Lue vun de Akademie in ehr Fracks und Chemisetts stun all op und applaudeerten gewaltig. Ovationen, so nömt se dat. De Direkter fun den Fakulät let seg wat vernomen fun „Durchbruch“ un „Plattenbuettel auf der Wektkarte der Wissenschaft – endlich“ und so. De Posaunenchor Plattenbuettel greb nochmol no de Posaunen – „kein schöner Land“. All to’n tweeten Mol.

 

 

„Die Wissenschaft ist ein weites Feld“, dacht siek Phil. He het all een niege Idee ….