Archiv der Kategorie: Soziales

Keine Verbesserungen in Bremen

Für Heime, die Pflegeeinrichtungen gleichgestellt sind, gilt lt. Brem. Beschlussprotokoll vom 7.12.2017 eine Fachkraftquote von 3 auf angefangene 30 Bewohner. Die Fachkraftquote für den Nachtdienst ist von eins zu 50 auf eins zu 40 erhöht worden. Für alle anderen Heime, die nicht Pflegeeinrichtungen oder gleichgestellt sind, gilt eine für die Tätigkeit angemessene und den Leistungsvereinbarungen entsprechende Personalpräsenz.

Bemerkenswert ist aber, dass die Berufsgenossenschaft Sozial & Gesundheit die Möglichkeit zur Eigensicherung der Mitarbeitenden, u.a. mindestens durch jeweils einen zweiten Mitarbeitenden, für erforderlich erachtet. Sicherlich spielt die vorhandene Personalpräsenz auch bei der Personalgewinnung eine bedeutende (oder abschreckende) Rolle.

NEU: Personen, die den Bundesfreiwilligendienst oder ein FSJ absolvieren oder Azubis sind, dürfen generell auf den Personalschlüssel angerechnet werden, aber nicht alle Tätigkeiten ausführen.

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Was macht eigentlich ……

Was macht eigentlich jemand, der unschuldig einer schlimmen Tat bezichtigt wird? Nun, er streitet ab. Was soll er sonst machen? Aber genau dieses Abstreiten macht ihn in den Augen der meisten Menschen gleich wieder verdächtig, zumindest ein wenig. Manche meinen sich mit dem Uraltspruch „Wo Rauch ist, ist auch Feuer“ oder einfach „Irgendetwas wird schon dran sein“ auf der intellektuell richtigen Seite. Für einen großen Teil der veröffentlichten Meinung sind diese Halbwahrheiten sogar Nahrungsgrundlage, ökonomische Basis eben. Das wiederum wirft einen mächtigen Schatten auf den Anspruch der Presse die vierte Säule der Demokratie zu sein.

Braucht unsere Demokratie eine vierte Säule? Ich meine nein, denn Judikative, Executive und Legislative – sauber getrennt und von einander unabhängig – reichen vollkommen aus. Und wir haben ein Grundgesetz, das die Würde des Menschen hochhält. Auch schafft es einen Grundsatz, der – man mag es kaum glauben – auch Unschuldige schützt. Bis zum Beweise des Gegenteils hat ein Mensch als unschuldig zu gelten. Die Presse täte gut daran sich diesen Grundsatz wieder zu eigen zu machen, trotz „political correctness“, trotz „#metoo“

Die Tage werden länger

Es war immer schon mein Wunsch einmal solch eine kleine Skizze anzufertigen. Es ist ganz einfach beruhigend zu wissen, dass die Tage ab dem 21. Dezember wieder länger werden. Der Sonnenaufgang erfolgt von Tag zu Tag früher, der Sonnenuntergang später. Und wenn dann noch Sonne dazwischen liegt, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Und im April kommen die Schwalben …

Überlastungsanzeige ist praktisch verpflichtend

Im September 2016 sollte eine Pflegerin in der Asklepios Fachklinik in Göttingen als Vertretungskraft auf einer mit 24 Patienten belegten offenen Station eingesetzt werden. Neben ihr war dort lediglich noch eine Auszubildende im Einsatz. Die Klägerin hielt die personelle Besetzung für unzureichend, sie meldete sich bei dem Pflegedienstleiter. Die Station bekam eine weitere Auszubildende zugeteilt, die ebenfalls stationsfremd war. Außerdem wurde der Klägerin mitgeteilt, dass sie im Falle von unvorhersehbaren Arbeitsspitzen Unterstützung von der Nachbarstation bekommen könne.

Die Pflegefachkraft hielt die Personalsituation weiterhin für unzureichend und verfasste eine sogenannte Gefährdungsanzeige. Nach dem Arbeitsschutzgesetz sind Beschäftigte dazu verpflichtet, unverzüglich ihrem Arbeitgeber oder zuständigem Vorgesetzten jede von ihnen festgestellte unmittelbare erhebliche Gefahr für die Sicherheit und Gesundheit zu melden. Da sie normalerweise auf einer anderen Station arbeite, habe sie keinen der Patienten gekannt, berichtete sie in der Verhandlung. Gerade in einer psychiatrischen Klinik sei es aber wichtig, dass man die Patienten kenne, um mögliche Krisen schnell erkennen und darauf reagieren zu können. Deshalb hätte auf der Station noch eine zweite examinierte Fachkraft eingesetzt sein müssen. Ihr Arbeitgeber hielt die Gefährdungsanzeige für unberechtigt und sprach daraufhin eine Abmahnung aus.

Das Arbeitsgericht Göttingen hielt die Abmahnung für unberechtigt, da diese dem Sinn und Zweck des Arbeitsschutzgesetzes widerspreche. Dieses verpflichte Arbeitnehmer dazu, daran mitzuwirken, dass keine Gefährdungslagen entstehen. Dabei komme es nicht darauf an, ob eine objektive Gefährdung bestehe. Arbeitnehmer könnten auch aufgrund ihrer subjektiven Einschätzung eine Gefährdungsanzeige erstatten. Der Arbeitgeber könne gegebenenfalls mit einer Gegendarstellung reagieren, nicht aber mit einer Abmahnung. Der Arbeitgeber muss eine Abmahnung aus der Personalakte der Fachkraft löschen. Es gebe auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Gefährdungsanzeige missbräuchlich erstattet worden sei. Beschäftigte müssen Gefährdungen melden. Eine subjektive Einschätzung reicht für eine Gefährdungsanzeige.

Quelle: NDR

Das Boot hat Schlagseite

Wenn man sich das, was zur Zeit durch die Medien geistert oder durch die sozialen Medien getrieben wird, so anschaut, dann kann man nur Schlimmes befürchten. Schlimmes für unser Land und unser Zusammenleben!

Die, denen es schlecht geht, treffen auf die, denen es woanders schlecht geht und die sich hier Besserung erwarten. Es ist unbestritten, dass eine Zuwanderung in die sozialen Hilfen dieses Landes stattfindet. Tröstlich, dass die Wirtschaft brummt, aber sie brummt nicht immer, und dann wird es eng. Die Wirtschaft braucht nicht Arbeitskräfte, sie braucht billige Arbeitskräfte.

Gefährlich wird die Gemengelage dadurch, dass unsere Politikerkaste mittlerweile völlig die Bodenhaftung verloren hat, und so tun als seien sie nicht verantwortlich für das, was sich da zusammenbraut. Es hilft nichts, alles, was einem nicht passt oder nicht „politisch korrekt“ ist, mit brauner Sauce zu übergiessen. Auch die 100. Talkschau bei Illner oder Will mit den immer gleichen Akteuren zu den immer gleichen Themen wirkt da nur lästig, weil sie den Blick verstellt.

Das Boot „Deutschland“ hat Schlagseite. Wir sollten es erst einmal reparieren! Dazu müssen wir das Betreten der Baustelle für Unbefugte verbieten.

Es ist bitter …. die Pflege zerbricht

Es ist bitter! In der Pflege werden Menschen ausgebeutet, nur weil sie glauben sich nicht wehren zu dürfen.

Pflege ist mittlerweile nur noch eine kommerzielle Dienstleistung und ein Spekulationsobjekt für „Share Holder“. Da die Unternehmen die Einnahmeseite nicht beliebig steigern können, drücken Sie Löhne und Gehälter und, was jetzt offensichtlich wird, die Leistung. Dass sich die Mitarbeitenden gegen Lohndrückerei und Gehaltskürzungen sowie unbezahlte Mehrstunden und geteilte Dienste nicht wehren, hat viel mit dem Selbstbild der Pflegekräfte zu tun und mit einer vermeintlichen Erwartungshaltung der Öffentlichkeit. Wer tatsächlich immer noch glaubt, er oder sie sei doch für die Menschen da, dem ist nicht zu helfen. Es ist nur eine Entschuldigung für’s Nichtstun.

Klar, wenn alle Pflegekräfte einmal streiken und der Arbeit fernbleiben, bricht alles zusammen und es werden auch Menschen auf der Strecke bleiben. Das ist hart, das ist grausam und es schreckt viele ab sich aus der eigenen Not zu befreien. Aber hier geht es nicht um einzelne Opfer, sondern darum ein ganzes System, dass ins Ummenschliche abgleitet, zurückzuholen in die Menschlichkeit. Damit verbunden ist dann auch eine faire Bezahlung für diejenigen, die helfen wollen und können. Ohne Opfer wurde die Welt noch nie bewegt.

Ich möchte alle vier Jahre gefragt werden!

Solch einen langweiligen Wahlkampf gab es wohl noch nie. Die etablierten Parteien ergiessen sich in Phrasen und Inhalten, die sie nach der Wahl sofort wieder vergessen haben. Richtungen sind gar nicht mehr erkennbar und Unterschiede auch nicht. Eine dickfellige Mitte, die auch noch immer dumpfer wird. Soll das etwa alternativlos sein? Riskantes Biedermeier im 21. Jahrhundert? Das Land hat Probleme, massig Probleme sogar.

Eigentlich bin ich ein Akzent-Wähler. Wenn es zu weit nach rechts geht, wähle ich links und umgekehrt. Was macht man aber gegen Volksvertreter, die sich schlummernd in der Mitte breit machen und ihr Tun für alternativlos halten? Nun, man setzt Akzente und schafft Alternativen! Das aber schaffen wohl nicht die HipHop-Partei oder die Veganer – noch nicht. Aber so ganz undenkbar ist das auch nicht, wie es z.B. die Grünen in den 80ern vorgemacht haben. Die Grünen haben aber mittlerweile den physikalischen Parteienzyclus bewiesen und sind in der etablierten Mitte angekommen. Und damit nur eine Partei unter vielen.

Ich denke ich werde am Sonntag mal wieder eine Alternative versuchen, um gegenzusteuern! Gegen die Schlechtigkeit dieser Welt, gegen die geistige Trägheit & Armut, gegen Shareholder-Value und Gewinnmaximierung auf Kosten der Allgemeinheit, gegen das Bienensterben und Plastikmeere, gegen zu viele Verkehrsschilder und falsche Bebauungspläne, gegen fette Pensionen und Boni ohne Leistung, gegen die sich rächende Kinderarmut, gegen das Bettelnmüssen am Lebensabend …. – Ich könnte viel mehr aufzählen und hätte noch lange nicht alles gesagt.

Aber ich bin für die Demokratie, für die Freiheit von Anders- und Genausodenkenden und für eine durchaus wehrhafte Toleranz. Und in Zukunft möchte ich weiterhin mindestens alle vier Jahre gefragt werden!

Wieder wählen oder nicht?

Am 24. September soll ein neuer Bundestag gewählt werden und am 15. Oktober steht eine neue Wahl des Landtages in Niedersachsen an.

Eigentlich stehe ich mitten im Denken der 70er Jahre, das sagte „Kümmerst Du Dich nicht um die Politik, dann kümmert sich die Politik um Dich!“ – Ein bedeutender Philosoph hat es mal so ausgedrückt: „Bist Du in Deiner Jugend nicht Kommunist gewesen, bist Du nie jung gewesen!“ – Bei jeder Wahl, ganz gleich ob Bundestags-, Landtags-, Bürgerschafts- oder Kommunalwahl, habe ich brav meinen Wahlschein und Stimmzettel in die Urne bugsiert. Immer in der Hoffnung, dass die gerade aktuellen Probleme durch die neue Regierung dann gelöst oder zumindest angegangen werden. Ich war nie Stammwähler, sondern habe ganz bewusst meine Akzente gesetzt, mal links, mal liberal, mal konservativ. Gemeinsam sind wir stark, aber meine Stimme wird nicht viel bewegt haben.

Nicht wählen gehen bringt auch nichts, solange sich die große Gruppe der Nichtwähler nicht in der Zusammensetzung der Parlamente erkennen lässt. Ich halte es immer noch für eine gute Idee 600 Plätze im Bundestag gleich 100 zu setzen. Wenn dann die Wahlbeteiligung nur noch 50 v.H. beträgt, dann werden auch nur 300 Stühle im Bundestag aufgestellt. Das spart viel Geld und überflüssige Arbeitsplätze nebst Pensionen. Jeder Nichtwähler sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass diese 300 dann auch über ihn bestimmen.

Der Trick der sogenannten Etablierten, die es sich auf den überflüssigen Sitzen im Bundestag gemütlich eingerichtet haben, ist es abweichende Meinungen als extrem zu bezeichnen und mit brauner oder roter Sauce zu überziehen. Aber wenn diese Meinungen nicht in Plünderungen, Körperverletzungen und mutwilliger Zerstörung ausufern, werden sie damit leben müssen. Extrem ist bald nur noch die Minderheit in der Mitte.

Vor ein paar Minuten war ich noch der Überzeugung, dass ich diesmal nicht zu den Wahlen gehe. Aber, nein, ich denke gar nicht daran mir mein wesentliches Bürgerrecht aus der Hand nehmen zu lassen. Ich gehe wählen, denn es kommt jetzt oder in vier Jahren eine Zeit nach Merkel.

„Bremen 2“ wird ans Tageslicht gehievt

Radio Bremen hat sich entschlossen sein Profil zu schärfen. Darum heißt das Nordwestradio von Radio Bremen ab 12. August wieder Bremen Zwei. Obwohl das Nordwest-Radio eines der besten Radioprogramme in Deutschland ist, kennt es selbst in Bremen nur jeder Vierte. Im nicht-bremischen Sendegebiet von Radio Bremen – und das ist eine ganze Menge – kennt es noch nicht einmal jeder Vierte. War es ein Fehler ein Radioprogramm Nordwestradio zu nennen, was per UKW noch nicht einmal den ganzen Nordwesten incl. der Ostfriesischen Inseln erreicht? Sicherlich wurde hier eine Chance vertan. Insbesondere der Geldgeber NDR wollte natürlich keine Konkurrenz auf dem eigenen Territorium finanzieren.

Das soll sich nun durch den an die „Flottenstrategie“ anschließenden neuen Namen „Bremen 2“ und die Schärfung des Programmprofils – u.a. mit einem höheren Liveanteil und neuen Musiksendungen – ändern. Man darf gespannt sein, ob hier ein weiteres Formatradio der Marke „billig produziert“ aus der Redaktion agil, debil, senil ans Tageslicht gehievt wird.

Am Samstag und Sonntag sendet Bremen Zwei jetzt tagsüber (samstags von 07.00 – 18.00, sonntags von 08.00 – 18.00) live. Bisher waren die Sendungen am Wochenende weitgehend voraufgezeichnet. Nun wird Bremen Zwei auch am Wochenende in gewohnter Qualität aktuell, hintergründig und pointiert über das Welt- und Kulturgeschehen in Bremen, Bremerhaven und der Region berichten. Die journalistischen Programmflächen werden damit – im Vergleich zum alten Nordwestradio – deutlich ausgedehnt.

 

Bremen Zwei verspricht ein Programm für Neugierige, will überraschen und inspirieren. Dabei soll Altbewährtes mit Neuem verquickt werden. In einem „Podcast Lab“ (mittwochs, 21.00 – 22.00) wird versucht, die junge Podcastszene ins „alte“ Medium Radio zu bringen. Die Hörspielredaktion produziert erstmals serielle Hörspiele, die vorab als Podcasts angeboten werden. Auch in den sozialen Netzwerken wird Bremen Zwei verstärkt aktiv werden. So wurde mit „Stars on Radio“ ein Bewegtbildformat entwickelt, das die historischen Schätze des Radio Bremen Archivs als animierte Comicstrips wieder belebt.

Gut eingeführte Programmstrecken wie das Tagesprogramm von Montag bis Freitag bleiben unverändert. Bekannte Programmmarken des Nordwestradios wie Hörspiel und Feature, die Sendung „Mare“, das Talkformat „2nach1“ bleiben erhalten und werden weiter entwickelt. Allerdings wagt Bremen Zwei auch neue Wege: Der Sender verzichtet bewusst auf die Übertragung des Gottesdienstes am Sonntagmorgen. An gleicher Stelle (sonntags, 10.00 – 11.00) gibt es stattdessen eine innovative, mit der evangelischen und katholischen Kirche zusammen entwickelte Programmstrecke zu Glaubens- und Kirchenthemen.

 

Bremen Zwei hat sich einem modernen, offenen und lässigen Kulturbegriff verschrieben. Programmleiter Karsten Binder: „Kultur meint am Ende das, was den Menschen in ihrem Leben Sinn gibt. Wir haben den Kulturbegriff deshalb geweitet. Wir sprechen über die politische Kultur, ebenso wie über Esskultur oder die Spielkultur im Fußball. Wir haben in diesem Sinne bei jedem Thema die ‚Kulturbrille‘ auf und gucken mit dem zweiten oder dritten Blick auf die Ereignisse. Die Menschen verlangen ja nach Denkanstößen, nach Futter, auch nach Genuss für den Geist. Das kann mal ein spannendes Feature sein, das kann auch der fundierte Kulturtipp sein.“

Macht den 25. März zum Feiertag!

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 auf dem Kapitol in Rom war eine Geburtsstunde. Und das war denen, die die Verträge damals unterzeichneten, auch durchaus bewusst. So sprach der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer in seiner Rede von einem „großen Schritt“ zur Einigung Europas.

Sechs Länder taten sich zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und zur Europäischen Atomgemeinschaft zusammen: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande und Luxemburg. Fünf dieser Länder waren im zweiten Weltkrieg von Deutschland besetzt gewesen. Die Politiker, die die Verträge ausgehandelt hatten, hatten den Nazi-Terror erlebt – und gerade das sorgte für eine Annäherung.

Europa braucht identitätsstiftende Daten und Symbole. Ein jährlich wiederkehrender, gemeinsam begangener Feiertag wäre da doch eine Idee. Und hier bietet sich der 25. März als „Europa-Tag“, natürlich schul- und arbeitsfrei, an.

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