Zensur, hoffentlich im positiven Sinne

Twitter, Facebook und all die anderen (angeblich) sozialen Medien löschen jetzt nicht nur Donald Trumps Konten, sondern auch andere „Meinungsäußerungen“. Richtig ist, dass gewaltverherrlichende, rassistische und bewusst propagandistische Beiträge gelöscht werden. Dem gegenüber steht natürlich das Recht auf freie Meinungsäußerung, was natürlich besonders dabei herunterfällt, wenn praktisch als Kollateralschaden unliebsame Meinungsäußerungen gleich mit gelöscht werden.

Egal wie man den Vorgang bewertet, es handelt sich um Zensur. Und zwar hoffentlich im positiven Sinne.

Erstaunlich und sogar erschreckend finde ich dabei, dass souveräne Staaten wegen Unfähigkeit über das Was und Wie der Zensur privatwirtschaftlichen Kapitalgesellschaften wie Google, Twitter, Microsoft und Apple das Feld überlassen. Sie geben ihr ureigenstes hoheitliches Recht, das es auch in Demokratien gibt, aus der Hand. Google, Apple, Amazon und Microsoft – to big to fail? Fast ist man geneigt diese Frage mit JA zu beantworten, wenn da nicht ganz massive wirtschaftliche Interessen dahinter stehen würden. Und da muss Europa, trotz aller transatlantischer Verbundenheit, aufpassen, dass die sog. „Westliche Wertegemeinschaft“ nicht im Silicon Valley oder in Seattle definiert wird. 

…denn er wusste was er tat

Gestern gegen Abend – es muss wohl Mittag in Washington, DC gewesen sein – bin ich zufälligerweise in die Rede von Donald Trump gestolpert. Die wurde bei Phoenix im Zweikanalton übertragen. Ich hatte den Originalton eingeschaltet. Trumps üblicher Stil war es natürlich wieder mal mit unbewiesenen Beschuldigungen gegen alles und jeden auszuteilen. Er ist kein schlechter Redner und versteht es vorzüglich ohnehin frustrierte oder gewaltbereite Menschen aufzustacheln – auch wenn seine Lügen allzu offensichtlich sind. Menschen, für die Welt am Ende der Mainstreet aufhört, nehmen ihm seine Behauptungen als Fakten ab und sehen alles, was nicht in ihr kurzes Weltbild passt, als Fakennews und Betrug. Und Trump ist das bekannt. Er riskiert ganz bewusst Chaos und Gewaltausbrüche. Er setzt die Demokratie in Gottes eigenem Land, wie es zumindest die Amerika nennen, gewollt aufs Spiel und noch hat sich nicht herausgestellt in wie weit die Demokratie in dem Land Schaden genommen hat.

Die klassischen Medien in Amerika sind nach wie vor hervorragend und tatsächlich ein Korrektiv für die Legislative, Judikative und Exekutive – eine tragende und notwendige Säule der Demokratie eben. Aber in Amerika hat der vielgerühmte Kapitalismus ein Medienumfeld geschaffen, das ganz bestimmte Interessen verfolgt und mit Menschen nur noch jongliert. Und das auf allen Kanälen und dazu gehören auch die sozialen Medien. Böse Zungen behaupten, dass den Menschen in dem Mediengetöse nichts anderes übrig bleibt als abzuschalten oder in die Wälder zu ziehen.

In Deutschland hatten wir auch schon mal einen Hugenberg und eine „Reichsfilmkammer“ und einen Goebbels, während der Rundfunk gleichgeschaltet auf Gleichwelle sendete. Wer etwas anderes hören wollte als den staatlich verordneten Einheitsbrei, der riskierte sein Leben. Noch lässt sich das nicht 1:1 vergleichen, aber im Bereich des Fernsehen und des Rundfunks können wir froh und dankbar sein, dass die Engländer hier nach den 12 braunen Jahren ein System nach dem Vorbild der BBC installiert haben und das sehr lebendig ist. Man kann sich auf die sachliche und objektive Berichterstattung von ARD und ZDF verlassen.

Ich denke ein Marsch auf auf den Reichstag in Berlin wäre sinnvoll, wenn tatsächlich jemand daherkommen sollte und ARD und ZDF zugunsten privater „Werbeflächen“ abschalten wollte. Über die Haushaltsabgabe kann man streiten, richtig, aber mir ist eine gute Berichterstattung 20 Euro „Rundfunkgebühr“ im Monat wert. Ich möchte mich nicht auf die „Schwarmintelligenz“ der sozialen Medien verlassen müssen.

Wie macht man Meisenknödel?

Ein Tip vom Projekt Wildvogelstation Teufelsmoor:

Das geht schnell und einfach und kostet ein Bruchteil dessen, was die ominösen Knödel im Laden kosten.

Einkaufsliste:

  • Fett (Sollte pflanzlich und ungehärtet sein wie Biskin Gold oder Kokosfett)
  • Geschälte Sonnenblumenkerne 
  • Erdnüsse (am billigsten ist Erdnussbruch)
  • Grobe Haferflocken 

Geräte:

  • Großer Topf 
  • Etwas Langes zum Rühren (Fett wird sehr heiss!)
  • Herdplatte
  • Form(en) zum Einfüllen 
  • Ggf eine Schlaufe aus Kordel, Draht oder Holz zum Aufhängen 

Herstellung:

  • Fett in einem großen Topf schmelzen.
  • Haferflocken, Erdnüsse und Sonnenblumenkerne einrühren bis nur noch wenig Fett flüssig schwimmt.
  • In eine Form füllen und erkalten lassen (1 Tag).
  • Herausnehmen und aufhängen oder hinstellen.

Hier gibt es so viele Vögel, dass sie einen 10 kg Eimer in 2-3 Wochen verspeisen, also mache ich Eimerknödel! Auf einen Eimer kommen 5 kg Biskin, 2 kg Haferflocken plus 4-5 kg Erdnüsse und Sonnenblumenkerne. Manchmal kommt auch Hanf und geschälter Hafer mit rein. Hier im Moor gibt es wenige Kalkquellen, daher mixe ich noch 2 gehäufte EL Geflügelkalk hinein.

Das Herausnehmen aus dem Eimer gestaltet sich etwas mühsam. Dafür muss der Eimer außen angewärmt werden. Mittlerweile schneide ich ihn auf. Man kann die Mischung aber ebenso gut in Joghurtbecher oder leere Saft- oder Milchkartons mit einem verzweigten Ästchen zur Aufhängung füllen.

Sie finden das Projekt Wildvogelstation Teufelsmoor bei Facebook

Ein Zettel hängt noch am Wunschbaum

Der „Wunschbaum“ im Futterhaus Lilienthal hatte für den Tierschutzverein Lilienthal in diesem Jahr eine besondere Bedeutung. Wegen des Ausfalls von Veranstaltungen, Patentreffen und der Tierweihnacht gab es in diesem Jahr kaum Gelegenheiten, auf die Arbeit des Vereins hinzuweisen und Spenden einzuwerben. Auch Spontanbesuche des Katzenhauses mussten aufgrund der Coronabedingungen ausfallen. So durften Besuche nur nach Anmeldung und unter Einhaltung sämtlicher Hygienemaßnahmen stattfinden. Vermittlungen sind noch bis zum 5. Januar ausgesetzt. Und das hat seinen Grund! Tiere sind eigenständige Lebewesen, die eine Seele haben. Sie sind keine Sachen, die man zu Weihnachten unter den Tannenbaum legt und, bei nicht gefallen, nach Weihnachten wieder „entsorgt“ wie eine zu laute Kaffeemaschine oder eine Krawatte, die man doppelt hat. Im juristischen Sinne werden z.B. Katzen immer noch als Sache behandelt. Dieser Sachverhalt passt nicht mehr in die Zeit und es wäre zu wünschen, dass sich die Parteien diesen Sachverhalt endlich einmal gründlich vornehmen. Dieser Zettel hängt schon länger und leider wenig beachtet am Wunschbaum von Tierliebhabern in ganz Deutschland.

Trotzdem hat der Lilienthaler Tierschutzverein annähernd so viele Katzen vermittelt wie in den Vorjahren. Auffällig war allerdings, so die Beobachtung des Tierschutzvereins, dass viele gepflegte, offensichtlich von ihren Besitzern ausgesetzte Katzen in diesem Jahr im Katzenhaus aufgenommen werden mussten. Es hat sich vermutlich noch nicht herumgesprochen: niemand muss ein Tier einfach – ich würde es herzlos nennen -aussetzen oder an einer Autobahn-Raststätte anbinden und dann feige wegfahren. Der Tierschutzverein berät auch in kniffeligen Fällen und nimmt das Tier ggf. in seine Obhut. Es wäre doch ein guter Vorsatz für das kommende Jahr: ein wenig mehr Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, aber auch gegenüber den Vierbeinern, die uns vertrauen.

  Tierschutzverein Lilienthal, Grasberg und Worpswede

Neues aus der bunten DAB+Welt

Am 1. Januar will dpd – Driver’s Radio im zweiten DAB+-Bundesmux auf Sendung gehen. Das moderierte Programm „soll die Kraftfahrer begleiten, unterhalten und informieren“. Das Kürzel dpd stehe für Driver’s Pop Delivery.

Am 4. Januar soll mit Nostalgie der dritte Oldiekanal im 2. Bundesmux auf Sendung gehen. Es handelt sich um Marke und Konzept des internationalen Radiokonzerns NRJ, die bereits im Ausland genutzt werden.

Im 1. Quartal 2021 soll Klassik Radio Movie auf Sendung gehen. Der Ableger von Klassik-Radio (das seit 2011 im 1. Bundesmux sendet) gliedert – auch mit Blick auf den aktuellen Boom des Film- und Serienstreamings – dessen Filmmusikangebote in einen eigenen Spartenkanal aus.

Mitte 2021 will die Neugründung Sportradio Deutschland GmbH ein Sportradio starten. Avisiert sind Spitzen- und Amateursport, Freizeit-, Fitness- und Gesundheitsthemen sowie eSports.

Es bleibt also noch 1 Platz, den Absolut Digital im 2. Bundes-Mux für sich reserviert hat. Man darf gespannt sein, welche Hörergeneration nun mit welcher Musikfarbe angesprochen werden soll. Vielleicht die Briefmarkensammler unter 45, aber mit Eigentumswohnung.

Krix.FM-Nachfolger: Mit aktuellen Informationen meldete sich die Funkstar Medien UG, Castrop Rauxel, zu Wort. Dieses Unternehmen benutzt das Krix-Logo, sei aber nur an der Abwicklung dieses Senders beteiligt gewesen. Funkstar plant nach eigenen Angaben unter neuem Namen „ein völlig neues Hörfunkprogramm, welches (sich) an die Zielgruppe 25-49+ richtet“.

Weihnachten ist schon komisch

Weihnachten ist schon komisch und das nicht nur in diesem „besonderen“ Jahr. Bereits seit Wochen vor dem Fest berieseln uns die Radiostationen mit dicken Männern in roten Mänteln und langen Bärten, die im Rentierschlitten bei Glockenklang über die schneebedeckten Baumwipfel zur nächsten Reihenhaussiedlung gleiten. Das Bild hat viel mit einer Coca-Cola-Werbung aus den vierziger Jahren zu tun. In den Reihenhäusern selbst sitzen alle vor dem Kamin und warten darauf, dass das Popcorn endlich knallt. Und im Hintergrund teilt uns der verstorbene Elvis mit, dass ein gewisser Santa Claus in der Stadt war. Bing Crosby schreibt die nächsten Weihnachtskarten und träumt von einer weißen Weihnacht. Und immer zwischen durch „Jingle Bells“, weil ja bald Weihnachten ist.

Ich glaube jeder Mensch trägt ein Bild von Weihnachten aus seinen eigenen Kindertagen in sich. Dieses Gefühl oder besser dieses kindliche Erleben lässt sich als Erwachsener leider nie wieder zum Leben erwecken, auch wenn wir alle dieses gerne wollten. Bei diesen Restaurationsversuchen kommt leider nur zu oft Kitsch heraus, der sich an bestimmten Bilder, die zu Ikonen geworden sind, festmacht.

Erfreulicherweise kann und darf jeder Mensch Weihnachten so feiern, wie er oder sie es möchten. Oder eben auch nicht. Der christliche Gedanke, der mit Weihnachten verbunden ist, ist bereits sehr weit in den Hintergrund gedrängt worden. Er ist abgelöst worden von einer großen Verkaufsshow, in der die „Koofmichs“ nahezu die Hälfte ihres Jahresumsatzes machen, und machen müssen. Natürlich bekommen die Kunden alles schön weihnachtlich verpackt oder sogar durch einen Lieferdienst nach Hause gebracht. Schenken zu Weihnachten hat, bei näherer Betrachtung, viel mit einer Pflichterfüllung zu tun. Man kauft etwas und macht sich weiter keine Gedanken. Dabei sind es die kleinen, ganz persönlichen Dinge, die zeigen, dass ein Mensch an einen anderen denkt und sich wirkliche Gedanken gemacht hat. Nicht in Hochglanzpapier verpackt und einen materiellen Wert muss das kleine Geschenk nicht haben. Einfach mal zuhören, woran das Herz eines anderen hängt. Dafür ist sogar das ganze Jahr Zeit.

Für mich hat Weihnachten sehr viel mit der Ruhe zwischen den Jahren zu tun, mit dem Innehalten, mit dem Lauschen auf die innere Stimme und mit Gedanken, für die sonst in der Hektik des Alltags kein Platz ist. Diese Zeit löst bei mir immer eine Sehnsucht nach Licht und Helligkeit aus. Es muss kein Tannenbaum sein, aber Kerzen, viele Kerzen.

Pummel, meine Chef-Katze, sitzt schon wieder neben dem Schlepptop. „Denkst Du in diesem Jahr auch an die Herings-Filets?“ – Sie schaut mich erwartungsvoll mit ihren großen Augen an. Oja, natürlich! „Du könnest auch das Geld, was Du sonst an Silvester lautstark in CO2-Emmissionen aufgehen lässt, für leckere Leberwurst ausgeben.“ – Sie hat ja Recht! Auch für mich ist Weihnachten erst dann, wenn im Fernsehen „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann und zum Mitsprechen läuft und ich ohne Maske, aber mit Heringssalat und Bockwurst gemütlich davor sitze. Dann kann der Weihnachtssegen kommen und die Welt ist wieder – halbwegs – in Ordnung. „Feliz Navidad“, murmelt Pummel zu diesen schlauen Gedanken.

Bob, der Streuner

Am kommenden Sonntag zeigt RTL2 einen meiner Lieblingsfilme: „Bob, der Streuner“ – Los geht es um 20:15 Uhr und der Film wird irgendwann nachts auch wiederholt. Für mich ist das ein Grund mal RTL2 zu schauen.

Kurz zum Inhalt:  Der Londoner Straßenmusiker James Bowen kann von seinem mageren Einkommen kaum leben. Eines Tages verirrt sich eine streunende Katze in seine Sozialwohnung. Und obwohl James selber kaum über die Runden kommt beschließt er, den Kater, der von seiner Nachbarin Betty den Namen Bob verpasst bekommen hat, bei sich aufzunehmen und gesundzupflegen. Als er wieder bei Kräften ist denkt Bob gar nicht daran, James zu verlassen. Die Katze folgt ihrem neuen Freund sogar zu seinen Auftritten auf den Straßen Londons, was die Aufmerksamkeit der Menschen auf das ungleiche Paar zieht. Nach und nach gelingt es James mit Bobs Hilfe, auch sein eigenes Leben wieder zu ordnen.

Sieben Schneeflocken

Was hätten wir nur ohne Computer gemacht in einer Zeit wie dieser? Der Corona-Lockdown muss, dank sei dem Schlepptop, nicht gleich mit Langeweile zu tun haben. Hier eine kleine Spielerei mit der Software PhotoFilmStrip (portable) und einigen kostenlosen Fotos des Portals Pixabay. Bei Pixabay finden Sie freie und kostenlose Bilder für viele Gelegenheiten.

Dieser kleine Filmstreifen heisst „Sieben Schneeflocken“. Ich habe mir erlaubt meinen eigenen Titel „Sieben Schneeflocken“ in bewegte Bilder umzusetzen. Vielleicht gefällt’s Ihnen?