In eigener Sache

WordPress ist kostenlos und das ist gut so. Es gibt nur einen kleinen Unterschied: ein Blog direkt bei WordPresse gehostet ist weniger flexibel als eine WordPress-Installation auf dem eigenen Webspace. Auf dem eigenen Webspace, z.B. bei One.com, kann man eine komplette WordPress-Installation mit nur einem Klick vornehmen und man ist dann nicht mehr auf die Vorgaben von WordPresse hinsichtlich Themes, Widgets usw. angewiesen. Um ein Beispiel zu nennen: ich habe das Theme „GeneratePress“, was ich gern benutze, heruntergeladen. Um es aber bei WordPress zu installieren, hätte sich die URL dieses Blog geändert. Also nicht mehr buddenbaum.wordpress.com sondern buddenbaum.press-staging.com-sonstwas. Das geht garnicht. Es bleibt also alles beim alten. Dieser Blog dämmert ein wenig vor sich hin, denn mein Interesse gilt eher meiner URL https://www.seniorplus.de mit dem entsprechenden Blog dazu.

Dort nutze ich das o.g. Theme, was ganz nebenbei auch viele Einsatzmöglichkeiten hinsichtlich Social Media bietet. Auch lassen sich MP3-Dateien direkt im Blogbeitrag verlinken. Es wird nicht, wie bei der Standard-Wordpressinstallation eine neue Seite aufgemacht.

Ich bin nicht unbedingt der Fachmann für die Gestaltung von Webseiten, aber es macht Spaß vieles einmal ausprobieren zu können. Dieser kleine Beitrag soll Ihnen einfach die Möglichkeit aufzeichnen aktuelle Beiträge bei Seniorplus lesen zu können.

 

Born in the 50s – ein guter Jahrgang

Den folgenden Text von Rolf Häßler habe ich im Netz, bei Facebook, gefunden. Ich finde den Text sehr treffend geschrieben und kann mich ihm nur anschliessen. Ich denke meine Generation – Born in the 50s – hat zwar auch einiges erlebt. Das meiste davon aber recht erfreulich. In jedem Fall aber kein Vergleich zu dem, was die in dem Text beschriebene Generation erlebt hat und durchmachen musste.

Ja, ein Perspektivwechsel kann Wunder bewirken. Dazu gehört nur etwas guter Wille und etwas weniger Wehleidigkeit. „Watt mutt, datt mut!“

Ach ja, war ja noch Corona

Immer eine Meinung:

Manchmal ist es einfach nur lächerlich wie „Ereignisse“ in den Medien hochgepusht werden. Da umarmt Herr Lindner von der FDP einen alten Bekannten, da jubeln Fussballer ohne Abstand zu halten und so weiter. Das ist doch alles nur menschlich. Corona ist nicht normal, aber wir verhalten uns normal, bis man uns das auch noch abtrainiert hat.

Ich strecke die Hand zur Begrüssung aus, wenn ich einen Menschen treffe, den ich gut kenne. Ich freue mich diesen Menschen wiederzusehen, nur um dann verlegen die Hand zurückzuziehen: „Ach ja, Corona!“  – Also, normal ist das nicht. Und ein schlechtes Gewissen habe ich deswegen noch lange nicht, denn ich nehme Rücksicht, auch wenn die Maske mal schiefhängt oder wiedermal die Brille beschlagen ist.

Auch ist es nicht normal, wenn der eine Nachbar den anderen denunziert, nur weil dieser die 1 Meter fünfzig Abstand nicht eingehalten hat. Das sind genau diese überflüssigen Zeitgenossen, die sofort zum Hörer greifen, wenn einer mal falsch parkt in ihrer Reihenhaussiedlung.

Corona ist nicht normal, aber wollen wir deswegen auf einen normalen, menschlichen Umgang miteinander verzichten. Rücksicht: Ja! Paragraphenreiter und Denunzianten: Nein!

Seniorplus-App komplett überarbeitet

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Eine Applikation für das Smartphone ist nichts Ungewöhnliches mehr. Nahezu jede Webseite bietet mittlerweile eine Version der Webseite für das Wischtelefon an. Auch Seniorplus-Blog bildet da keine Ausnahme.

Neu und richtig praktisch ist aber, dass Sie selbst das zusammenstellen können, was in der App sofort erscheinen soll. Entweder wählen Sie das, was Ihnen gefällt. Oder Aktuelles, oder Podcasts, oder …. Sie haben die Wahl.

Natürlich können Sie die neusten Nachrichten aus den Bereichen Politik, Soziales, Sport und Software – je nach Ihrer Auswahl – sofort verfolgen und ggf. auch teilen.

 

Lassen Sie sich nicht erschlagen von den vielen Einstellungsmöglichkeiten. Einmal richtig nach Ihrem Geschmack eingestellt, finden Sie Ihre Themen sofort. Und das ist auch im „Dark-Modus“ möglich.

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Falls der Download nicht klappt, nicht verzweifeln, hier klicken!

 

Kriegsende und Neuanfang

Wie haben meine Eltern das Kriegsende erlebt oder überstanden? Wenn ich es mir recht überlege, dann hat diese Generation Zeiten und Katastrophen erlebt, von denen wir nicht die mindeste Ahnung haben. Wir können versuchen uns in diese Erlebnis- und Erfahrungswelt hineinzudenken, ohne Scheuklappen und dem Wissen der Jetztzeit, und wir können vielleicht nachvollziehen, warum der eine oder die andere in den Jahren so und so gehandelt hat oder geworden ist. Trotzdem sind es hilflose Erklärungsversuche.

Meine Mutter, Jahrgang 1929, kam im Herbst 1944 aus dem angeblich freiwilligen Landjahr aus Schlesien zurück und wollte eine Ausbildung zur Kindergärtnerin beginnen. Drei, vier Wochen Ausbildung und dann wurde die Schule geschlossen. Der Krieg kam näher. Am 26. April 1945 rückten die Engländer ein, nachdem sie vorher nochmal kräftig Bomben geworfen hatten. Eine diese Bomben landete als Volltreffer auf dem Haus meiner Großeltern in der Neustadt. Sie hatten, wie auch nach dem ersten Ausbomben 1942, wiedermal alles verloren. Meine Mutter hatte auch viele Freundinnen verloren, im Nachbarhaus, alles erstickt. Es musste weitergehen. Opa sammelte unter erschreckenden Lauten brauchbares Geschirr aus den rauchenden Trümmern. Unterschlupf fand die Familie in der Isarstrasse. Auch meine Mutter fand eine Lehrstelle als Schneiderin in der Wachmannstrasse. Das war nicht ihr Traumberuf, aber immerhin. Der Weg von der Neustadt in die Wachmannstrasse war ein täglicher Hindernislauf, da alle Brücken gesprengt waren und es nur eine Behelfsbrücke noch gab. Sie lernte schnell und viel, aber sie behielt lebenslang Magenschmerzen zurück, weil die Lehrherrin, Fräulein I., sich immer noch als „Herrin“ in ihren unzerstörten Haus verhielt.

Aber lebenslustig, wie Muttern mit 16 oder 17 nun mal war, fand sie schnell Gefallen an den neuen Möglichkeiten und Freiheiten. Mit ihrer Freundin Inge zusammen machten sie das, was junge Menschen nun mal überall auf der Welt tun. Sich amüsieren, tanzen und vielleicht auch nach Männern schauen. Mehrfach wurden sie „einkassiert“, weil sie sich nicht an Ausgangssperren hielten. Die „Zone“ bis rauf nach Bremerhaven stand ihnen offen. Ein beliebter Treffpunkt war „Kutscher Behrens“ in Falkenberg und viele Geschichten rankten um dieses Tanzlokal und die Fahrten dorthin mit „Jan Reiners“, der kleinen Bimmelbahn. Irgendwann hat sie dort meinen Vater kennengelernt.

Mein Vater Heinz Rudolf, Jahrgang 1926, durchlief praktisch alle Stationen, die für diese Jugend so typisch waren, insbesondere als Schüler eines Gymnasiums (Olbersschule mit Notabitur). Hitlerjugend („Wir hatten tolle Heimabende!“), Flakhelfer im Blockland, Arbeitsdienst in Lüneburg. Das war 1943 im Sommer und er wurde zu Aufräumarbeiten nach Hamburg abkommandiert. Was er dort als Folge der „Gomorrha-Operation“ gesehen hat, hat ihn nie wie der losgelassen. Darüber konnte er nie sprechen. Über alles andere ja. Ende 1943 musste er Soldat werden. Er hat sich standhaft geweigert in die SS zu müssen, was eigentlich, wie er sagte, ganz normal gewesen wäre. Er ging zur Infantrie. Zunächst nach Norwegen mit „Bewachungsaufgaben“ (u.a. die Fabrik für Schweres Wasser). Eine Rippenfell-Entzündung kurierte er in Esbjerg (Dänemark) aus, um dann nach Frankreich kommandiert zu werden. Dort traf er Ende Mai 1944 ein. Genau pünktlich, um die Landung der Alliierten und die schweren Kämpfe in der Normandy mitmachen zu müssen. Was er dort, insbesondere bei den Kämpfen um Caen miterlebt hat, würde heute ganz sicher viele Menschen „mental“ überfordern. Er hat mit mir ganz offen darüber gesprochen. Da fing er an von einem Häuschen auf dem Lande zu träumen. Gerade 18 geworden geriet er mitten hinein in die sog. „Operation Totalize“ der Engländer und Kanadier. Am 7. August an der Strasse Urville nach Breville wurde er schwer verwundet, nach dem er den Rückzug seiner Kameraden so lange wie möglich gedeckt hat. Seine Einheit ist noch raus und nach Hause gekommen. („Fallaise-Gap“)

Mein Vater hätte nicht überlebt, hätte nicht ein Kanadier, Kommandant einer Panzerspähwagens, ihn auf der Ladefläche des Panzern in ein Frontlazartett gefahren. „Give him a zigarette!“, hat er gesagt. Mein Vater hätte viel darum gegeben diesen Kanadier noch einmal zu treffen.

Kurze Zeit später wurde er auf einem einfachen Landungsboot über den Kanal transportiert. Er erzählte, wie er benommen mitbekommen habe, dass die Geistlichen an Bord streng nach Konfession ihren Segen verteilt hätten. Schwer verletzt, aber überlebt, kam er in ein Gefangenlager bei Liverpool. Namen wie Dr. Gucci und Schwester Sharky (verliebt?) spielen von da an eine Rolle. Die Wette mit Dr. Gucci, dass er außerhalb des Lagers einen Weihnachtsbaum würde besorgen können, hat mein Vater gewonnen. Dr. Gucci ließ ein Fass für das Lager springen. Besonders beeindruckt war er davon, dass er tatsächlich Englands künftiger Königin Elisabeth bei einem Besuch im Lazarett die (linke) Hand schütteln durfte. Sie sei sehr freundlich gewesen.

Im Februar 1945, mitten im Krieg, wurde mein Vater ausgetauscht. Mit der „Arundel Castle“ rund um Gibraltar über Marseilles durch die Schweiz und das immer noch intakte Schienennetz nach Bremen. In Marseilles wären die Gefangen beinahe erschlagen worden, hätten nicht schwarze GIs sie beschützt. Kaum in Bremen angekommen, wurde er zu einer „Fortbildung“ ins Josephstift kommandiert. Irgendein Bonze hielt einen Vortrag „Leere Wiegen, leere Kasernen“. Was für eine Idiotie in diesen Tagen. Wieder zu Hause, in der erfreulicherweise heilen Tözerstrasse, zeigt mein Opa ihm einen Gestelltungsbefehl nach Neumünster, und zerriss ihn dann. Du weißt von nichts.

Als besonders tragisch erwähnte mein Vater den letzten Tieffliegerangriff auf die Bunker in der Neukirchstrasse. Hunderte Menschen, Mütter mit Kindern seien dort bei der Milchausgabestelle getroffen worden. Dann fuhr auch schon ein englischer Panzer durch Findorff.

„Der Krieg war für mich aus, als ich den Union-Jack aus dem Toilettenhäuschen am Bürgerpark hängen sah. Da wusste ich: Es ist vorbei“, sagte mein Vater gern. Die Engländer seien immer fair gewesen.

Ein paar Tage nach Kriegsende wurde Bremen amerikanisch. Weil er auf der Polizeiwache in der Fürther Str. von mehreren GIs ohne Rücksicht auf seine Verletzungen hart zusammengeschlagen wurde („Du Nazi, Du Hitlerjugend!“), war er auf die Amis nie mehr richtig gut zu sprechen. Mein Vater fiel im übrigen unter die Jugendamnästie. Seinen eigentlichen Berufswunsch, nämlich Förster, durfte er nie ausüben. Das sagte man ihm aber erst bei der schriftlichen Prüfung in Hannover. Das Schreiben mit Links musste er sich erst jahrelang, mühsam wieder aneignen. Sein Vater, mein Opa, hat ihn dann bei der Finanzverwaltung Bremen untergebracht. Das war eine sichere Arbeit als Beamter, aber glücklich ist er da nie geworden.

Aber dann gab es ja auch noch „Kutscher Behrends“, hin und wieder kam ein Schulfreund aus dem Krieg zurück. Und es gab Margrit, meine Mutter.

Ich bin ein wenig stolz darauf, dass meine Eltern offen über alles mit mir, auch als ich jünger war, gesprochen haben. In meiner Familie gab es nicht die eisige Stille, wenn es um die Vergangenheit ging, wie es sie in vielen Familien gab. Es gab aber auch dieses „Warum habt Ihr nicht?“, bis ich begriffen habe, dass sie selbst ja noch Kinder auf dem Weg zum Jugendlichen waren. Junge Menschen, mit dem Willen zu leben, zu lernen, zu arbeiten und zu lieben.

Linksammlung: Kriegsende allgemein / Kriegsende Bremen

Was ist schon ein Jahr?

Schuldirektoren plädieren dafür das Schuljahr zu verlängern oder gleich ein ganzes Jahr dranzuhängen, weil zum einen große Wissenslücken bestehen und weil von Chancengleichheit gegenüber anderen Jahrgängen kaum mehr die Rede sein kann. Schüler wird das sicher nicht unbedingt begeistern, aber lasst Euch gesagt sein die paar Monate machen den Kohl auch nicht fett. Die Tretmühle mit ihren maximal 6 Wochen Jahresurlaub kommt noch früh genug.

Wenn ich in meinen Erinnerungen krame, dann hatten wir das schon einmal, zumindest so ähnlich. Im Jahr 1966 wurde der Schuljahresbeginn von April (Ostern) auf Ende August (Nach den Sommerferien) umgestellt. Für Bremen bedeutete das zwei Jahre in einem. Von April 1966 bis Sommer 1967 bin ich durch das 5. und 6. Schuljahr gesaust. Diesen Radikaltörn habe ich dann in einem der folgenden Jahre, unfreiwillig zwar, aber relativ erfolgreich wieder ausgeglichen. In anderen Jahren durfte ich in den Sommerferien meine Lateinnote verbessern und eine Nachprüfung ablegen, um versetzt zu werden. „Blaue Briefe“ waren fast Standard. Ich habe mich nicht mit Singen und Religion ins Abi geschummelt, aber ich konnte mich immer auf meine Lieblingsfächer verlassen. Tatsächlich, Latein gehörte dazu, und Geo, und Geschichte, und Physik. Mathe hat mich erst nach der Schulzeit begeistert und interessiert. Das laste ich den Lehrern an, denn auch Mathe kann man interessant und praxisnah vermitteln. Meiner Meinung nach ist die Hauptaufgabe der Schule Neugierig zu machen und Interessen zu wecken. Natürlich gehört auch dazu Talente zu erkennen und zu fördern. Wenn der Schulbetrieb das nicht schafft, dann hat die Schulpflicht meiner Meinung nach ihre Existenzberechtigung verloren.

Im Grunde sucht sich jeder seine Lehrer selber. Da gibt es Referendare, Aushilfen oder auch verknöcherte Professoren, da lernt man in einer Stunde und mit ein paar treffenden Worten oder auch Bemerkungen mehr fürs Leben als in 1000 Powerpoint-Vorträgen oder medial aufbereiteten, reformpädagogischen Unterrichtsstunden. Es gibt eben Pädagogen und solche, die nennen sich nur so. …. Ich merke gerade, was es heisst aus der Schule zu plaudern, darum, der langen Rede kurzer Sinn: Liebe Schüler, lasst Euch Zeit. Wenn tatsächlich ein Jahr darangehängt wird, dann ärgert Euch nicht, sondern geniesst die Zeit und Lernen.

Eine Blog-Tour macht Freude

WordPress hat einen großen Vorteil: es sind hier viele toll geschriebene und lesenswerte Blogs von interessanten Menschen versammelt. Ob es sich um das Liebesleben der Panda-Bären im Zoo von Singapur oder den Ärger eines McDrive-Kunden über zu heissen Kaffee handelt, es ist alles zu finden. Schön finde ich, dass immer aus einer nachvollziehbaren, persönlichen Sicht geschrieben wird. Ganz nebenbei lernt man Menschen kennen. Das ist gerade in Zeiten, in denen uns ein Virus in seinen Fesseln hält, ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Ich lege Ihnen heute den Blog freudenderalteren, im Untertitel „Marion Eve bleibt dabei – Blogbeiträge, die Freude bereiten“, ans Herz. Es geht um Erinnerungen aus der Nachkriegszeit, um Erfahrungen und Kontakte und – natürlich – um besondere Erlebnisse aus unseren Tagen.

Klick hier zum Blog freudenderalteren

Die MusicHall kämpft

Liebe Freundinnen und Freunde der Music Hall Worpswede,

wir sind unendlich dankbar für Eure Hilfe und Eure Anteilnahme. Eine fantastische Summe ist bislang zusammengekommen! So viele Menschen haben gespendet und haben uns wissen lassen, wie viel ihnen daran liegt, dass wir die Corona-Krise überstehen. Das trägt uns durch diese schwere Zeit und motiviert uns zusätzlich, uns ordentlich ins Zeug zu legen und Euch so bald wie es irgendwie geht, wieder ein tolles Programm in der Music Hall Worpswede zu präsentieren. Doch wann wird das sein? Seit dem 20. April gilt die neue Verordnung des Landes Niedersachsen, nach der ausdrücklich Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmer*innen bis mindestens zum 31. August 2020 untersagt bleiben. Der Landrat des Landkreises Osterholz, Bernd Lütjen, betonte jedoch, dass dies im Umkehrschluss nicht automatisch bedeute, dass Veranstaltungenmit weniger als 1000 Personen vor dem 31. August stattfinden können. In der Tat handelt es sich bei dieser Festlegung um ein Signal an Veranstalter von Festivals und ähnlichen Veranstaltungen, dass diese im Sommer 2020 ausfallen müssen. Das bedeutet für diesen Bereich eine dringend notwendige Planungssicherheit, und so waren die Veranstalter in der Lage, die Festivals von Hurricane über Rock am Ring bis Deichbrand allesamt abzusagen. Schade! Auch wir hatten uns auf die Festivalsaison gefreut und den einen oder anderen Besuch geplant!

Wie stellt sich die Lage aber für die Music Hall dar? Von Planungssicherheit kann keine Rede sein. Wir müssen im Prinzip den 14-tägigen Rhythmus der Krisenstabsitzungen mit neuen vorsichtigen Lockerungen und der Evaluierung der Auswirkungen abwarten und hoffen, dass irgendwann auch die Clubs wieder öffnen dürfen. Da brauchen wir einen langen Atem. Wir können zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mal erahnen, wann und unter welchen Bedingungen wir wieder ein Programm anbieten können. Gebuchte Konzerte werden abgesagt oder verschoben, oft werden die kompletten Tourneen einfach um ein Jahr verlegt. Unsere Booker haben alle Hände voll zu tun, manchmal ohne zu wissen, ob ein vom Frühjahr in den Herbst verschobenes Konzert dann auch wirklich stattfinden kann. Und was ist, wenn es wieder losgeht? Werden wir dann auch noch Abstandsregeln haben und vielleicht nur 120 statt 550 Menschen in den Saal lassen können? Wie soll man mit dieser Gesichtsmaske eigentlich ein Bier trinken? Und wie stehen dann die unbändige Lust auf das Musikerlebnis, leere Portemonnaies und Angst vor Ansteckung im Verhältnis? Was ist, wenn es einen erneuten massiven Anstieg der Fallzahlen gibt?

Machen wir uns nichts vor: „Normal“ wird es für uns erst wieder, wenn es ein zuverlässig wirkendes Medikament und eine Schutzimpfung gegen Covid-19 gibt. Bis dahin müssen wir uns irgendwie durchhangeln und hoffen, dass „danach“ auch noch alle an Bord sind, mit denen wir bislang so toll zusammengearbeitet haben: die kleinen und größeren Konzertagenturen, die freien Techniker, unsere Mitarbeiter*innen am Tresen und alle, die sonst noch hinter den Kulissen dazu beitragen, dass der Laden läuft. Und natürlich die Künstler*innen. Viele von ihnen haben im Moment nicht mehr als die Lippenbekenntnisse, wie wichtig die Kultur doch sei. Es gibt keine Betriebsausfallversicherung, kein Kurzarbeitergeld. Die Kulturlandschaft in Deutschland wird sich verändern.

Ihr tragt uns mit Eurer Solidarität so großartig da durch! Und wenn wir irgendwie können, geben wir das auch weiter an die oben erwähnten. Damit es irgendwie weitergeht, für hoffentlich alle.

Unendlich dankbar

Euer Music Hall Team

Help Us Make It Through the Night – Corona-Hilfe für die Music Hall

Infos zur MusicHall

P.S. Macht weiter! Erzählt anderen davon, teilt unsere Aktion bei facebook, twitter, instragram oder mit Euren WhatsApp-Kontakten, damit noch mehr Menschen Eurem guten Beispiel folgen. Aber vor allem: bleibt gesund!!