Rückschau: Wie kam der „Professor“ zu seinem Namen

Wie kam der „Professor“ zu seinem Namen? „Professor“ ist doch kein Name für einen jungen Kater, oder? Aber ja, doch! Von Anfang an, bitte.

Der „Professor“ ist irgendwann um die Jahreswende 2007/2008 auf einem benachbarten Bauernhof geboren. Wie das bei einem Bauern so ist, da gibt es auch einen Hund. Das Verhältnis „Hund & Katze“ ist sprichwörtlich. Jede zweite Katze kommt mit einem Hund nicht gut aus. So war es auf diesem Bauernhof auch. Jede zweite Katze flüchtete und suchte sich ein neues Zuhause. So war es, wie ich mich erinnere, seit Urzeiten. Nächste Nachbarn waren wir, damals noch meine Eltern, und für die Katzen wahrscheinlich das Paradies. 

Der „Professor“ ist damals mit ganz vielen Geschwistern ausgewandert. Er war einfach da, fiel jedoch sofort durch seine Neugier auf. Er musste alles von innen und außen inspizieren, riechen, schmecken und schlürfen. Und er suchte Kontakt zu Menschen.

Einer dieser Entdeckungsstreifzüge führte ihn auf eine hohe Eiche, immer höher und höher. Ich weiß nicht, was er dort oben zu finden hoffte. Er wird aber wie immer ein höheres, wissenschaftliches Interesse verfolgt haben. In seinem Eifern hat er aber nicht bemerkt, dass die Luft dort oben immer dünner wurde und die Äste immer schmaler. Die Folge war ein völlig verunsicherter Kater, der hoch oben in der Eiche herzzerreißend miaute. Er bewegte sich nicht mehr von der Stelle.

Irgendwann habe ich mir eine Holzleiter geschnappt und bin damit aufs das Carport-Dach geklettert. Oben angekommen war ich dem hilflosen „Professor“ noch nicht viel näher gekommen. Es fehlten noch gut acht Meter, soviel wie die Leiter lang war. Da der Ast, auf dem der „Professor“ saß, noch einen Meter darüber war und es keinen Ast zum Anlegen gab, war guter Rat teuer. Ich habe die Leiter dann aufgerichtet und mit den Knien in die Richtung des „Professors“ ausbalanciert, fast frei schwebend über dem Rand des Daches. Nach 10 Minuten verließen mich fast die Kräfte. Es war ein Kraftakt die Leiter im richtigen Winkel in Richtung „Professor“ aufrecht zu halten. Auch das viele gute Zureden half nicht, der „Professor“ bewegte sich nicht. 

Plötzlich, ich war kurz davor aufzugeben, sprang der „Professor“ gut einen Meter herunter und klammerte sich schlotternd an die oberste Sprosse der Leiter. Mit allerletzter Kraft konnte ich die Leiter samt dem daran hängenden Kater langsam zu Boden lassen. Kaum auf dem Boden angekommen, war der „Professor“ wieder ganz der alte. Er sprang hoch und landete gleich auf meiner Schulter, schnurrend, quiekend und …. lachend. Ja, tatsächlich lachend. Er wollte mich gar nicht wieder loslassen an dem Tag.

Von dem Tag an war ich sein Freund und Dosenöffner. Der „Professor“ musste vom Tierarzt am 17.12.2018 eingeschläfert werden. Er war schwer erkrankt und sollte nicht länger leiden.

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