Propaganda läuft auf Hochtouren

Die russische Regierung um Kremlherrscher Putin tut so überaus empfindlich, verbreitet selbst aber Lügen und meint sich wundern zu müssen, wenn Menschen wiedersprechen. Fakt ist jedoch immer noch, dass es das Sowjetimperium nicht mehr gibt, und ein Nachfolgestaat, die Russische Förderation, die Unanstastbarkeit der nun unhängigen Staaten in Mittel- und Osteuropa anerkannt hat. Das zu einer Zeit als Russland noch zu Europa gehören wollte. Die Verträge sind jedoch geschlossen.

Durch die Geschichte Russlands zieht sich die Gewalt wie ein roter Faden, immer im Glauben vom Ausland bedroht zu werden. Leider hatte Russland im Verlauf seiner Geschichte auch Recht, aber gleichzeitig ist die politische Führung immer noch unfähig und jederzeit zu Gewalt bereit, wenn Russland nicht im Recht ist. Der brutale Überfall auf die Ukraine ist ein typisches Beispiel dafür. Es darf aus Sicht der Kremlherren nicht sein, dass Demokratie und freie Meinungsäußerung irgendwo im imaginären Kremlreich Einzug halten. Die Roten sind keine Roten mehr, aber es gilt immer noch Rot gegen Weiß.

Dass Moskau jetzt sogar Litauen die Rechtmäßigkeit der Grenzen abspricht und polnische Fahnen auf den Gräber von Katyn entfernt, zeigt, dass wir es mit einem Machtzirkel in Moskau zu tun haben, der für rationale, friedliche Argumente nicht mehr zugänglich ist. Ist es paradox, dass sich eben jener Machtzirkel im Kreml die eigenen Taschen vollstopft auf Kosten der eigenen Bevölkerung?

Im Augenblick ist kein Ende der brutalen Auseinandersetzungen in Sicht, da der Machtzirkel in Moskau in seinen eigenen und ständig im Staatsfernsehen wiederholten Lügen gefangen ist. Im Augenblick gewinnt Moskau Gelände, in dem es zuerst alles zerstört, was sich ihm in den Weg stellt. Eigene Verluste spielen für die „Herren im Kreml“ keine Rolle. Wie denn auch? Sie sitzen weit weg vom Geschehen. Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn die ukrainische Luftwaffe Belgorod oder Rostow „flachlegt“. Erfolgreiche Rückzugssiege kennt man noch aus der Deutschen Wochenschau – alles Lüge und alternative Fakten. In der Propaganda waren sowohl die Braunen als auch die Roten immer gut.

In Moskau sieht man natürlich nicht, dass Moskau die Grenzen der Russischen Föderation selbst in Frage stellt, weil es mit jedem Kilometer näher an die NATO heranrückt. Hardliner, die es auch im Westen gibt, könnten auf die Idee kommen: Weniger (Russland) ist mehr – und besser für den Frieden! Ein Spiel mit dem Feuer, bei dem es keine Sieger geben wird.

Warum nimmt die Sympathie für Selenskyj ab?

Nein, nicht die Sympathie für die Ukraine und die geflüchteten Menschen nimmt ab und auch die Hilfsbereitschaft verliert nicht an Kraft und Wohlwollen. Auch Präsident Selenskyj ist nach wie vor bewundernswert für seinen Umgang mit den Medien, insbesondere den sozialen Medien, und seinen Duchhaltewillen in diesem brutalen Krieg. Nimmt aber im Gegenzug die Sympathie für den Despoten im Kreml zu: Nein! Sie ist bis auf einen kleinen Rest hartleibiger Rot-Front-Kämpfer komplett verschwunden. Auch das Sprachrohr des Kreml-Despoten, sein Außenminister, sorgt für kräftige Ernüchterung. In was für einer Welt leben die denn? Der Aggressor in diesem Angriffskrieg ist leicht zu identifizieren und „Nürnberg“ wartet auf sie.

Warum nimmt die Sympathie für Selenskyj ab? So fragt jedenfalls das Wochenmagazin aus Hamburg, dessen Leser montags schon mehr wissen als andere. Ja, warum nur. Unvergessen und tief in der deutschen Seele steckend ist die offizielle Ausladung unseres Bundespräsidenten. Der ist demokratisch gewählt, hat eine eigene Meinung und spricht vielen Deutschen oft einfach nur aus der Seele. Und diese Seele ist gekränkt. Hinzu kommen die ständigen Forderungen aus der Ukraine nach mehr Waffen, nach mehr Geld und sofortige Aufnahme der Ukraine in die EU. Hier tut der mitunter nervende Ukrainische Botschafter in Berlin sein übriges dazu. – Mich persönlich stören auch die schwarz-roten „Bandera“-Fahnen an urkainischen Kontrollpunkten. Dazu irritiert es mich, dass gerade Polen sich gegenüber den Ukrainern so selbstlos zeigt. Nun ja, Ukrainer sind ja auch keine Syrer, Afghanen oder Iraker. Mit einem Wort: es ist alles sehr unduchsichtig. Die derzeitige Lage darf auf keinen Fall die Zukunft kommender Generationen verspielen, nur weil irgendjemand an irgendeinem Ort einen Schritt in die falsche Richtung macht (und es ihm niemand sagt!).

Die EU hat gerade jetzt viel mit sich selbst zu tun, denn die Reihen sind nicht so geschlossen, wie sie sein sollten. Dann sollen noch einige Balkanländer und die Ukraine hinzukommen. Ja, wie denn? Die sechs Gründungsländer und eine Handvoll weiterer Länder sollten nicht so dumm sein und den Bestand der Union riskieren. Was passieren kann, sieht man jetzt an der Erpressung der NATO durch Erdogan. Wie ist es möglich, dass ein türkischer Möchtegern-Sultan den Beitritt von zwei grunddemokratischen Ländern wie Finnland und Schweden zur NATO verhindert kann? Die Europäische Union ist noch lange nicht fertig. „Nation Building“ dauert mindestens Jahrzehnte.

Diese Gemengelage, diese Unsicherheit machen vielen Menschen Angst. Vor dem Hintergrund der hohen Inflation, der steigenden Armut hierzulande und des kommenden Wirtschaftskrieges mit China fällt die Sympathie für Selenskyj ab. Sie verblasst mit der Dauer des Krieges. Warum also sollte sich in dieser Ausgangslage Deutschland in eine Führungsrolle drängen lassen? Deutsch ist noch nicht einmal Amtssprache in Brüssel. Im Grunde wird nur ein Dukatenscheisser für die Probleme Europas gesucht. Der Deutsche Steuerzahler ist zu vielem bereit, aber auch da gibt es eine rote Linie. Eine Regierung, die mit Milliarden um sich wirft, aber der eigenen Bevölkerung nur kleckerweise unter die Arme greift und lustig immer weiter von unten nach oben verteilt, bekommt Probleme mit der Zeit. Ihre Uhr läuft ab. Natürlich, und das sollte man zugeben, sind in der Vergangenheit große Fehler gemacht worden. Die Vertrauensseligkeit in Putin rächt sich jetzt. Aber zum Glück ist Deutschland lernfähig.

Pummel hat nachgedacht

Das Bild zeigt Pummel bei ihrem Denker-Schläfchen

Nach dem sich Pummel aufgerafft hat aus ihrem Denker-Schlaf, setzte sie sich vor mich hin und blickte mich mit ihren Kulleraugen treuherzig an: „Ich habe nachgedacht“ , legte sie los.

„Ihr Menschen im Allgemeinen seid doch primitive Wesen, nur mit geistig verkümmerten Einzellern zu vergleichen. Ihr führt Kriege, schlagt alles kurz und klein und bringt Euch auch noch gegenseitig um. Heimtückisch und brutal seid Ihr, wenn es um Eure sogenannte Ehre geht, oder um ein Stück Land oder um das, was Ihr verheizen wollt. Ihr seid nie zufrieden mit dem, was Ihr habt. Alles muss immer mehr, größer, schneller und bequemer sein. Aber dafür schlagt Ihr Euch tot und Ihr nehmt der Erde auch noch das letzte an Schätzen.“

„Eines kann ich Euch schon jetzt sagen: irgendwann müsst Ihr Euch einen neuen Planeten suchen, wenn Ihr das überhaupt noch schafft. Alles was auf diesem Planeten, den ihr Erde nennt, lebt, lacht und liebt, wird aufatmen, wenn Ihr verschwunden seid. Wir Katzen werden bis dahin auch gelernt haben Dosen zu öffnen. Und wenn nicht, leben wir eben wieder natürlich.“

„Ihr werft uns Katzen immer vor, dass wir uns zu schnell vermehren und zu viele Kinder kriegen. Aber schaut Euch merkwürdigen Zweibeiner an. Es gibt mittlerweile fast 9 Milliarden von Euch auf unserem Fleckchen Erde. Wie wollt Ihr weiterleben, wenn Ihr viele der Lebensmittel einfach wegwerft oder zu Futter für Eure fahrbaren Untersätze verarbeitet. Oder an Kühe und Schweine verfüttert, anstatt das Getreide zu Brot für alle zu verarbeiten. Ihr haltet Euch für so klug, und macht gleich alles wieder kaputt.“

„Ich habe ausführlich auch über Eure heutigen Sorgen und Nöte nachgedacht, ganz aktuell für Euren Rudelanführer in Berlin. Er soll doch mal die beiden Rudelanführer aus Russland und aus der Ukraine nach Berlin einladen. Und dann sollen alle drei sich für ein paar Tage zusammensetzen und das unsinnige Schießen sein lassen. Bei ein paar Dosen mit leckerem Futter und ein paar schwindelig machenden Wässerchen werden sich die drei bald in den Armen liegen und laut singend durch den schönen Park von „Ohne Sorgen“ wandern. Das Lied vom „Wind der Veränderung“ kennen sogar wir Katzen.“

„Und wenn der eine wieder an seinem langen Schreibtisch sitzt und der andere wieder mit dem Smartphone durch seine Stadt läuft, dann kommen sie zur Vernunft und bringen sich nicht mehr um. Der Himmel wird wieder blau und der Weizen wieder gelb. Eure Artgenossen in Afrika und anderswo müssen nicht mehr verhungern und Ihr müsst nicht mehr frieren. – Ich verstehe gar nicht, warum Ihr Zweibeiner nicht auf so gute Überlegungen kommt“.

Pummel ist für solch philosophische, aber guten Überlegungen bekannt. Aber manchmal träumt sie auch nur mit offenen Augen.

Pummel wartet vor ihrem Fressnapf. „Nachdenken strengt an!“

Stolperstein Sprache

Ohne Verständnis keine Verständigung und auch keine Integration. Da kann es mit der „Willkommenskultur“ der ersten Tage noch so gut gemeint sein. Gerade jetzt, wo viele Menschen, die aus dem Grauen in der Ukraine flüchten mussten, zu uns kommen, ist Verständnis und Verstehen das A und O der Hilfe. Es wäre schön wenn sich ein paar Menschen, u.a. aus Grasberg und Worpswede, finden ließen, die Ukrainisch und Russisch in Wort und Schrift dolmetschen können und so bereit wären den Ankommenden erste Stolpersteine der Sprache aus dem Weg zu räumen. Ich denke in den Rathäusern, bei den Hilfsorganisationen und den Kirchgemeinden vor Ort wäre man froh auf einige Personen zurückgreifen zu können, die den neu Angekommenen ggf. zur Seite stehen.

Ich möchte hier im besonderen auf de Möglichkeiten der Webseite nebenan.de hinweisen, die den Raum für eine nachbarschaftliche Ukraine-Hilfe eingerichtet hat.

Fitness für die grauen Zellen: Lernt Ukrainisch

Wer die Schulzeit lange hinter sich hat, der hat nicht unbedingt Lust sich in eine Fremdsprache zu vertiefen. Dennoch ist es erwiesen, dass das Erlernen einer Fremdsprache gerade im fortgeschrittenen Alter die grauen Zellen im Oberstübchen munter hält. Also kann man das Erlernen und die Beschäftigung mit einer Fremdsprache durchaus als Fitness-Programm für Senioren bezeichnen. Wer seine Zeit im Unruhestand in Thailand oder in Spanien verbringen möchte, der sollte sich mit der jeweiligen Landessprache beschäftigen, um sich dort wenigstens verständlich machen zu können.

Aber auch wer nicht in die Ferne schweift, könnte etwas für die kleinen grauen Zellen tun. Zum Beispiel mal einen Blick auf die ukrainische Sprache werfen. Es könnte helfen und es könnte manches vereinfachen, wenn man wenigstens ein paar Brocken versteht. Viele Menschen kommen gerade jetzt aus dem kriegsgebeutelten Land zu uns, viele sind traumatisiert. Da ist es vielleicht eine Beruhigung, wenn die eigene Sprache mal völlig unerwartet zu hören ist.

Hier können Sie eine PDF-Datei zum Erlernen und zu Gebrauch der ukrainischen Sprache herunterladen. Lernen Sie so einfach und fast nebenbei das Land und die Menschen kennen.

Download Sprachbuch Ukraine (PDF, 2,6 MB)