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Gut geruht?

Ein alter, müde aussehender Hund kam neulich in meinen Garten. An seinem Halsband und dem wohlgenährten Bauch konnte ich erkennen, dass er ein Zuhause hat und man sich dort gut um ihn kümmerte.

Er kam gemütlich zu mir herübergetrottet. Ich habe ihm ein wenig den Kopf getätschelt und dann folgte er mir ins Haus,
ging langsam den Flur hinunter, legte sich in eine Ecke und schlief ein. Eine Stunde später ging er zur Tür und ich ließ ihn raus.

Am nächsten Tag kam er wieder, begrüßte mich im Garten, ging wie selbstverständlich ins Haus, legte sich an dieselbe Stelle wie am Vortag und schlief eine Stunde lang. Das ganze Ritual wiederholte sich einige Wochen lang.

Irgendwann siegte bei mir die Neugier. Also heftete ich eines Tages einen Zettel an sein Halsband, auf dem stand: „Ich würde gern wissen, wer der Besitzer dieses wundervollen Hundes ist. Wissen Sie, dass er jeden Nachmittag zu mir kommt und ein Nickerchen hält?“

Am nächsten Tag kam der Hund wie gewohnt zum Schlafen vorbei – diesmal jedoch mit einer Botschaft am Halsband: „Er heißt Hajo und er lebt in einem Haus mit fünf Kindern, zwei davon unter drei Jahren. Der alte Knabe versucht offenbar nur, ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Darf ich ihn morgen begleiten?“

– Diese kleine Geschichte ist eine Fundsache aus dem Netz der Netze. –

Geiz ist geil macht die Umwelt kaputt … und uns!

Elektrische Geräte haben mittlerweile ein eingebautes Verfalldatum, und das liegt oft gleich nach dem Ablauf der Garantiezeit. Das ist bei Flachbildfernsehern, Waschmaschinen, Geschirrspülern und bei vielen anderen Geräten so. Oft ist nur ein einziges kleines Billigteil eingebaut, z.B. ein Plastikzahnrad, eine verstaubte oder „nikotinbedampfte“ Platine oder ein abgenutzter Verschlußhaken, und das komplette Gerät ist sofort außer Gefecht gesetzt. Bei Flachbild-TVs einer bestimmten Marke liegt die geplante Haltbarkeitsdauer sogar noch unter zwei Jahren. Das ist der Preis für Geiz ist geil! Die Rache folgt!

Dieser massenhaft anfallende Elektroschrott, der eigentlich kein Schrott ist, stellt eine enorme Rohstoffverschwendung und eine ebensolche Umweltbelastung dar. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass das sog. „Recycling“ auf Kosten der Gesundheit von jungen Menschen in Afrika geht, die versuchen sich unter unmenschlichen Bedingungen durch das Ausschlachten dieser deutschen Exportgüter ein paar Cent zum Überleben zu verdienen. In Ghanas Hauptstadt Accra liegt eine der größten Elektroschrott-Müllkippen Afrikas. Hier verbrennen Kinder und Jugendliche ausgediente Altgeräte aus Europa, um an verwertbares Metall zu kommen. Sie verdienen damit etwas Geld, doch zahlen dafür mit ihrer Gesundheit.

Also, warum alles gleich in die Tonne kloppen? Nur weil man sich als „Online-Kunde“ keine Gedanken machen will? 

Vor Ort gibt es gute Fachgeschäfte, die auch heute noch fachgerecht und preiswert reparieren können. Eine gut ausgeführte Reparatur gibt es natürlich nicht ganz umsonst. Sie ist aber allemal günstiger als der übereilte Neukauf.

Und es gibt das Repair-Café in Lilienthal, wo ehrenamtliche Mitarbeiter sich um das Gerät kümmern. Und, wenn sie es reparieren können, dann funktioniert es auch bald wieder wie neu. Probieren Sie es mal im Repair-Café, auch wenn Neu nur einen Klick entfernt ist! Bitte denken Sie daran alles mitzubringen, was zum Gerät gehört und noch vorhanden ist, z.B. Kabel, Stecker, Schrauben und evtl. die Gebrauchsanweisung oder das Handbuch. Das Angebot des Repair-Cafés können Sie hier als PDF herunterladen. Zur Zeit ist es corona-bedingt ein wenig eingeschränkt.

Wenn Sie alte Notebooks oder Smartphones, die noch funktionieren, und Sie selbst aber schon ein neues Gerät nutzen, dann denken Sie bitte an die Aktion „Neues Leben für alte Rechner“ und spenden Sie das Gerät – Mehr dazu hier.

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Ist das Retro oder Melancholie

Nun ja, ich habe mir ein Kleines Kassetten-Radio gekauft, mit dem ich MP3-Dateien wieder auf eine Audio-Kassette bannen kann. Alles völlig gegen den Trend der Zeit. Das war wohl der Grund, warum ich lange nach einem solchen Gerät suchen musste. Meine alten Geräte hatte leider vor langer Zeit verschenkt oder verkauft.

Nach dem ich meine Musik passend auf 2 x 45 min.-Kassetten zusammengestellt und das Gerät in meiner Bastelwerkstatt zu ersten Mal richtig eingeschaltet hatte, kam so etwas wie Melancholie auf. Ich war 30 oder 40 Jahre zurück versetzt. Die alten Hits mit Grundrauschen und auch Knacken, Countrymusic oder auch die Charts von 1975, und sofort hatte ich gute Laune. Wo steht das Klavier! Energie, die ich in diesen öden Corona-Zeiten gut gebrauchen kann. Erfreulicherweise wird es Frühling in unseren Breiten und ich war schon oft mit Hank Snow und dem „Canadian Pacific“ auf der Reise durch Kanada …Jambalaya, Move it on over … – Aber mit dem echten Mittelwellen-Sound macht es echt mehr Spaß und hebt die Stimmung. Probieren Sie’s mal.


Qualen der Bundestagswahl

Als halbwegs normaler Bundesbürger ist man einigermaßen zufrieden, wenn man alle vier Jahre um seine Meinung gefragt wird. Das Wahlrecht ist ein hohes Gut in dieser Republik. Manchmal frage ich mich allerdings, ob tatsächlich jeder dieses Wahlrecht haben muss. Möglicherweise wäre es besser für alle, wenn man das Recht nicht vom Lebensalter abhängig machen würde, sondern vom IQ. Das könnte nebenbei auch für den Führerschein gelten.

Bei den nunmehr anstehenden Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen muss man sich allerdings auch fragen: Was steht denn zur Wahl? Nun, ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, obwohl ich eigentlich ein politisch interessierter und auch informierter Mensch bin. Seit dem die öffentlich-rechtlichen Talkshows von Illner, Maischberger, Plasberg usw. immer dieselben Köpfe und Themen bieten, muss ich mir als halbwegs flexibler Bundesbürger andere Informationswege suchen. Das Internet sehe ich, bis auf zwei, drei ins Web gewanderte Printmedien, nicht als Informationsalternative an und Facebook oder Telegram schon gleich gar nicht. 

Soll ich mir etwa aus den Wahlkampfbroschüren der Parteien eine Meinung bilden? Nein! Dann doch wohl eher mit dem angeblich gesunden Menschenverstand und wenig Geschichtswissen. Zur Wahl steht also die Konservative Ecke, in die sowohl CDU/CSU als auch die Grünen gehören. In der anderen Ecke des Boxrings stehen die Roten oder die Sozis, also SPD und Linke. Irgendwo in der Mitte tänzeln die Liberalen, wie immer mal so und mal so, und von außen brüllt mitunter die Alternative und scheucht die Ecken auf. Also, was nun? Es wäre vielleicht einfacher, wenn man die Spitzenkandidaten der diversen Parteien kennen würde. Aber da drohen ein Karnevalsprinz aus NRW und ein dröger Ex-Bürgermeister aus Hamburg. Im Hintergrund lauern ein Ex-Umweltminister und ein Bierdeckelexperte aus der Finanzwelt. Der Landesherr von Bayern hat sich noch nicht vernehmen lassen, obwohl er überall präsent ist und gar nicht mehr so provinziell wirkt.

Die Fragen, die ich mir bisher gestellt habe, – Klima, Umwelt, soziale Gerechtigkeit, Migration und Bundeswehr – kann ich wohl auf Jahre hinaus vergessen, denn die Folgekosten dieser Pandemie werden zur Zeit noch schön geredet, sie werden uns aber in den nächsten mächtig an die Wand drücken. Generationen werden daran zu tragen haben.

Genau das aber sehe ich mit Sorge. Die Regierung hat keine Antworten, es sei denn das altbekannte „Wir schaffen das“ gibt der Gesellschaft nochmal neuen Auftrieb. Der Regierung, und mit ihr der Gesellschaft, fehlt Expertise, Kenntnis und Wissen. Es ist ein Armutszeugnis, wenn für jede „Kleinigkeit“ Beratung bei einer Konsultingfirma für teures Geld eingekauft wird oder ein Gutachter her muss. Eine ehem. Verteidigungsministerin, die jetzt einen Top-Job in der EU bekommen hat, steht exemplarisch für diese ignorante Geldverschwendung und, nebenbei, die Hubschrauber fliegen immer noch nicht. Haben wir tatsächlich nur die Gutenbergs, Scheuers und v.d.Leyens?

Gut, mit der Corona-Pandemie konnte niemand rechnen, niemand konnte sich darauf vorbereiten. Das Durcheinander bei den Pandemie-Maßnahmen ist wohl eher dem Föderalismus geschuldet, trotzdem sollte es endlich überall möglich sein einheitliche Regelungen auch umzusetzen. Braucht es da die starke Führung aus Bayern oder einen Karnevalsprinzen?

Der langen Rede kurzer Sinn: ich stehe immer noch ratlos da. Ich möchte mein Bürgerrecht wahrnehmen, aber wen soll ich wählen? Na gut, über die Lösung dieser Frage kann ich erfreulicherweise und corona-bedingt in meinem stillen Kämmerlein noch einige Monate nachdenken. Das sollten auch Sie tun!

Desinfektionsmittel riecht wieder nach Desinfektionsmittel

Ach, ist das herrlich! Endlich riecht Desinfektionsmittel wieder nach Desinfektionsmittel und nicht nach abgestandenem, alten Bratfett an einem Nebenstraßen-Imbiss. Erbsensuppe riecht und schmeckt wieder nach Erbsensuppe, und nicht nach dreimal ausgekochten Seealgen in Schweröl. Aus Erfahrung weiß ich, dass das nicht lange anhalten muss. Ich habe schon oft erlebt, dass der Geruchs- und Geschmackssinn einfach wieder wegklappt für ein paar Tage.

Das ist zwar ein harmloses Symptom einer Corona-Infektion vom März, und erfreulicherweise bin ich glimpflich davon gekommen, wenn es so bleibt, aber es ist sehr nervig. Selbst eine Douglas-Filiale kann mich nicht aus der geruchslosen Ruhe bringen. Und das will was heißen.

Ich merke aber daran, wieviel Lebensqualität mit dem Geruchs- und dem Geschmackssinn zusammenhängen. Geruch und Geschmack sind zwei wichtige Farben, die unsere Lebenspalette nicht nur bereichern, sondern sogar lebenswichtig sein können. Eigentlich würde mich mal interessieren, ob es viele Menschen gibt, die unter diesen, im Vergleich recht harmlosen Symptomen leiden und wie sie damit umgehen. Wer Lust hat kann hier kommentieren….oder in der Gruppe „WebExperten“ bei Facebook.

Achtung: Sarkasmus

Die folgende Theorie wird manchen Menschen verletzten oder gar erschrecken, denn sie beginnt mit einem „Was wäre wenn…?“

Was wäre, wenn jetzt, genau in diesem Moment alle Corona-Lockdown-Maßnahmen aufgehoben wären und wir ohne große Diskussionen zu einem „normalen“ Alltag zurückkehren würden. Die Kinder könnten zur Schule gehen und für Selbstständige, Kleinunternehmer und Veranstalter gäbe es keinerlei Einschränkungen. Die Bars, Kneipen, Restaurants und andere Etablissements wären wieder voll und es gäbe keine Polizeistunde. Die Menschen, Freunde, Nachbarn, Verwandte könnten sich treffen wann und so oft sie wollen. Das RKI muss nicht mehr ständig von irgendwelchen Zahlen berichten, die ohnehin nur die Hälfte der Menschen versteht. Die Kanzlerin und überhaupt die gesamte Regierung könnten sich wieder um die wirklichen Geschäfte einer Regierung kümmern. Alle könnten reisen, wann und wohin sie wollen. Die Flieger sind voll und die Kreuzfahrtschiffe ausgebucht. Das Leben wäre wieder genau so, wie vor dem Corona-Lockdown.

Die hartgesottenen Sarkasten unter uns sagen, Schwund ist überall und auf ein paar Millionen Menschen mehr oder weniger kommt es nicht an. Nur die Harten kommen in den Garten. Die Natur braucht uns nicht.

Was wäre wenn? Wenn wir dieser Theorie folgen würden, hätten wir unsere humanistische Geschichte und unsere christliche Ethik vergessen. Wir würden uns in einem Dschungel befinden. Jeder gegen jeden. Vermutlich hätten wir unser Menschsein aufgegeben. Und für was? Für ein paar Rollen Klopapier? Für die Freiheit besoffen durch die Straßen zu grölen? Für die Freiheit Parolen von irgendwelchen selbsternannten Vordenkern vor dem Reichstag zu brüllen. – Leute, passt auf, es könnte gut sein, dass gerade ihr die Pandemie nicht überlebt. Impfen lassen wollt Ihr Euch ja ohnehin nicht.

Die Frage was wäre wenn ist absoluter Quatsch, denn eines kann man mit Sicherheit sagen. So oder so stehen wir vor den gleichen Problemen wie vor der Pandemie und keines davon ist gelöst. Der Klimawandel, die Umweltzerstörung, die Hitze und das Wasser werden uns Beine machen, in 20, 30 oder 50 Jahren. Wer heute um die 50 ist, ist nicht gezwungen sich darum zu kümmern. Er wird es nicht erleben. Wer um die 20 ist, hat das Große Los mit dem vollen Programm gezogen. Eigentlich ist es doch nur vernünftig und gerecht, wenn alle – gerade die Älteren – die jungen Aktivisten unterstützen, egal ob es sich um Fridays for Furture oder die die Naturfreunde vom NABU handelt. Niemand sollte sich darüber mokieren, dass ein paar Freitage lang die Schule ausfällt. Das Problem ist zu ernst!

Hausbesetzungen und der Kampf gegen Atomkraft, Endlager und unsinnige Start- oder Autobahnen war in den 70er Jahren ein Anfang. Viele sind damals bereits aufgewacht. Bündnis 90/Die Grünen sind ein Ergebnis davon. Das Ozonloch und der saure Regen, vergiftete Flüsse und Smog waren dicke Brocken auf dem Weg. Es muss also niemand sagen die Generationen vorher hätten nichts getan. Zu wenig vielleicht, aber die Zeit marschiert weiter. Und hoffentlich steht das große Erwachen noch vor dem großen Knall.

Aber ich bin zuversichtlich, denn der Mensch soll ja eine vernunftbegabte Ansammlung von Zellen sein. In den Zeiten der Internetkommunikation gehört hier ein nachdenkliches Smiley hin ….

Die Natur braucht uns nicht!

„Die Natur braucht uns (Menschen) nicht!“ – Das war vor einigen Jahren der Kernsatz eines Fernsehspots, in dem es um Umweltschutz ging. In der Kürze liegt die Würze, denn mit diesem Satz ist alles gesagt.

In unseren Tagen spricht alles vom Klimaschutz. Die Jungen gehen dafür auf die Strasse, zum einen weil es sie besonders betrifft, und zum anderen, weil sie sonst nicht gehört werden. Und es versteht sich von selbst, dass jeder Mensch seine Welt so behalten will, wie er oder sie es gewohnt ist. Sommer soll Sommer bleiben, nicht zu heiss, nicht zu windig, und Winter soll Winter bleiben, natürlich nicht zu kalt, um Heizkosten zu sparen. Mai und Oktober sollten verlängert werden, November und Januar könnten eigentlich auch ausfallen.

Wir sprechen vom Klimaschutz, aber das Klima muss nicht geschützt werden. Wir meinen eigentlich, dass wir uns – also unsere Spezies auf diesem Planeten – schützen müssen. Die Natur bzw. die Erde muss nicht von uns geschützt werden. Sie weiss sich im Zweifel selbst zu helfen und hat das wohl auch in den vielen Milliarden Jahren, die sie schon existiert, ein paar Male gemacht. Mal heiss wie ein Backofen, mal tiefgefroren und alle diese Phasen dauerten dann auch gleich wieder Millionen von Jahren. Die etwa 40.000 Jahre, die wir als Homo Sapiens auf dieser Erde spazieren, sind da nicht mal ein Wimpernschlag. Wir haben noch nicht mal eine wirkliche Eiszeit erlebt wie die Neanderthaler.

Die Erde mit ihrer langjährigen Erfahrung ist sich manchmal nicht sicher, waren diese lustigen Zweibeiner ohne ein richtiges Fell eigentlich vor den Dinosauriern da oder danach. Da war doch mal dieser riesige Klumpen, der nicht an der Erde vorbeifliegen wollte. Nach einiger Zeit intensiven Nachdenkens kommt die Erde zu dem Schluss, die schwer atmenden Zweibeiner sind ja immer noch da, also mussten wohl die Dinos dran glauben …

Ich bin mir sicher unsere Erde wird es noch lange geben, zumindest so lange bis es sich unsere über alles geliebte Große Vorsitzende, die Sonne, anders überlegt und krachend und dampfend explodiert. Die Natur bzw. die Erde denkt in anderen Zeiträumen. Zeiträume, die wir mit unseren kleinen grauen Zellen nicht erfassen können. Stellen Sie sich mal die Ewigkeit vor! Nein, das können Sie nicht. Aber in dieser Ewigkeit ist das Mittelmeer bereits 14 Mal komplett zur Salzwüste ausgetrocknet. Der Mensch, wenn er dann schon da gewesen wäre, hätte zu Fuß nach Grönland laufen können, denn dort waren Wälder und saftige Weiden. Die Alpen brachen erst sehr viel später durch die Erdkruste. 

Mit anderen Worten, Klimaschutz ist Selbstschutz für den Menschen, denn für uns Säugetriere kann die Luft knapp werden und das Wasser bis in Höhenlagen steigen. Das Nahrungsangebot kann knapp werden und der Mensch dezimiert sich selbst in Verteilungskämpfen, oder Seuchen tun ihr Werk. Die Natur wird das alles nicht bemerken. Auch wenn sie eine Eiskugel wäre, würde sie wissen, dass es auch wieder anders kommt. Das dauert dann aber eine Ewigkeit. Vielleicht existiert dann bald eine Spezies, die nicht auf exakt 27 % Sauerstoffgehalt in der Atemluft angewiesen ist und denken kann. Es wäre schon ein sagenhafter Witz der Natur oder hier des Universums, wenn sie dieses Experiment auf einem anderen Himmelskörper noch einmal gewagt hätte – gestern, heute, morgen oder vielleicht auch erst übermorgen.

Roboter zahlen keine Steuern

Künstliche Intelligenz  ist die dritte große wirtschaftliche, folgenreiche Revolution, nach der Erfindung der Dampfmaschine und der Nutzbarmachung des elektrischen Stroms, die unser Leben umkrempeln wird. Selbstständig lernenden Maschinen, Roboter, durch Algorithmen gesteuert, werden in unser Leben eindringen und vielleicht irgendwann im privaten Lebensbereich und in der Wirtschaft und Arbeitswelt völlig selbstverständlich sein. Für die Generationen danach hat es nie eine andere Welt gegeben. Wissenschaftler sagen voraus, dass 7 von 10 heutigen Arbeitsplätzen digitalisiert oder gleich ganz von Maschinen ersetzt werden können. Und da ist nicht etwa nur die Rede von Leichtlohngruppen oder angelernten Tätigkeiten. Rationalisierungen durch Maschinen treffen direkt oder indirekt alle Arbeitnehmer. Diese Entwicklung ist bereits in vollem Gange, nur eben in der Breite noch nicht sichtbar. 

Ob Roboter ein Gewissen oder ein Bewusstsein entwickeln können? Ob sie wissen, was Gemeinsinn und soziales Verhalten ist? Ob sie lieben können? Bei dem Tempo mit dem die Entwicklung voranschreitet, werden wir noch einige Überraschungen erleben.

Es sind vielleicht gar nicht die Maschinen selbst, die unser Leben durcheinander wirbeln werden. Es sind allein die Wirkungen und das Vorhandensein der intelligenten Maschinen, die unser Leben komplett verändern. Zur Freude der Wirtschaft zahlen Maschinen keine Steuern oder Sozialabgaben. Sie zahlen damit nicht für Straßen oder Schulen, sie zahlen nicht in die Kranken-, Arbeitslosen- oder Rentenversicherung ein und sie zahlen auch keine Diäten für Mitglieder des Bundestages. Es ist absehbar, dass die Menge Geld, die unser Staat und  unser Gemeinwesen zur Verfügung haben, weniger wird. Wo spart ein Staat zuerst? Nicht vor der nächsten Wahl, nein, aber gleich danach.

Roboter zahlen keine Steuern

Damit wir unser Leben, so wie wir es jetzt kennen, auch morgen noch leben können, muss es also gelingen die Wertschöpfung durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz für alle Menschen erreichbar zu machen. Roboter müssen für Kindergärten, Schulen, Straßen und Krankenhäuser zahlen. Die Früchte der durch KI erreichten hohen Produktivität darf nicht nur bei Shareholdern, Kapitalgesellschaften oder privaten Geldmenschen hängen bleiben. Die Arbeitsplätze, die durch KI wegfallen, sollten rechnerisch im Bruttosozialprodukt weitergeführt werden und damit einen gerechten Steueranteil für die intelligenten Roboter bzw. deren Eigentümer ermitteln. Auf dem Weg dorthin wird es allerdings viel Geschrei der Lobbyisten geben, denn das bedeutet, dass Unternehmen durch die Digitalisierung, digitale Spielereien und Anschaffung von Robotern keine Steuern sparen werden .. und nur durch die Qualität ihrer Leistung überzeugen können. Vielleicht hat unsere Auto- und Werkzeugmaschinenindustrie dieses bereits vernommen.