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…denn er wusste was er tat

Gestern gegen Abend – es muss wohl Mittag in Washington, DC gewesen sein – bin ich zufälligerweise in die Rede von Donald Trump gestolpert. Die wurde bei Phoenix im Zweikanalton übertragen. Ich hatte den Originalton eingeschaltet. Trumps üblicher Stil war es natürlich wieder mal mit unbewiesenen Beschuldigungen gegen alles und jeden auszuteilen. Er ist kein schlechter Redner und versteht es vorzüglich ohnehin frustrierte oder gewaltbereite Menschen aufzustacheln – auch wenn seine Lügen allzu offensichtlich sind. Menschen, für die Welt am Ende der Mainstreet aufhört, nehmen ihm seine Behauptungen als Fakten ab und sehen alles, was nicht in ihr kurzes Weltbild passt, als Fakennews und Betrug. Und Trump ist das bekannt. Er riskiert ganz bewusst Chaos und Gewaltausbrüche. Er setzt die Demokratie in Gottes eigenem Land, wie es zumindest die Amerika nennen, gewollt aufs Spiel und noch hat sich nicht herausgestellt in wie weit die Demokratie in dem Land Schaden genommen hat.

Die klassischen Medien in Amerika sind nach wie vor hervorragend und tatsächlich ein Korrektiv für die Legislative, Judikative und Exekutive – eine tragende und notwendige Säule der Demokratie eben. Aber in Amerika hat der vielgerühmte Kapitalismus ein Medienumfeld geschaffen, das ganz bestimmte Interessen verfolgt und mit Menschen nur noch jongliert. Und das auf allen Kanälen und dazu gehören auch die sozialen Medien. Böse Zungen behaupten, dass den Menschen in dem Mediengetöse nichts anderes übrig bleibt als abzuschalten oder in die Wälder zu ziehen.

In Deutschland hatten wir auch schon mal einen Hugenberg und eine „Reichsfilmkammer“ und einen Goebbels, während der Rundfunk gleichgeschaltet auf Gleichwelle sendete. Wer etwas anderes hören wollte als den staatlich verordneten Einheitsbrei, der riskierte sein Leben. Noch lässt sich das nicht 1:1 vergleichen, aber im Bereich des Fernsehen und des Rundfunks können wir froh und dankbar sein, dass die Engländer hier nach den 12 braunen Jahren ein System nach dem Vorbild der BBC installiert haben und das sehr lebendig ist. Man kann sich auf die sachliche und objektive Berichterstattung von ARD und ZDF verlassen.

Ich denke ein Marsch auf auf den Reichstag in Berlin wäre sinnvoll, wenn tatsächlich jemand daherkommen sollte und ARD und ZDF zugunsten privater „Werbeflächen“ abschalten wollte. Über die Haushaltsabgabe kann man streiten, richtig, aber mir ist eine gute Berichterstattung 20 Euro „Rundfunkgebühr“ im Monat wert. Ich möchte mich nicht auf die „Schwarmintelligenz“ der sozialen Medien verlassen müssen.

Die Natur braucht uns nicht!

„Die Natur braucht uns (Menschen) nicht!“ – Das war vor einigen Jahren der Kernsatz eines Fernsehspots, in dem es um Umweltschutz ging. In der Kürze liegt die Würze, denn mit diesem Satz ist alles gesagt.

In unseren Tagen spricht alles vom Klimaschutz. Die Jungen gehen dafür auf die Strasse, zum einen weil es sie besonders betrifft, und zum anderen, weil sie sonst nicht gehört werden. Und es versteht sich von selbst, dass jeder Mensch seine Welt so behalten will, wie er oder sie es gewohnt ist. Sommer soll Sommer bleiben, nicht zu heiss, nicht zu windig, und Winter soll Winter bleiben, natürlich nicht zu kalt, um Heizkosten zu sparen. Mai und Oktober sollten verlängert werden, November und Januar könnten eigentlich auch ausfallen.

Wir sprechen vom Klimaschutz, aber das Klima muss nicht geschützt werden. Wir meinen eigentlich, dass wir uns – also unsere Spezies auf diesem Planeten – schützen müssen. Die Natur bzw. die Erde muss nicht von uns geschützt werden. Sie weiss sich im Zweifel selbst zu helfen und hat das wohl auch in den vielen Milliarden Jahren, die sie schon existiert, ein paar Male gemacht. Mal heiss wie ein Backofen, mal tiefgefroren und alle diese Phasen dauerten dann auch gleich wieder Millionen von Jahren. Die etwa 40.000 Jahre, die wir als Homo Sapiens auf dieser Erde spazieren, sind da nicht mal ein Wimpernschlag. Wir haben noch nicht mal eine wirkliche Eiszeit erlebt wie die Neanderthaler.

Die Erde mit ihrer langjährigen Erfahrung ist sich manchmal nicht sicher, waren diese lustigen Zweibeiner ohne ein richtiges Fell eigentlich vor den Dinosauriern da oder danach. Da war doch mal dieser riesige Klumpen, der nicht an der Erde vorbeifliegen wollte. Nach einiger Zeit intensiven Nachdenkens kommt die Erde zu dem Schluss, die schwer atmenden Zweibeiner sind ja immer noch da, also mussten wohl die Dinos dran glauben …

Ich bin mir sicher unsere Erde wird es noch lange geben, zumindest so lange bis es sich unsere über alles geliebte Große Vorsitzende, die Sonne, anders überlegt und krachend und dampfend explodiert. Die Natur bzw. die Erde denkt in anderen Zeiträumen. Zeiträume, die wir mit unseren kleinen grauen Zellen nicht erfassen können. Stellen Sie sich mal die Ewigkeit vor! Nein, das können Sie nicht. Aber in dieser Ewigkeit ist das Mittelmeer bereits 14 Mal komplett zur Salzwüste ausgetrocknet. Der Mensch, wenn er dann schon da gewesen wäre, hätte zu Fuß nach Grönland laufen können, denn dort waren Wälder und saftige Weiden. Die Alpen brachen erst sehr viel später durch die Erdkruste. 

Mit anderen Worten, Klimaschutz ist Selbstschutz für den Menschen, denn für uns Säugetriere kann die Luft knapp werden und das Wasser bis in Höhenlagen steigen. Das Nahrungsangebot kann knapp werden und der Mensch dezimiert sich selbst in Verteilungskämpfen, oder Seuchen tun ihr Werk. Die Natur wird das alles nicht bemerken. Auch wenn sie eine Eiskugel wäre, würde sie wissen, dass es auch wieder anders kommt. Das dauert dann aber eine Ewigkeit. Vielleicht existiert dann bald eine Spezies, die nicht auf exakt 27 % Sauerstoffgehalt in der Atemluft angewiesen ist und denken kann. Es wäre schon ein sagenhafter Witz der Natur oder hier des Universums, wenn sie dieses Experiment auf einem anderen Himmelskörper noch einmal gewagt hätte – gestern, heute, morgen oder vielleicht auch erst übermorgen.

Wertvolle Reisetipps für Fast-Food-Junkies und andere

Man muss kein Freund von McDonalds oder Starbucks sein und man muss auch nicht auf FastFood oder übertrieben gesüssten Kaffee stehen, aber es lässt sich nicht wegdiskutieren: beide sind sehr beliebt. Beide schaffen es auf sehr subtile Weise eine Bindung zum „Kunden“ aufzubauen, und seien es auch nur die mit dickem Filzstift auf die Becher geschriebenen Vornamen der Kunden bei Starbucks. 

Beide aber tun so als ob sie auf Bio Wert legen und nur gesunde Nahrung oder Getränke anbieten. Man erinnere sich nur an Kaffee als Softdrink mit italienischem Namen verpackt und mit viel Zucker bestreut. Den Nährwert der Hamburger oder den Kaffeegeschmack kann ich nicht beurteilen, denn ich hab’s noch nie probiert. Meiner Ansicht nach passt aber nicht zum Image der beiden Unternehmen, dass sie die Welt mit ihren Plastik- und Wegwerfverpackungen und Bechern überschwemmen. Es dürfte auch diesen Unternehmen mittlerweile bekannt sein, dass viel zu viel Plastik und Microplastik bereits in der Welt ist. Und ganz sicher steckt auch bereits ein Stück davon in Ihnen, lieber Leser, und das nicht nur wenn sie Fisch essen. Beide Unternehmen würden natürlich, darauf angesprochen, sofort auf die Eigenverantwortung der Kunden verweisen. Aber wenn man dann so manche Strasse und so manchen Platz in den Städten anschaut, dann findet man es wieder bestätigt: der Menschen ist geistig und körperlich träge. Einfach zu dumm den Müll in eine der vielen aufgestellten Mülltonnen zu entsorgen. 

Natürlich ist auch ein interessanter Sidekick, wie diese Unternehmen mit ihren Mitarbeitern umgehen. Da geht einem deutschen Gewerkschafterherz so manches gegen den Strich. Aber gut, ich bin kein Insider und kann da nicht mitreden.

Was ich aber weiss und wo ich mitreden kann, ist, dass beide Unternehmen die besten und saubersten Toiletten für ihre Kunden bereithalten. Die verzweifelte Suche eines Reisenden nach einer öffentlichen Toilette in deutschen und europäischen Städten endet meistens mit dem erfreulichen und rettenden Anschlick eines McDonalds oder eines Starbucks. Diese Empfehlung sollte man in den Baedecker-Reiseführer aufgenommen werden. Ja, ich habe da meine Erfahrungen. Und ein gebrauchter Kaffeebecher mit dem Starbucks-Engel drauf steht auch meistens irgendwo leer und unbeaufsichtigt zum Mitnehmen herum. Man will ja mitreden können, auch wenn man dann „Charly“ oder „Susan“ heisst.

Fragt doch mal das Volk

Cari compagni umani in Europa,

La questione dei cosiddetti „Eurobond“, ovvero il mutuo soccorso in caso di crisi, sarebbe un’opportunità in cui il popolo tedesco dovrebbe infine essere posto. L’Europa non funziona senza il popolo. I tedeschi vogliono aiutare l’Italia e vogliono aiutare la Spagna. Solo il governo si adorna e può avere in mente solo gli interessi del capitale. Tuttavia, così come sono adesso, le persone sono pronte a condividere. Vogliamo costruire l’Europa e porre fine alla mancanza di democrazia dell’Europa. Questo dovrebbe finalmente arrivare alla Merkel.

Rassicurare tutti i critici che pensano di perdere qualcosa e ridistribuire il debito non sarebbe giusto: gli Eurobond sono destinati. Infine, abbiamo una crisi che colpisce tutti noi, ma che passa anche per un po ‚.

Queridos seres humanos en Europa:

La cuestión de los llamados „eurobonos“, es decir, ayuda mutua en crisis, sería una oportunidad en la que finalmente debería preguntarse al pueblo alemán. Europa no funciona sin la gente. Los alemanes quieren ayudar a Italia y quieren ayudar a España. Solo el gobierno se adorna y puede tener solo en cuenta los intereses del capital. Sin embargo, tan mal como están ahora, la gente está lista para compartir. Queremos construir Europa y poner fin a la falta de democracia en Europa. Eso finalmente debería llegar a Merkel.

Para tranquilizar a todos los críticos que piensan que están perdiendo algo y redistribuir la deuda no sería justo: los eurobonos están destinados. Finalmente, tenemos una crisis que nos afecta a todos, pero que también pasa por un tiempo.

Liebe Mitmenschen in Europa,

Die Frage der sog. „Eurobonds“, also der Hilfe auf Gegenseitigkeit in Krisen, wäre eine Gelegenheit, wo endlich auch einmal das deutsche Volk gefragt werden sollte. Europa ohne das Volk funktioniert nicht. Die Deutschen wollen Italien helfen und sie wollen Spanien helfen. Nur die Regierung ziert sich und hat womöglich nur die Interessen des Kapitals im Blick. Die Menschen aber, so schlecht es ihnen selbst auch derzeit geht, sind bereit zu teilen. Wir wollen Europa bauen und dem Mangel Europas an Demokratie ein Ende bereiten. Das sollte endlich bei Merkel ankommen.

Zur Beruhigung aller Kritiker, die meinen etwas zu verlieren und eine Umverteilung der Schulden wäre nicht gerecht, sei gesagt: Eurobonds sind zweckgebunden. Schliesslich haben wir eine Krise, die uns alle Betrifft, die aber auch einmal vorübergeht.

(Die Übersetzungen hat dankenswerterweise Google übernommen!)

Mit AKK und Volldampf zurück?

Ein allein auf Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen ausgerichtete Ansatz schafft keine europäische Identität, er zielt lediglich auf die Kooperation von Nationalstaaten. Kramp-Karrenbauer hat keine Idee von Europa, zumindest keine, die man akzeptieren könnte. Es ist manchmal unverständlich, wenn sie spricht. Daher muss man fast dankbar sein, dass sie sich jetzt schriftlich geäußert hat. Am Wochenende antwortete die Fast-schon- oder Möchtegern-Kanzlerin in der „Welt am Sonntag“ auf den europäischen Appell des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

1. Macron schlägt ein gemeinsames Sozialsystem vor, in dem alle Menschen in Europa Anspruch auf soziale Grundsicherung haben, auf gleiche Bezahlung am gleichen Arbeitsplatz und einen an jedes Land angepassten Mindestlohn. Kramp-Karrenbauer bürstet diese Ansinnen ohne viel Federlesens ab, sie wären „der falsche Weg“.

2. Macron will die Reduzierung der CO2-Emissionen auf Null bis 2050 und 50 Prozent weniger Pestizide bis 2025 festschreiben. Annegret Kramp-Karrenbauer hält davon wenig: „Mit ambitionierten Festlegungen europäischer Ziele und Grenzwerte ist allerdings noch nichts erreicht.“ Tja, aber wie denn sonst? Während Macron alle politischen Anstrengungen, alle EU-Institutionen dem Ziel des Klimaschutzes unterordnen möchte, hat Kramp-Karrenbauer vor allem den Schutz der Wirtschaft im Sinn. Macron hat begriffen, dass es ohne ernsthaften Klimaschutz bald keine Grundlage mehr für erfolgreiches Wirtschaften geben wird. Kramp-Karrenbauer offenbar nicht.

3. Wenn Macron die Idee eines Europäischen Sicherheitsrates betont, in dem gemeinsam die Verteidigung Europas organisiert werden soll, fällt Kramp-Karrenbauer sogleich ein, dass übrigens auch ein „Nationaler Sicherheitsrat“ in Deutschland eine „sehr bedenkenswerte Idee“ sei.

4. Der Franzose will mehr Gemeinsamkeiten, AKK meint, dass ohne die Nationalstaaten“ nichts geht. Macron arbeitet auf eine tatsächliche europäische Integration hin. Kramp-Karrenbauer möchte zurückgehen, hin zu einer vor allem wirtschaftlich ausgerichteten Zusammenarbeit mit gemeinsamer, strikter Grenzsicherung. Zurück zu einer EWG mit gemeinsamer Verteidigung, aber ohne dabei, wie noch Helmut Kohl, das große europäische Aussöhnungs- und Friedensprojekt im Auge zu haben, und ohne die Bereitschaft, den deutschen Wohlstand zu teilen.

5. Das Wort „Solidarität“ findet sich in ihrer Antwort an keiner Stelle, sie fordert lieber einen „Binnenmarkt für Banken“.

 

Bei all diesen Quergedanken sollte man nicht vergessen: Die Wähler haben es in der Hand. Soll es mit Europa vorangehen oder zurück.

Macht den 25. März zum Feiertag!

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 auf dem Kapitol in Rom war eine Geburtsstunde. Und das war denen, die die Verträge damals unterzeichneten, auch durchaus bewusst. So sprach der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer in seiner Rede von einem „großen Schritt“ zur Einigung Europas.

Sechs Länder taten sich zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und zur Europäischen Atomgemeinschaft zusammen: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande und Luxemburg. Fünf dieser Länder waren im zweiten Weltkrieg von Deutschland besetzt gewesen. Die Politiker, die die Verträge ausgehandelt hatten, hatten den Nazi-Terror erlebt – und gerade das sorgte für eine Annäherung.

Europa braucht identitätsstiftende Daten und Symbole. Ein jährlich wiederkehrender, gemeinsam begangener Feiertag wäre da doch eine Idee. Und hier bietet sich der 25. März als „Europa-Tag“, natürlich schul- und arbeitsfrei, an.