19 Uhr Fellnasen-Kino

 

In den letzten Tagen hatten wir wirklich kalte Nächte, teilweise bis -12 oder sogar 17 Grad Celsius. Bemerkenswert fand ich, daß meine diversen Fellnasen bei Kälte ganz schnell ihren Bildungsbedarf entdecken und tatsächlich pünktlich zur „heute“-Sendung im ZDF sämtlich Sessel vor dem Fernseher besetzen. Pummel, die Chefin, führt natürlich das Wort: „Nun, mach hin, es ist gleich 19 Uhr!“

Auch Tello, der Kater, der eigentlich immer nur auf Durchreise ist, findet sich ein und besetzt seine Fensterbank. Rieke liegt schon länger in eine Decke eingekuschelt auf dem Sofa und zwinkert nur „Nun?“ – Ja, dann können die Nachrichten kommen …

Den Wetterbericht warten alle Drei nicht ab. Pummel bemerkt: „Ich weiss selbst, wie das Wetter wird!“ – Tello und Rieke sind schon wieder draussen, nur mal frische Luft schnappen, wie sie sagen. Dann bleiben sie aber doch oft gleich in der freien Natur. Da ist es trotz Kälte wohl auch viel interessanter. Nur Pummel blickt mich bei Rausgehen fragend an, ob ich denn auch YouTube hätte. „Da gibt es doch immer diese Filme, wenn Katzen Unsinn machen. Das sehe ich gerne! Ich bringe Dir auch wieder eine Maus mit“.

Ja, meine Fellnasen sind wohl klüger als ich dachte. Und auch besser informiert. Ich will nicht unhöflich sein, aber die Maus lehne ich dankend ab.

Das Superwahljahr 2021

Oh, ja, wir dürfen mal wieder wählen und das ist gut so! Aber haben wir eine Wahl? Um das herauszufinden zum jetzigen Zeitpunkt, schaue ich mir das Angebot mal genauer an. Dabei orientiere ich mich an meiner eigenen Einstellung zum gesellschaftlichen und politischen Leben in diesem Land. Diese Einstellung möchte ich auf dem Spielfeld mal links von der Mittellinie verorten. Oberstes Gebot ist, wenn es allen gut geht, dann darf es auch Millionäre in einem demokratischen Land geben.

Bei der CDU ist nach 16 Merkeljahren die Luft raus. Die Partei verliert sich im Klein-Klein, Mitreißendes und Fortschrittliches ist da nicht zu erwarten. Der Maskenskandal und die Merz-Anbiederungen sind nur ein Symptom des Niedergangs. Rettung nur durch die CSU möglich? Vielleicht, wenn Herr Söder noch ein paar Bäume umarmt.

Die SPD, wo ist die denn geblieben? Die älteste Partei Deutschland hat ihre Wählerschaft verloren und schrumpft mit „Wummms“. Wie heißen die Vorsitzenden nochmal?

Die FDP ist Lindner und Lindner ist FDP und die möchte gern irgendwo und irgendwie an die Futtertröge. Auch nichts Neues!

Die Grünen sind die echten Konservativen und zugleich neigen sie zu Bevormundung. Law and Oder? Der wahre Erfolg der Grünen ist, dass grünes Gedankengut bei allen anderen angekommen ist. Mittlerweile sind sie in der östlichen Vorstadt (Bremen) etabliert.

Die LINKE ist immer noch da, wo sie herkommt. Warum gibt eigentlich keine soziale und demokratische Linke in Deutschland, die auch mal laut wird? Weil die SPD immer noch in der Denkweise der Kleingartenrepublik BRD zu Hause ist? Oder die Linke immer noch den Stallgeruch der SED vor sich herschiebt?

Die Alternative für Deutschland war mal eine echte Alternative für Deutschland, bis sie von den Ultrarechten und anderes Verschwörungsfans gekapert wurde. Trotzdem sollten alle anderen Parteien sie nicht stereotyp als Nazis über einen Kamm scheren, denn das Wählerpotenzial ist groß, sehr groß sogar. Die anderen sollten mal hinhören.

Andere Parteien lohnt es sich nicht zu erwähnen.

Mein Eindruck ist, alle Parteien machen sich klein und ducken sich weg. Die Probleme, die angegangen werden müssten, sind zu groß für Provinzpolitiker: Klimawandel und die Folgen, Schuldenberg durch Corona, Bildungsmisere, fehlende oder sanierungsbedürfige Infrastruktur, Vetternwirtschaft und nicht zuletzt Lobbyismus auf allen Ebenen nebst Korruption. Ein echter Staatsmann oder eine echte Staatsfrau, wie wir sie vor langer Zeit mit Konrad Adenauer, Willi Brandt, Helmut Kohl oder Gerhard Schröder hatten, ist nicht in Sicht. Eher schon Nüssleins und Löbels.

Ich werde zur Wahl gehen bzw. Briefwahl beantragen. Aber ich habe wenig Hoffnung, dass sich irgendetwas ändert oder verbessert.


Taschenspieler*innen-Tricks

Früher begann eine Rede, z.B. zur Eröffnung der XII. Taschenrechner-Olympiade an die versammelten Mannschaften, mit den Worten: „Liebe Taschenrechner, heute ist es uns gelungen den Kartoffel-Pilz zu besiegen!“ – Heutzutage haben wir ein Problem damit die politisch korrekte weibliche Form auszudrücken und in motivierenden Ansprachen zu verwenden. Gleichheit der Geschlechter ist – richtigerweise – oberstes Gebot und das nicht nur im Hinblick auf Berufschancen und Bezahlung. Aber drückt sich Respekt und Würdigung tatsächlich in nahezu unaussprechlichen und überlangen Worten und Anreden aus? Billardspielerhauptverbandsvorstehende….

Noch vor kurzem hätte eine solche Rede mit den Worten begonnen: „Liebe Taschenrechnerinnen und Taschenrechner, der Kartoffelpilz hat wieder zugeschlagen!“ – Um es mir persönlich einfach zu machen, und um niemanden zu benachteiligen, habe ich zuletzt immer die Formel benutzt: „Liebe TaschenrechnerInnen!“ – Schriftlich passt das, aber in gesprochener Form fühlt sich die andere Hälfte der Menschheit ausgegrenzt und nicht gewürdigt.

Der Duden, die Denkstube der deutschen Sprache, bemüht sich stets politisch korrekt zu agieren und im Trend der Zeit zu liegen. Er schlägt nun folgende Formel vor : „Liebe Taschenrechner*innen“, oder, noch besser: „Liebe Taschenrechnende“. Irgendwie gehen diese völlig vergeistigten Konstrukte am Sprachgefühl vorbei und bilden keineswegs die gesprochene Realität ab. Das ist die Gentrifizierung der deutschen Sprache und viele Behörden, Dienste und Unternehmen fühlen sich bemüßigt dabei mitzumachen.

Ich bleibe bei „Liebe Taschenrechnerinnen und Taschenrechner!“ – Das macht zwar etwas mehr Denk- und ggf. Schreibarbeit, aber als Kavalier der alten Schule halte ich den Damen ja auch die Tür auf und lasse ihnen den Vortritt. Gleichberechtigung ist eben kein Buchstabensalat!

Der chinesische Weg, europäisch verkleidet

Der Euro ist in Deutschland gesetzliches Zahlungsmittel. Ich kann also überall meine Rechnungen auch in bar bezahlen. Es wäre ja noch schöner, wenn ich für den Vorgang des Bezahlens noch eine Gebühr zu zahlen hätte, so wie es bei Kartenzahlung der Fall ist. Hier kassiert nicht etwa der Verkäufer, – er bezahlt eher noch sogar einen kleinen Eigenanteil – sondern das Kartenunternehmen.

Das Bezahlen mit Bargeld ist also nicht nur die klassische Methode Geld zu transferieren, sondern auch die modernste. Sie ist noch dazu unabhängig und frei von staatlicher oder sonstiges Überwachung, die bei Kartenzahlung oder Zahlung mit dem Wischtelefon jederzeit möglich ist. 

Der europäische Gerichtshof (EuGH) scheint aber in einer digitalisierten Cloud zu leben. Sein letztes Urteil ist wenig bekannt. Er wiederholt zwar, dass der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist, auch in bar, und dass alle Stellen Barzahlung akzeptieren müssen. Er schränkt aber ein, dass jedes Land, jeder Staat, seine Verwaltung anweisen kann Barzahlungen abzulehnen und bargeldlose Zahlungen einzufordern – notfalls mit Mahnbescheiden. In Endeffekt müsste ich also für den Vorgang des Bezahlens selbst noch mal bezahlen, in dem ich z.B. ein Konto einrichte. Damit hätten wir dann wieder die totale Überwachung.

Der nächste Schritt wäre dann die Einführung von Bonuspunkten für soziales und finanzielles Wohlverhalten der Bürger. Wer jährlich nur weniges Bonuspunkte sammelt, darf bei Rot über Ampeln gehen. Das ist der chinesische Weg, nur europäisch verkleidet.

28 cm Kassenbon

Das ist der Kassenbon für eine Stange Zigaretten in einem Tabakladen. Er sieht übrigens genau so aus, wenn nur ein Kaugummi, eine Briefmarke oder ein Brötchen gekauft wurde. Ein Kassenbon ist normalerweise ein kleiner Nachweis, dass der Händler den Kaufbetrag erhalten und der Kunde den Kaufbetrag bezahlt hat. Aber was ist schon normal in diesen Zeiten, denn dazu hätte in diesem Fall ein Kassenbon in der Länge von 8 cm ausgereicht, incl. Name, Anschrift und Telefon des Händlers. Aber nein, es müssen neuerdings jede Menge kryptische Daten wie Process Data, Signaturzähler und Signatur, Time-Format und ein Public Key ausgedruckt werden. Vieles davon in endlos langen Zahlenreihen sowie einem QR-Code, damit auch die dümmste Maschine das versteht. Nur der Mensch versteht es nicht, und fragt sich, was diese Papierverschwendung soll? Auch müssen die Händler viele, viele Extra-Papierrollen anschaffen und das für nichts und wieder nichts.

Die Händler würden, wenn es denn sein muss, etwas Gutes tun, wenn sie gleich neben der Kasse Papierkörbe aufstellen würden, damit dieses viele Kassenrollen-Papier nicht gleich in die Umwelt gelangt.

Wir treffen uns um 12 Uhr nach der Pandemie

Vor einem Jahr etwa brach Corona über uns herein. Unser Leben musste sich total verändern. Die AHA-Regeln haben wir mittlerweile (fast) alle verinnerlicht – Abstand, Hygiene, Atemschutz. Menschen ohne Maske wirken fast schon irgendwie fremd. Und trotzdem: Verdammt, es ist nicht normal! Es zeigen sich die Fehler der Vergangenheit, wie z.B. Vernachlässigung des Katastrophenschutzes und des öffentlichen Gesundheitswesens, die Schwachstellen des Föderalismus und auch komplette Fehlbesetzungen in der Ministerriege. Von der ach so hoch gelobten Digitalisierung wollen wir erst gar nicht reden. Deutschland ist (und bleibt noch lange Zeit) ein Funkloch.

Mit den Symptomen des Virus hatte ich bereits im März des vergangenen Jahres Bekanntschaft gemacht und bis auf den zeitweisen Geruchs- und Geschmacksverlust ist nicht zurückgeblieben – bis jetzt, Toi, Toi, Toi!  Ich halte mich an die diversen Regeln, wenn ich da noch durchblicke, aber ansonsten lebe ich mein Leben so wie gewohnt. Wenn ich einen Impftermin bekomme (Jahrgang 1955) bzw. wenn ich eingeladen werde, dann werde ich die Impfung wahrnehmen, so wie ich in jedem Jahr die Grippeschutz-Impfung wahrnehme. Der Impfstoff ist mir dabei ziemlich egal. Aber um alles andere kümmere ich mich nicht mehr, Masken habe ich genug. Die unendlichen Corona-Extra-Sendungen im Fernsehen verfolge ich nicht mehr und auch nicht die endlosen Talkshows.

Mir ist aber klar, wer in der Stadt, in beengten Wohnverhältnissen und ohne die Möglichkeit auszuweichen oder mal rauszukommen, lebt, muss langsam verrückt werden. Und auch wer durch die Corona-Maßnahmen arbeitslos ist oder als selbstständiger Kleinunternehmer um seine Existenz bangen muss, hat mein Verständnis und meine volle Unterstützung. Der Ton wird rauer und manche der unverständlichen und auch unlogischen Vorschriften und Anordnungen tragen dazu bei. Das kann man sich für später merken: wir brauchen kompetente Leute in den diversen Regierungen und im Bund. Was ist das für eine Verwaltung, die sich freut bekanntgeben zu können, dass ab jetzt die für Oktober und November des letzten Jahres vorgesehenen Hilfen „ausgezahlt“ werden können. Da krachen Existenzen zusammen. Andererseits höre ich immer nur: hier ein paar Milliarden, dort mal 10 Milliarden oder mehr. Geld muss verdient werden. Man scheint sich darauf zu verlassen, dass die nächsten Generationen das tun – zusätzlich zu den Kosten des Klimawandels in einer völlig veränderten Welt. Gegen das, was in Sachen Klima auf uns zu kommt, ist das Corona-Desaster wohl nur ein Kinderspiel. Nichts gegen Kinder und das Spielen, denn Spielen ist genau so lebenswichtig wie das Atmen und das Zähneputzen.

Martin Luther hat treffend bemerkt: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, dann würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“. Recht hat er.

Also: Wir treffen uns um 12 Uhr nach der Pandemie! Bleibt munter!


In Kirchen wieder „Frühstücksbuffet“?

Fussnägelschneiden auf gemeindeeigenen Rasenflächen wieder erlaubt?

Beste Werbung für die Telegram-Gruppe „Denkbox“?

 

Ist das Retro oder Melancholie

Nun ja, ich habe mir ein Kleines Kassetten-Radio gekauft, mit dem ich MP3-Dateien wieder auf eine Audio-Kassette bannen kann. Alles völlig gegen den Trend der Zeit. Das war wohl der Grund, warum ich lange nach einem solchen Gerät suchen musste. Meine alten Geräte hatte leider vor langer Zeit verschenkt oder verkauft.

Nach dem ich meine Musik passend auf 2 x 45 min.-Kassetten zusammengestellt und das Gerät in meiner Bastelwerkstatt zu ersten Mal richtig eingeschaltet hatte, kam so etwas wie Melancholie auf. Ich war 30 oder 40 Jahre zurück versetzt. Die alten Hits mit Grundrauschen und auch Knacken, Countrymusic oder auch die Charts von 1975, und sofort hatte ich gute Laune. Wo steht das Klavier! Energie, die ich in diesen öden Corona-Zeiten gut gebrauchen kann. Erfreulicherweise wird es Frühling in unseren Breiten und ich war schon oft mit Hank Snow und dem „Canadian Pacific“ auf der Reise durch Kanada …Jambalaya, Move it on over … – Aber mit dem echten Mittelwellen-Sound macht es echt mehr Spaß und hebt die Stimmung. Probieren Sie’s mal.