Katzen und Geschichten

  Kategorie „Katzen“ 

Ich stelle Ihnen hier meine Fellnasen einfach mal kurz vor. Viele sind schon über die Regenbogenbrücke gegangen. Zur Zeit leben zwei – Pummel und Schmidtchen – bei mir.

„Pünktchen“ (geb. 1998) in ihrer guten Zeit. Sie hat sich wie alle Katzen überhaupt, ans und ins Haus gearbeitet. Sie war „Vaddern’s Katze“ und folgte ihm überall hin. Sie hat zweimal Junge bekommen. Dazu gehörten „Knalloog“ und „Teddy“ (so hiessen alle Braunen).

Sie kannte ihr Revier und regelmässige Kontrollgänge gehörten zu ihren Gewohnheiten. Pünktchen ist 2011 im Sommer verstorben. Sie hatte vermutlich ein hohes Alter erreicht und schlief sanft und friedlich in ihrem Körbchen ein.

Und zwischendurch (2002) kam „Micky“, und wie! Sie hat sich ebenso herangearbeitet, d.h. ihre Jungen im Gartenzelt untergebracht. Da konnte Muddern nicht anders. „Mickey“ wurde Muddern’s Katze. Zwischen Pünktchen und Micky herrschte dauernd Kriegszustand. Die eine gönnte der anderen nichts, aber beide haben ihr Zuhause verteidigt.

Micky war bis zuletzt munter und pflegte ihre Gewohnheiten. Anfang 2017 zog sie sich zurück in ihr Körbchen und verstarb Ende Februar.

„Knalloog“ – eine Tochter von Pünktchen – hatte mich und das Holzhaus als ihr Domizil ausgesucht. Sie hatte das gleiche Wesen wie Pünktchen. Leider nur kurz, denn sie ist im Sommer 2001 von einem Auto angefahren worden und hatte einen komplizierten Bruch direkt über dem Kniegelenkt. Sie musste nicht lange leiden.

„Blacky“, ein Sohn von Pummel, setzte sich immer sofort in Positur, wenn er eine Kamera sah, hatte nur ein kurzes Leben. Er wurde von einem Auto überfahren und hat sich noch in die Garage geschleppt (2011).

Auf diesem Bild sieht man das schauspielerische Talent von Blacky.

Und das ist „Pummel“, eine anschmiegsame Katzendame. Sie war sofort im Haus, als sie endlich von der Last befreit war dauernd Kinder zu bekommen.

Man sieht es ihr nicht an. Aber ihr ist kein Baum zu hoch, kein Weg zu weit – ein Naturkind eben. Und dabei weiss sie genau, wann sie ihre Streicheleinheiten holen kann.

„Gerhard“, auch ein Sohn von Pummel, war Fussballfan. Er lief immer hierher, wenn ich mir mal ein Fussballspiel im TV ansehen wollte. Drolliger Kerl. Im Februar 2014 lag er plötzlich tot im Schuppen. Er hat es geschafft aus dem Katzenkorb zu entwischen, als ein Katzenfreund ihn abholen wollte. Dann ist er geblieben.

Der „Professor“ (ca. 2009) – Neugier ist ein Kennzeichen von ihm. Er krabbelte auch auf Bäume, von denen er sich nachher nicht wieder herunter traute. So habe ich ihn aus der großen Eiche gepflückt. Es hat eine Weile gedauert, bis er Vertrauen fasst, aber dann kletterte er die Leiter herunter. Seit der Zeit will er mein Freund sein. Ist er auch! Leider ist er am 17.12.2018 verstorben. Er musste eingeschläfert werden, da er schwer krank war.

„Schmidtchen“ ist der bislang Letzte im Bunde. Er hat sich im Winter 2016/17 herangearbeitet oder ist „nach Hause“ gekommen. Er wohnt seit dem auf der Küchenfensterbank. Versteht sich gut mit dem Professor. Es könnten sogar Brüder sein (Aus der Dreierbande).

Maxi und ihr Bruder, Mini, fühlten sich hier zu Hause. Sie wurden durch den Tierschutzverein Lilienthal, Grasberg und Worpswede zusammen in eine liebe Familie vermittelt.

Es kommt wie es kommen muss. Ryke, die allerdings lieber mit vollem Namen Eurydike angesprochen werden möchte, arbeitet sich langsam, aber sicher, an die Fressnäpfe heran. Die Story geht weiter!

Ich kann sie nicht alle aufzählen, alle Katzen und Kater, die uns kurz oder lang gesucht und ein kleines Glück gefunden haben und die manchmal auch einfach so wieder verschwanden. Manche sind irgendwo über die Regenbogenbrücke gegangen und manche haben hier ein Zuhause gefunden und sind geblieben. Mir haben sie viel gegeben und sie tun es immer noch!

Pummel sitzt wieder einmal neben mir und zeigt auf die Tastatur. Ich soll unbedingt nochmal die kleine Fotogallerie erwähnen. Da gäbe es auch ein Bild aus ihren „Wilden Jahren“ zu sehen, sagt sie.

Wie kam der „Professor“ zu seinem Namen? „Professor“ ist doch kein Name für einen jungen Kater, oder? Aber ja, doch! Von Anfang an, bitte.

Der „Professor“ ist irgendwann um die Jahreswende 2007/2008 auf einem benachbarten Bauernhof geboren. Wie das bei einem Bauern so ist, da gibt es auch einen Hund. Das Verhältnis „Hund & Katze ist sprichwörtlich. Jede zweite Katze kommt mit einem Hund nicht gut aus. So war es auf diesem Bauernhof auch. Jede zweite Katze flüchtete und suchte sich ein neues Zuhause. So war es, wie ich mich erinnere, seit Urzeiten. Nächste Nachbarn waren wir, damals noch meine Eltern, und für die Katzen wahrscheinlich das Paradies. 

Der „Professor“ ist damals mit ganz vielen Geschwistern ausgewandert. Er war einfach da, fiel jedoch sofort durch seine Neugier auf. Er musste alles von innen und außen inspizieren, riechen, schmecken und schlürfen. Und er suchte Kontakt zu Menschen.

Einer dieser Entdeckungsstreifzüge führte ihn auf eine hohe Eiche, immer höher und höher. Ich weiß nicht, was er dort oben zu finden hoffte. Er wird aber wie immer ein höheres, wissenschaftliches Interesse verfolgt haben. In seinem Eifern hat er aber nicht bemerkt, dass die Luft dort oben immer dünner wurde und die Äste immer schmaler. Die Folge war ein völlig verunsicherter Kater, der hoch oben in der Eiche herzzerreißend miaute. Er bewegte sich nicht mehr von der Stelle.

Irgendwann habe ich mir eine Holzleiter geschnappt und bin damit aufs das Carport-Dach geklettert. Oben angekommen war ich dem hilflosen „Professor“ noch nicht viel näher gekommen. Es fehlten noch gut acht Meter, soviel wie die Leiter lang war. Da der Ast, auf dem der „Professor“ saß, noch einen Meter darüber war und es keinen Ast zum Anlegen gab, war guter Rat teuer. Ich habe die Leiter dann aufgerichtet und mit den Knien in die Richtung des „Professors“ ausbalanciert, fast frei schwebend über dem Rand des Daches. Nach 10 Minuten verließen mich fast die Kräfte. Es war ein Kraftakt die Leiter im richtigen Winkel in Richtung „Professor“ aufrecht zu halten. Auch das viele gute Zureden half nicht, der „Professor“ bewegte sich nicht. 

Plötzlich, ich war kurz davor aufzugeben, sprang der „Professor“ gut einen Meter herunter und klammerte sich schlotternd an die oberste Sprosse der Leiter. Mit allerletzter Kraft konnte ich die Leiter samt dem daran hängenden Kater langsam zu Boden lassen. Kaum auf dem Boden angekommen, war der „Professor“ wieder ganz der alte. Er sprang hoch und landete gleich auf meiner Schulter, schnurrend, quiekend und …. lachend. Ja, tatsächlich lachend. Er wollte mich gar nicht wieder loslassen an dem Tag.

Von dem Tag an war ich sein Freund und Dosenöffner. Der „Professor“ ist am 17.12.2018 verstorben.

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