Fakten zur Facebook-Goldgrube

Wie bewertet man ein Unternehmen, das keine Umsätze veröffentlicht? Microsoft hatte früh erkannt, dass Facebook großes Potenzial hat und kaufte sich 2007 beim sozialen Netzwerk ein, um damit einen Einstieg von Google zu verhindern. Für einen Anteil von 1,6 Prozent zahlte Microsoft damals 240 Millionen Dollar, Rückblickend ein echtes Schnäppchen. Kürzlich gab es von Goldman Sachs eine weitere Kapitalspritze. Hochgerechnet würde der Gesamtwert von Facebook derzeit 50 Milliarden Dollar betragen. Inzwischen rennen Anleger dem sozialen Netz die Bude ein, alle wollen an Facebook mitverdienen. Erstmals gewährte Facebook-Gründer Zuckerberg potenziellen Investoren Einblick in die Geschäftszahlen: Von Januar bis September vergangenen Jahres machte das Utnernehmen einen Netto-Gewinn von 355 Millionen Dollar. Bei einem Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar ergibt das eine Rendite von 30 Prozent. Eine lohnende Investition.

Gründung
Facebook wurde im Februar 2004 gegründet. Ursprünglich ermöglichte die Website Studenten von US-Hochschulen, sich per Internet zu vernetzen und auszutauschen. Doch schnell zog das soziale Netz weite Kreise. Innerhalb kurzer Zeit wurde Facebook auch für andere Nutzer geöffnet. Inzwischen ist von der studentischen Vergangenheit nur der Name übrig: Facebooks nennt man die Bücher, die neue Studenten an manchen amerikanischen Colleges zur besseren Orientierung auf dem Campus erhalten. Darin sind andere Studenten der jeweiligen Hochschule abgebildet.

Gründer Mark Zuckerberg
Mark Elliot Zuckerberg, geboren 1984, ist der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Facebook. Mark Zuckerberg hat Psychologie studiert, das Studium aber ohne Abschluss abgebrochen. Bevor er Facebook gründete, versuchte sich Zuckerberg – erfolglos – an verschiedenen Webprojekten. Mark Zuckerberg gehören 24 Prozent der Facebook-Anteile, damit ist er größter Anteilseigner. Ihm folgen Digital Sky Technologies und Accel Partners mit jeweils mit 10 Prozent.

Auch der Softwareriese Microsoft ist mit 1,6 Prozent an Facebook beteiligt. Mark Zuckerberg ist einer der jüngsten lebenden Milliardäre der Welt. In der aktuellen „Forbes“-Liste der reichsten Amerikaner belegt Zuckerberg den 35. Rang. Mark Zuckerberg trägt bei öffentlichen Auftritten gerne Badelatschen. Generell pflegt der Facebook-Chef einen eher unkonventionellen Stil: Angeblich wohnt Zuckerberg noch immer in seiner kleinen Studentenbude und schlief bis vor kurzem sogar noch auf einer Matratze, die direkt auf dem Boden lag.

Neben Zuckerberg sind Dustin Moskowitz und Chris Hughes Mitgründer des Online-Netzwerks. Hughes gilt als Kopf der sozialen Web-Kampagne für die Präsidentschaftswahl von Barack Obama. Moskowitz verließ Facebook 2008, um ein eigenes Unternehmen zu gründen. Bei Wikipedia wird auch Eduardo Saverin als Gründer geführt. Er verließ Facebook nach kurzer Zeit im Streit und erkämpfte sich das Recht, auch Gründer genannt zu werden.

Investor Peter Thiel
Der in Deutschland geborene Peter Thiel hält einen großen Anteil an Facebook. Bevor sich Thiel bei Facebook engagierte, investierte der Finanzmanager 1998 rund 280.000 Dollar in Paypal und wurde dessen CEO. Nachdem Paypal an Ebay verkauft wurde, gründete Thiel mit seinem Anteil vom Erlös einen Investmentfonds. Thiel stellt nicht nur Start-up-Unternehmen Kapital zur Verfügung, er finanzierte die satirische Filmkomödie „Thank You for Smoking“ und unterstützt Forschungseinrichtungen. Außerdem zählt Thiel zu den 1000 besten Schachspielern der USA.

Privatsphäre nicht mehr zeitgemäß
In einem Interview nennt Zuckerberg die Privatsphäre „nicht mehr zeitgemäß“, er hält sie für ein „überholtes Konzept“. Seine Ansicht begründete der Facebook-Gründer damit, dass mehr und mehr Nutzer freiwillig immer mehr von sich persönlich preisgeben. In Deutschland findet diese Ansicht wenig Gegenliebe: Die Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) kritisiert Facebooks Umgang mit privaten Daten scharf.

Investition aus Russland
Das russische Investement-Unternehmen Digital Sky Technologies hat im Mai 2009 für 200 Millionen Dollar einen Facebook-Anteil von 1,96 Prozent erworben. Inzwischen hält das Unternehmen 10 Prozent am Unternehmen. Facebook erhofft sich, mit diesem Teilhaber besseren Zugang zum lukrativen russischen Markt zu erhalten, schließlich ist Digital Sky Technologies auch an russischen Online-Netzwerken beteiligt.

Microsofts Schnäppchen
Microsoft hat sich 2007 für 240 Millionen Dollar bei Facebook eingekauft und besitzt nun 1,6 Prozent des sozialen Netzwerks. Gerne hätte Microsoft-Chef Steve Ballmer einen größeren Anteil erworben, ein früheres Gebot lag deutlich höher, Insider sprechen von bis zu 500 Millionen Dollar.

Auch Google war an einer Beteiligung interessiert. Schließlich gab Mark Zuckerberg dem Windows-Konzern den Zuschlag. Microsoft konnte allerdings ein paar Sonderregelungen aushandeln, so hat der Konzern trotz des geringen Anteils mehr Mitbestimmungsrechte als andere Eigentümer. Zudem kann Microsoft das Online-Netzwerk für weltweite Werbeaktionen nutzen.

Übernahmeversuche
Mehrere Konzerne, darunter Yahoo und Viacom, wollten Facebook komplett übernehmen, die Gründer lehnten alle diesbezüglichen Angebote ab.Es gibt sogar Gerüchte, dass Apple-Chef Steve Jobs an einer Übernahme interessiert sei. Mark Zuckerberg sagte in einem Interview, dass man mit Facebook unabhängig bleiben wolle.

Verschwörungstheorie
Die Risikokapitalfirma Accel Partners investierte mehrere Millionen Dollar in Facebook. Dessen Vorstand ist gleichzeitig CEO von In-Q-Tel, einem Unternehmen, das sich auf Data Mining spezialisiert hat und von der CIA gegründet wurde. Die Spekulationen über diese Konstellation schießen ins Kraut. So wird in vielen Blogs unterstellt, dass Facebook von der CIA gegründet wurde, um besser an die Daten der vernetzten Welt zu gelangen.

Anwerbung
Wollen Sie Agent werden? Der US-Geheimdienst Central Intelligence Service (CIA) ist auch auf Facebook aktiv. Ob das Profil im sozialen Netzwerk dazu dient, mehr über andere Nutzer zu erfahren, ist nicht bekannt. Dafür veröffentlicht der CIA auf Facebook, wenn der Geheimdienst neue Mitarbeiter rekrutieren möchte

Nutzer
Nach eigenen Angaben hatte Facebook inzwischen weltweit weit über 500 Millionen aktive Nutzer, darunter auch viele Prominente. Schauspieler und Politiker haben weltweit Facebook für sich entdeckt, um auf sich aufmerksam zu machen. Bei der US-Präsidentschaftswahl nutzte Barack Obama das soziale Netzwerk sehr erfolgreich. Auch deutsche Poltiker wie Angela Merkel, Guido Westerwelle und Franz-Walter Steinmeier legten sich für den Bundestagswahlkampf 2009 eigene Profile zu. Facebook ist ein internationales Phänomen, derzeit gibt es rund 70 Sprachversionen der Website. Auch in Indonesien spricht man „Facebook“.

Technik
Durch das schnelle Wachstum von Facebook musste auch die Infrastruktur angepasst werden. Um den derzeit weltweit mehr als 500 Millionen Nutzern einen schnellen Zugang zu ihren Profilen zu gewährleisten, nutzt Facebook etwa 30.000 Server für die Sicherung und Weiterleitung der riesigen Datenmengen

„Farmville“
Lange galt Farmville als das beliebteste Onlinespiel bei Facebook. Auf dem Höhepunkt spielten fast 80 Millionen Nutzer auf ihren digitalen Bauernhof. Inzwischen wurde „Farmville“ von „Cityville“ überholt, einem Klon des beliebten „Sim City“. Auch andere Spiele und Services werden von Mitgliedern gerne genutzt. Doch die Nutzung von Anwendungen sorgt auch häufig für unliebsame Nebenerscheinungen, indem persönliche Daten ungefragt weitergegeben werden.

Mitarbeiterkontrolle
Apropos Mitarbeiter: Einige Arbeitgeber nutzen Facebook zur Kontrolle von Mitarbeitern: 2008 verlor eine Frau in der Schweiz ihren Job, weil sie trotz Krankschreibung und verordneter Bettruhe das soziale Netz nutzte. Kurios. Goldman Sachs, einer der größten Facebook-Investoren, verbietet Mitarbeitern die Nutzung des sozialen Netzes.

Verfilmung
Regisseur David Fincher („Sieben“) brachte 2010 mit „The Social Network“ einem Film über die Entstehung von Facebook, basierend auf einen Roman von Ben Mezrich. Für die Rolle des Mark Zuckerberg fiel die Wahl auf den US-Schauspieler Jesse Eisenberg. Der Film erhielt viel Kritikerlob und war auch an der Kinokasse sehr erfolgreich.

Facebook-Account löschen (PDF) – Diverse Beiträge zu FacebookFacebook-Kritik

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