Der eigene Rechner als Webserver

configuration_256 In den Zeiten von Dropbox, facebook, WordPress, posterous usw. ist es nicht mehr nötig den eigenen Rechner mühevoll in einen Webserver zu verwandeln, um ein paar eigene Webseiten selbst zu hosten. Interessant ist es aber dennoch, denn heutzutage ergeben sich ganz andere Möglichkeiten als noch vor 5 oder 8 Jahren. Stichwort: Streaming oder php.

Da ich die Seiten vom Netz nehmen will, beschreibe ich im folgenden eigene Erfahrungen mit meinem Rechner als Webserver, allerdings ohne den Anspruch auf Perfektion. Häufig hilft nur eines: Learning by doing oder auch Trial and Error (Ärger!)………
Bei vielen Nutzern des Internets kommt irgendwann der Wunsch auf den eigenen PC als Webserver zu nutzen, – sei es aus technischer Neugier, Hobby oder auch beruflicher Notwendigkeit. Die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen: Platzgründe und Kostenersparnis. Ein Nachteil liegt ganz einfach darin, dass wohl kein Normalnutzer seinen PC ständig laufen oder seinen PC ständig mit dem Internet verbunden hat. Das Angebot auf dem eigenen Rechner ist als Folge eben nicht immer und zu jeder zeit erreichbar.Wer also nicht ständig erreichbar sein will oder muss, für den ist der eigene Rechner als Webserver durchaus eine Alternative zu kostenpflichtigem Webspace.

Software – welche benötige ich?

Ich benötige eine Webserver- bzw. eine entsprechende Software. Wenn es nicht gleich der Standard im Netz, der Apache-Webserver, sein muss, dann tun es auch kleinere und schnell einzurichtende Webserver. Nichts gegen den Apache. Er ist und bleibt der BESTE. Aber auch viele andere, die nicht ganz so schwierig einzurichten sind, leisten beides: HTTP (also für Internetseiten) und FTP.

Ich schlage vor einfach mal die folgenden Anbieterseiten aufsuchen, um die neusten Version zu laden. Geben Sie bei Google einfach die Begriffe „LiteServ“, „HFS HTTP-Fileserver“, „SimpleServer“ oder „VarIP“ ein.

Gut, die Software ist heruntergeladen und installiert. Für den Anfang dient uns der SimpleServerWWW als Beispiel. Hier muss lediglich eine html-Seite (z.B. index.html) auf dem eigenen Rechner als Startseite des Servers festgelegt werden. Verlinkungen von dieser Startseite dürfen sich im gleichen Verzeichnis (auf gleicher Ebene, Root) oder in Verzeichnissen darunter befinden (z.B. webserver/index.html auf webserver/ausflug/index.html).

Beispiel SimpleServer

Wenn das geschehen ist, muss der Server nur noch zum Rennen gebracht werden, Klick auf „Run“. Der Server setzt sich dann als Icon in die Taskleiste rechts unten – Start/Stop/Exit. Er verbraucht fast keine Ressourcen des Rechners. Der SimpleServer:WWW unterstützt CGI-Files. Diese müssen in einem Verzeichnis „cgi-bin“ im Verzeichnis abgelegt werden, in der auch die index.html liegt.Aber gut, php. cgi und wie sie heissen, sind hier nicht Thema.

Nun wollen wir sehen, ob der Server auch „served“ und ob alles klappt. Die einfachste Methode ist: Browser starten und in die Adresszeile http://localhost eintippen. OK? Voila! Schon servierst Du Webseiten vom eigenen PC aus, zumindest freut sich zunächst nur Dein eigener Rechner ….

Anbieter – der richtige Dienst

Wer will schon seine Schätze allein im stillen Kämmerlein vor dem PC betrachten. Hier trifft man auf das Problem, dass man bei jeder Einwahl ins Internet eine neu IP Nummer verpasst bekommt. Niemand ruft seine Freunde und Bekannte an, um die endlose 688.005.13.77.455 durchzugeben. Es ist aber so: wenn man sich in der Internet einwählt, erhält man von seinem Internet-Service-Provider jedesmal eine andere IP-Nummer. Mit dieser IP-Nummer ist der eigene Computer dann für andere Rechner über das Internet erreichbar – und im übrigen auch leicht zurückzuverfolgen. Für einen Serverbetrieb ist die ständig wechselne IP-Adresse natürlich ungünstig, denn man müßte allen Usern immer wieder die neue IP-Nummer mitteilen. Es gibt aber Dienste im Netz, die aus dieser dynamischen IP-Nummer eine statische machen. So wird dann der eigene PC immer über ein und dieselbe Nummer bzw. FTP-Adresse bzw. http://www.domain.de erreichbar sein. ….

Hier eine elegante Lösung: Man sucht sich einen DNS-Anbieter (genauer: einen dynamischen DNS-Anbieter) suchen. Ohne all die anderen vernachlässigen zu wollen, empfehle ich hier http://www.dyndns.org – Dort ist der weitere Fortgang genau beschrieben und es stehen Hunderte von xxx.dyndns.net-Adressen zur Verfügung. Das xxx steht für den Namen Deiner Wahl, so dass Dein Rechner dann z.B. unter http://blaubluetigebohnen.dyndns.net erreichbar wäre. Ein Tip: wenn man sich unter einer URL aus der Auswahlliste einen Account eingerichtet hat, dann sollte man einmal aus der dynamischen URL eine statische machen (einfach per Click). Wenn es dann noch nicht funktioniert, zurückwandeln in eine dynamische URL. Wenn das geschehen ist und man sich natürlich alle Kenntworte gut notiert und richtig eingetragen (DeeEnEs-Button!) hat: Ins Netz einwählen, DeeEnsEs starten (Was ist DeEnEs? Dazu weiter unten mehr, IP überprüfen und Webserver starten.
Hier fürs erste ein paar DNS-Anbieter:

http://www.dyndns.org/
http://www.dyn.ee/
http://www.dtdns.com/
http://www.ddns.nu/
http://www.dhs.org/
http://www.selfhost.com/
http://www.staticip.de/
http://www.whyi.org/
http://www.orgdns.org/
http://www.no-ip.com/
http://www.myip.us/
http://www.ipactive.de/
Bis auf dyndns sind diese Anbieter von mir nicht überprüft. Weitere DynamicDNS-Anbieter – http://netzadmin.org/ddns-provider.php

DNS-Aktualisierung

Ok., aber wie weiss das Netz denn nun, dass meine gerade aktuelle und endlos lange IP zu meiner Domain http://sonstwas.dyndns.net gehört?

Dazu ist eine dynamische DNS-Aktualisierung nötig bzw. ein winzig kleines Tool, dass sich in die Taskbar des Rechners einnistet. Das Tool heisst DeeEnEs (nur wenige kb) und man kann es sich in der neusten Fassung unter http://www.palacio-cristal.com herunterladen. Auf der Homepage von palacio findet man auch die deutsche Sprachversion, die nur im Verzeichnis ergänzt werden muss. Bitte, tun Sie dem Hersteller dieses tollen Programms den Gefallen und schalten Sie nach der Installation das automatische version-Update aus. Sein Server kann die vielen Update-Anfragen nicht mehr schaffen …

DeeEnEs stellt die Verbindung zwischen der eigenen Rechner IP und dem Account bei dyndns her. Es lässt sich jederzeit deaktivieren und auch auf automatische Verbindung einstellen. Sie tragen Ihren Accountnamen und Ihr Passwort ein. Hier muss keine lange Beschreibung erfolgen, das Tool ist optimal und nahezu selbsterklären. Wundern Sie sich nicht, wenn http://www.dyndns.org zu Anfang desöfteren mal meckert „Das war ein unnötiges Update …“ – So eng wird das nicht gesehen und: DeEnEs ist fix!

Wenn alle Angaben, die DeeEnEs braucht, gemacht sind, sollte der eigene PC unter der WunschURL erreichbar sein, das heisst: die im Server eingetragene Ziel-Adresse index.html ist im Browser sichtbar. Per Analog- oder ISDN-Modem hat es da noch nie Probleme gegeben, auch bei T-DSL nicht. Leider gab es eine Zeit lang Probleme mit den verschieden Netzwerkkarten. Nicht jede meistert die Serverfunktion anstandslos. Auch Probleme von Rechnern, die in einem Netzwerk, also hinter einem Router ihren Dienst als Server tun sollen, sind bekannt. Grundsätzlich muss der Rechner, auf dem die Serversoftware läuft und auf den vom Internet her zugegriffen werden soll, von aussen auch erreichbar sein. In der Router-Konfiguration sollte also die interne IP (zum Bleistift: 192.116.2.101) und – logisch – der Port über den sich ihre Serversoftware mit der Welt unterhalten soll, eingetragen sein. Der Port 80 ist für HTTP zuständig, der Port 21 in der Regel für FTP. Das sieht dann z.B. so aus: Interne IP: 192.116.2.101, Software: LiteServ, Port: 80 – oder wenn Sie z.B. Musik oder Filme „streamen“ wollen, Port 8010 – Zum Thema Stream finden Sie sämtliche Informationen und die beste Software unter http://www.no23.de

In jedem Fall sollten die Routereinstellung und auch die Proxyeinstellungen überprüft werden. Im Zahlengewirr reicht schon ein Zahlendreher und der Browser bleibt weiss. Mehr dazu bei http://netzadmin.org/

Hilfreiche Scripte – die müssen sein

Natürlich ist das alles nur für den Hausgebrauch. Einen Dynamischen NamensServer, der eine fest zugewiesene IP in eine webtaugliche URL auflöst, werden sich nur Unternehmen, InternetServiceProvider, Millionarios oder Freaks finanziell erlauben können (oder müssen). Damit könnte man dann mehrere „echte“ Domains (www.hallo.com, http://www.adieu.net usw.) auch auf dem eigenen ALDI-PC laufen lassen.

Aber auch für den Normalverbraucher gibt es diese Alternative: Das Verfahren, soweit wie oben kurz beschrieben, anweden! Dann ist der eigene Rechner z.B. mit der Domain http://hallo.dyndns.it auffindbar. Diese Domain ruht auf dem Rootverzeichnis c:/eigene dateien/web/ (ein Beispiel!) des besagten ALDI-PCs (Nichts gegen die ALDI-Rechner). So weit und so gut!

Verfeinerung gewünscht?

Nun kann man die Sache etwas verfeinern und sich eine kostenlose Domain besorgen. Hierfür ist http://nic.de.vu immer eine gute Adresse und ein gutes Beispiel. Die bei Nic.de.vu eingerichtete Domain http://www.fahren-ohne-fuehrerschein.de.vu – (Das war als Beispiel gedacht, aber inzwischen war jemand so schlau und hat sich „Fahren-ohne-Fuehrerschein“ registrieren lassen) – leitet man auf ein Verzeichnis weiter, dass unterhalb von c:/eigene dateien/web/ liegt, zum Beispiel im Verzeichnis fuehrerschein. Besucher sehen dann alles, was in diesem Verzeichnis liegt unter der gen. URL. Leider ist es so bei DeNic, dass SubDomains nicht möglich sind. Es gibt also keine http://bullen.fahren-ohne-fuehrerschein.de.vu oder ähnliches. (Das wäre ja auch noch besser!!!) Das wiederum ist nur möglich, wenn eine echte Domain auf den eigenen Rechner zeigt.

Es ist auf Deutsch gesagt blöd, wenn man den eigenen Rechner nicht laufen hat und Besucher tippen gerade dann die Domain http://www.fahren-ohne-fuehrerschein.de.vu (Beispiel) ein. Sehen sehen dann die lahme Seite „Server nicht erreichbar“, „Nicht gefunden – prüfen Sie Ihre Netzwerkeinstellungen“ oder manche sagen auch 404 „Four-O-four“ u.a. – Peng, Aus, Ende, keine Downloads möglich – der „Kunde“ kommt nicht wieder und der Frust legt sich auf die Maus.

Hier gibt es einen kleinen Trick. Ich will mal versuchen ihn so kurz wie möglich zu beschreiben: Eine DeNic-Domain zeigt auf eine HTML-Seite, die auf einem offiziellen Webspace liegt (kann bei tonline, tiscali oder auch anderen liegen). Diese Seite ist im Stil von „Fahren ohne Führerschein“ gemacht – oder auch anders. Im Quellcode dieser Seite, unten vor dem </body>-Tag sollte folgender Code stehen:

<table border=“0″ cellpadding=“7″ cellspacing=“0″ width=“580″>
<tr>
<td width=“66%“><strong><!–webbot bot=“HTMLMarkup“ startspan –><IFRAME style=“zoom:80%“ src=“http://ihrname.dyndns.net/ihrverzeichnis/openup.htm&#8220; width=“0″ height=“0″><!–webbot
bot=“HTMLMarkup“ endspan –></strong></td>
<td width=“100″></td>
</tr>
</table>

Dieser Code (einfache iframe-technik, die fettgedruckte Zeile muss an Deine URL angepasst werden, wobei zoom:80% nicht verändert werden sollte!) bewirkt, dass der Besucher nur weitergeleitet wird, wenn Dein Rechner mit dem Internet verbunden ist. Wenn nicht, bleibt er auf der Webseite, die auf dem offiziellen Webspace bei einem Platzanbieter liegt. Das erspart diese drögen Hinweise oder 404-nachrichten. Hier ein kleines Muster (html in zip), das weiter bearbeitet werden kann. Aber, HALT und STOPP, noch ein Muss: die Ziel-HTML-Seite (das ist die Seite auf Deinem Rechner!) muss im Headbereich folgendes, kleines Java-Script bieten:


if(top.frames.length > 0) top.location.href=self.location;

Damit ist gewährleistet, dass die Zielseite immer „on top“ auftaucht und nicht in anderen Frames oder sonstwo untergeht. Du wirst feststellen, dass sich Deine Webseite nicht ins Bild setzt, wenn Du diesen kleinen Code nicht im Head-Bereich unterbringst Man könnte die Zielseite auch als PopUp-Laufen lassen, als Sound, oder Bremsenquitschen – alles ist erlaubt, was Besucher darüber informiert, dass Du online bist.

Hier gibt es ein Muster.

PHP und MySQL

Der eine oder andere möchte auf PHP oder eine Datenbankanbindung bei der selbstgehosteten Webseite nicht verzichten. Das ist verständlich, denn PHP und MySQL usw. sind heute nahezu Standard. Es folgt aber das grosse ABER: Auch für Profis ist es nicht ganz einfach einen Apache-Server richtig aufzusetzen. Bevor man sich graue Haare einfängt oder die bessere Hälfte vernachlässigt, lautet mein Tip daher einfach: XAMPP. Das ist ein fix und fertig vorkonfigurierter Apache-Server mit PHP, MySQL usw., den es als Installer- oder Zip-Version gibt und – besonders für USB-Stick-Betrieb interessant – als Lite-Version. Damit läuft z.B. PHP auf Anhieb!!
Und hier gibt es den XAMPP:
http://www.apachefriends.org/de/xampp-windows.html

FTP – Gar nicht altmodisch!

Das ist schon etwas ganz Feines. Man kann alle möglichen Daten für die Öffentlichkeit bereitstellen. Die Größe ist lediglich durch die Grösse der eigenen Festlatte vorgegeben. Die Downloadgeschwindigkeit ist schneller als der Download über HTTP bzw. den Browser. Das Beste ist, dass man nicht mehr auf gemieteten Webspace angewiesen ist oder selbst lange Uploads durchführen muss.

Es kling wie Zukunftsmusik, aber möglich ist es schon jetzt: „Dieser FTP-Server ist Mo.- Fr. von 18 – 21 Uhr geöffnet! Weitere Termine nach Vereinbarung! Alle Kassen!“

Man benötigt eine entsprechende Software, die man sich aus dem Internet herunterladen kann. Das m.E. beste Programm, weil sehr einfach zu bedienen, ist der PFTP-Server (Privater FTP-Server) von Michael Roth, Download normalerweise unter http://www.mrdownload.de (Leider scheint das dortige Zip beschädigt zu sein?). In jedem Fall sollte man sich das Handbuch dazu laden. Es genügt eine Installation mit der vorgegebenen Grundkonfiguration. Man wählt ein Verzeichnis auf dem eigenen Computer oder legt ein neues Verzeichnis an, daß den anderen Nutzer zugänglich sein soll. Hier liegen dann die Daten für die Welt, die sehnsüchtig auf diese Dinge wartet – oder auch nicht.

Es lohnt sich auch, wenn man sich einmal die kostenpflichtigen Server bei Michael Roth anschaut. Das ist dann schon etwas für gehobene Ansprüche. Aber wie dem auch sei, es gibt auch andere gute FTP-Server – LiteServ 2.2. (ca. 1 MB) – zum Anbieter (auch als FTP-Server!).

Das weitere Vorgehen ist genau so wie beim HTTP-Webserver, also Account besorgen, DeeEnEs herunterladen und verbinden. Wenn man es einmal gemacht hat, laufen HTTP- und FTP-Server über DeeEnEs.

Kleiner Nachtrag: Praktisch ist es auch FTP-Inhalte mit dem Browser anzeigen zu können. Hierbei gilt es aber zu beachten, das der FTP-Server häufgig mit Virtual Paths (also mit vituellen Pfaden) arbeitet. Für eine FTP-Anzeige im Browser heisst ein Link c:/webserver/downloads/geigenbau/a-seite.pdf also ftp.[host/Deine URL]/downloads/ – oder so ähnlich.

(C) 2002 by Axel Buddenbaum [xooreal] –  Homepage



1&1 DSL

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