Archiv der Kategorie: Tatort

Mit der „Lindenstraße“ geht deutsche Geschichte

Für mich war heute ein ganz normaler Sonntag, soweit das mit den Einschränkungen durch das Corona-Virus überhaupt möglich ist. Zu einem Sonntag gehört für mich die abendliche „Lindenstraße“ einfach dazu. Heute mittag, oh Schreck, fiel mir ein, dass die letzte Folge der „Lindenstraße“ am letzten Sonntag gelaufen ist. Die ARD hat die „Lindenstraße“ verabschiedet. Da wollte ich dann doch mal sehen, was die ARD denn heute, am Sonntag, zwischen 18:50 und 19:20 Uhr so anbietet. Bundesliga? Das soll wohl ein Witz sein, in Corona-Zeiten. – Ja, mit der „Lindenstraße“ geht ein Stück deutsche Kultur- und Familiengeschichte. Ich selbst habe die Serie von der ersten Folge an geschaut und ich kenne viele Menschen, für die gehören die Darsteller zur eigenen Familie. Als sie geboren wurden, lief die Serie schon ein paar Jahre.

Von mir nochmal ein Dank an das ganze „Lindenstraßen“-Team. Lasst Euch nicht unterkriegen.

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Tagebuch 05.04.2020

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ARD und ZDF: Keine Angst vor Wiederholungen

Keine Angst vor Wiederholungen, denn da stecken noch so einige Schätze in den Archiven. ARD und ZDF gehen die aktuellen Serien-Vorräte aus. Dem Vernehmen nach soll in den „Reset-Modus“ geschaltet werden. Bei der beliebten Serie „Rote Rosen“ passiert das bereits Mitte Mai. Danach wird die erste Staffel wiederholt. Genau so wird es wahrscheinlich auch anderen erfolgreichen Serien gehen.

Ich könnte mir vorstellen, dass jetzt eine Zeit ist, in der man auch in die „Uralt-Kiste“ greifen könnte, um Serien z.B. aus den 60ern oder 70ern wieder auf die Mattscheibe zu bringen. Mir fallen da sofort einige Serien oder Mehrteiler ein, die vielleicht sogar jüngere Zuschauer begeistern könnten.

  • Raumpatroullie Orion (Mit Dietmar Schönherr und den modernen Dampfbügeleisen),
  • Salto Mortale (die Zirkusserie mit Gustav Knuth) – Alle meine Tiere (ebenfalls mit Gustav Knuth,
  • Vorabendserien wie Isar 12, Kommissar Wanninger, Hafenkrankenhaus, Hafenpolizei, Graf Yoster, Percy Stewart, Kommissar Freitag,
  • Warum nicht auch Flipper, Fury, Lassie, RinTinTin, High Chaperral oder die Leute von der Shilo Ranch, Unsere Kleine Farm, die Waltons („Gute Nacht, Elisabeth!“)
  • Natürlich fallen mir auch die großen Mehrteiler ein: Schatzinsel, Robinson Crusoe, Lederstrumpf, Tom Sawyer & Huckleberry Finn oder der unvergessene Raimund Harmstorf „Der Seewolf“
  • Man könnte auch „Ein Platz für Tiere“ wiederholen! Oder „Derrick“, „Der Alte“ und „Ein Fall für Zwei“ (mit Matula)

Da steckt sicherlich noch so einiges in den Archiven, was die Corona-Tage ein wenig beleben könnte und die Sender nicht in Verlegenheit bringen muss.

Fernsehen bis zum Abwinken

Das Fernsehen, praktisch alle Sender, reagieren auf die Corona-Krise. Die laufende Berichterstattung ist fast bis zum Unerträglichen ausgeweitet. Aber das ist vermutlich nötig. Andererseits werden auch startbereite, neue Serien weit nach hinten verschoben. Die Sportschau zeigt „Klassiker“ aus dem Archiv, Sky nimmt Kindersendungen ins Programm und der Sport-Sender holt Jörg Vontorra wieder in den Dienst. Die Nachrichtensender bringen Endlosschleifen. Trotzdem aber verzeichnen fast alle Sender Zuschauerzuwachs, was allerdings auch kein Wunder ist. Man hat ja Zeit.

Videoschaltungen oder auch Video-Talkshows sind vielleicht mal ganz interessant, aber irgendwie fehlt ihnen das Leben. Es fehlt das Publikum, da können sich Schöneberger und Illner noch so sehr bemühen. Gut, dass es diese Technik gibt, aber Skype ist eben nicht HD-TV und der Ton hat allenfalls „Telefonqualität“.

Es hat auch sein Gutes. ARD und ZDF lüften mal ihre Archive und bringen fast vergessene Serien in ihre Programme One und Neo. „Bezaubernde Jeannie“ und das Krankenhaus im Schlottertal bis zum Abwinken.

Die schönste Nebensache

Fußball wäre die schönste Nebensache, wenn es nicht so aufregend wäre und …. und der SV Werder endlich mal wieder spielen würde. Sie können spielen, aber sie tun es irgendwie nicht. Kein Mumm, kein Drang nach vorne, kein Zug zum Tor! Da kann Herr Kohlfeldt noch so sehr innerlich fluchen und nach außer stereotyp nach Entschuldigungen suchen. Vielleicht sollte man diesmal nicht den Trainer wechseln, sondern die Mannschaft.

Das kürzliche Versagen in der Liga steht im krassen Gegensatz zum letzten Pokalspiel. Das macht es um so trauriger. Im Fernsehen konnte man sehen, dass viele Stadionbesucher nicht erst gegen Ende der zweiten Halbzeit gegangen sind, sondern bereits mitten in der Halbzeit. Ja, und wenn die Fans den Verein verlassen, dann sieht es böse aus. Ein Relegationsspiel gegen den HSV ist in dieser Form eher ein Wunsch als Realität. Sollte Werder absteigen, – viele Fans blicken bereits in die 2. Liga – dann für lange Zeit. Das nächste Wunder von der Weser wird lange auf sich warten lassen.

Noch ist Zeit richtig Fussball zu spielen und die Fans wieder zu versöhnen!

Werder-Fans: Muss das sein?

Man kann mit Fug und Recht sagen, dass dieses Werder-Spiel heute gegen die Fortuna aus Düsseldorf, Mut macht. Immerhin gab es drei Punkte. Zweimal muss hier aber ein ABER stehen: 1. Es war ein merkwürdiges Spiel. Bei den Düsseldorfer gab es neben den Verteidigern und Stürmern noch eine Abteilung für Rempler. Nicht zuletzt am Spielende wurde das deutlich, als sich auch noch Kevin Vogt eine schwere Verletzung zuzog und Moissander die GelbRote-Karte aufgedrückt bekam (Warum eigentlich, in solch einer emotionalen Situation?).

2. Das zweite ABER gehört den Werder-Fans: Muss das sein?

Ich denke: NEIN! Das ist nicht fair, das ist unsportlich und nicht zuletzt gefährlich für alle Unbeteiligten!

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Einzelinteressen mit Gewalt durchgesetzt

Als hätten wir nicht schon genug Probleme. Hier genügt das Stichwort „Klimawandel“, obwohl ich fürchte die meisten Mitmenschen machen sich gar keine Vorstellungen davon, wie tief dieser Klimawandel in ihr eigenes Leben eingreifen wird. Insektensterben, Nitrate im Wasser und Mikroplastik im Essen, das sind nur einige „Begleiterscheinungen.

Fast schlimmer noch ist aber eine Sache, die (noch) weitgehend unbemerkt abläuft: Mandatsträger werden von Interessengruppen erpresst und bedroht. Sicher, werden Sie sagen, das läuft in Berlin so. Dafür gibt es die mächtigen Lobbys bzw. Industrieverbände. Seien wir ehrlich, auch das stellt die Demokratie in Frage.

Für gefährlicher aber halte ich, dass gewählte Vertreter bzw. Mandatsträger auf der kommunalen Ebene mit Gewalt, ja sogar Mord, bedroht werden. Hier versuchen Einzelne die Interessen ihrer Clique mit rabiater Gewalt durchzudrücken und durch Druck in Politik umzusetzen. Ich vermeide hier die Ausdrücke „links“ oder „rechts“, denn es sind Meinungen einzelner, die über die Allgemeinheit gestellt werden sollen. Und das ist keine Demokratie, abgesehen davon, dass es sich bei Morddrohungen, Waffengebrauch und Beleidigungen sowie Erpressung um strafrechtliche Tatbestände handelt. Unabhängige Legislative, Judikative und Exekutive sind die Säulen der Demokratie. Wenn eine dieser Säulen wackelt, erpressbar ist oder nur Einzelinteressen vertritt, ist die Demokratie am Ende. Nochmal 1000 Jahre?

Der Klimawandel schreitet voran

Wissenschaftler teilen Deutschland in zwölf Klimazonen ein, in denen sich Temperatur und Niederschlag deutlich unterscheiden.

Grasberg liegt in der Klimazone Nordwestdeutsches Tiefland.

Hier ist die Durchschnitts­temperatur seit 1881 um +1,5 °C gestiegen.

Im Sommer 2019 wurden in dieser Klimazone 42,6 °C gemessen, mehr als jemals zuvor in Deutschland. Diese Region grenzt an die Nordsee. Sie erwärmt sich wie alle Meere langsamer als die umliegende Landmasse. Und weil die Nordsee in den Atlantik übergeht, steigt die Wassertemperatur langsamer als in der Ostsee.

Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen überall auf der Welt. Sie steigen aber nicht überall gleich schnell. Im internationalen Vergleich fällt auf: In Deutschland und in unseren europäischen Nachbarländern erhöhen sich die Temperaturen schneller. Global ist es in den vergangenen 100 Jahren im Mittel 1 °C wärmer geworden, also etwa um ein halbes Grad weniger als in Deutschland.

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Finger weg von weiteren UHF-Kanälen

Meine Jahrgänge erinnern sich noch an die Zeiten, als wir ein oder, ab 1963, auch zwei Fernsehprogramme hatten, das Erste und das Zweite. 1965 kam, zumindest in Bremen, das Dritte hinzu. Jedes Programm belegte einen eigenen Kanal im UHF-Bereich, 22, 32 und 42. Kabel kam in den 80ern und Satellit Anfang der 90er. Ich will hier aber vom einfachen Antennenfernsehen sprechen.

Ende der 80er und Anfang der 90er war eine interessante Zeit für das Antennenfernsehen in Bremen. Auf wundersame Weise vermehrten sich die Frequenzen bzw. wurde plötzlich doch Frequenzen zusätzlich koordiniert. In Bremen kamen plötzlich Kanal 29 und 49 dazu. Und es gab den Streit zwischen den Öffentlich-Rechtlichen und den „neuen“ Privaten. SAT1 bekam sogar eine Ausnahmegenehmigung, weil der SV Werder gegen Neapel spielte. Und das sollten die Bremer sehen. Ein typischer Einfall dieser Zeit war, dass die Kanäle geteilt wurden. Bis 2 Uhr in der Nacht sendete der eine Sender, ab 2 Uhr der andere und so weiter.

 Alles staunte als auch noch die Kanäle 36 und 46 (damals RTL und Pro7) aufgetan wurden. Viele werden sich erinnern: die Videorecorder waren in der Regel auf den Ausgangskanal 36 eingestellt. Es war also das große Umstellen angesagt. Wir hatten tatsächlich 8 oder 9 Programme! Wenn ich mich richtig erinnere, waren zeitweise sogar die Kanäle 45 und 52 belegt, natürlich nur mit geringer Wattleistung.

Das hätte so bleiben können, aber die Technik schritt voran. Im April 2004 kam DVB-T und auf jedem der Kanäle konnten plötzlich 4 Programme ausgestrahlt werden. Oha, plötzlich war die Mattscheibe voll mit Programmen, private und Öffentliche-Rechtliche im Wettbewerb. Alle Privaten waren versammelt von SAT1, über RTL, VOX, Pro7, RTL2, n-tv bis hin zu Tele5. Auch das hätte so bleiben können.

2017 gab es wieder eine neue TV-Norm, DVB-T2 HD und die Privaten waren weg oder nur noch gegen Extragebühr sichtbar. Es wurde als sogenannte Digitale Dividende verkauft, dass plötzlich die Kanäle oberhalb von Kanal 49 im UHF-Bereich für Mobilfunk genutzt werden können. Das normale Fernsehen musste weichen. Ich persönlich kann gut mit den Programmen von ARD und ZDF (nebst Mediatheken) leben und werde nie im Leben für das „Dschungelkamp“, den „Bachelor“ oder irgendwelche DragQueens bezahlen. Aber die verfügbaren Kanäle für das normale Antennen-Fernsehen sollen noch weiter reduziert werden. Irgendwann werden nicht mehr alle Programme Platz finden. Und wer lacht sich ins Fäustchen? Die Mobilfunkanbieter! Wenn man eine SIM-Karte oder einen Festnetzanschluss braucht, um fernsehen zu können, dann ist es soweit. Für Streaming wie Netflix, Prime ist genau das der Fall. Das freie Fernsehen über die Antenne und mit ihm der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk in Deutschland ist dann tot. Wir werden den Zeiten nachtrauern, in denen wir mit unserer „Haushaltsabgabe“, so ärgerlich sie vielleicht auch ist, das freie Wort und gute Unterhaltung und Informationen am Leben erhalten haben. Danach wird es teuer und bei all dem Billigkram der Privaten, kann man nur sagen „Hilfe, wir verblöden!“

Darum: Finger weg vom Antennenfernsehen auf den UHF-Kanälen 22 bis 49 (und im VHF-Bereich)!