Archiv der Kategorie: Tatort

Die schönste Nebensache

Fußball wäre die schönste Nebensache, wenn es nicht so aufregend wäre und …. und der SV Werder endlich mal wieder spielen würde. Sie können spielen, aber sie tun es irgendwie nicht. Kein Mumm, kein Drang nach vorne, kein Zug zum Tor! Da kann Herr Kohlfeldt noch so sehr innerlich fluchen und nach außer stereotyp nach Entschuldigungen suchen. Vielleicht sollte man diesmal nicht den Trainer wechseln, sondern die Mannschaft.

Das kürzliche Versagen in der Liga steht im krassen Gegensatz zum letzten Pokalspiel. Das macht es um so trauriger. Im Fernsehen konnte man sehen, dass viele Stadionbesucher nicht erst gegen Ende der zweiten Halbzeit gegangen sind, sondern bereits mitten in der Halbzeit. Ja, und wenn die Fans den Verein verlassen, dann sieht es böse aus. Ein Relegationsspiel gegen den HSV ist in dieser Form eher ein Wunsch als Realität. Sollte Werder absteigen, – viele Fans blicken bereits in die 2. Liga – dann für lange Zeit. Das nächste Wunder von der Weser wird lange auf sich warten lassen.

Noch ist Zeit richtig Fussball zu spielen und die Fans wieder zu versöhnen!

Werder-Fans: Muss das sein?

Man kann mit Fug und Recht sagen, dass dieses Werder-Spiel heute gegen die Fortuna aus Düsseldorf, Mut macht. Immerhin gab es drei Punkte. Zweimal muss hier aber ein ABER stehen: 1. Es war ein merkwürdiges Spiel. Bei den Düsseldorfer gab es neben den Verteidigern und Stürmern noch eine Abteilung für Rempler. Nicht zuletzt am Spielende wurde das deutlich, als sich auch noch Kevin Vogt eine schwere Verletzung zuzog und Moissander die GelbRote-Karte aufgedrückt bekam (Warum eigentlich, in solch einer emotionalen Situation?).

2. Das zweite ABER gehört den Werder-Fans: Muss das sein?

Ich denke: NEIN! Das ist nicht fair, das ist unsportlich und nicht zuletzt gefährlich für alle Unbeteiligten!

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Einzelinteressen mit Gewalt durchgesetzt

Als hätten wir nicht schon genug Probleme. Hier genügt das Stichwort „Klimawandel“, obwohl ich fürchte die meisten Mitmenschen machen sich gar keine Vorstellungen davon, wie tief dieser Klimawandel in ihr eigenes Leben eingreifen wird. Insektensterben, Nitrate im Wasser und Mikroplastik im Essen, das sind nur einige „Begleiterscheinungen.

Fast schlimmer noch ist aber eine Sache, die (noch) weitgehend unbemerkt abläuft: Mandatsträger werden von Interessengruppen erpresst und bedroht. Sicher, werden Sie sagen, das läuft in Berlin so. Dafür gibt es die mächtigen Lobbys bzw. Industrieverbände. Seien wir ehrlich, auch das stellt die Demokratie in Frage.

Für gefährlicher aber halte ich, dass gewählte Vertreter bzw. Mandatsträger auf der kommunalen Ebene mit Gewalt, ja sogar Mord, bedroht werden. Hier versuchen Einzelne die Interessen ihrer Clique mit rabiater Gewalt durchzudrücken und durch Druck in Politik umzusetzen. Ich vermeide hier die Ausdrücke „links“ oder „rechts“, denn es sind Meinungen einzelner, die über die Allgemeinheit gestellt werden sollen. Und das ist keine Demokratie, abgesehen davon, dass es sich bei Morddrohungen, Waffengebrauch und Beleidigungen sowie Erpressung um strafrechtliche Tatbestände handelt. Unabhängige Legislative, Judikative und Exekutive sind die Säulen der Demokratie. Wenn eine dieser Säulen wackelt, erpressbar ist oder nur Einzelinteressen vertritt, ist die Demokratie am Ende. Nochmal 1000 Jahre?

Der Klimawandel schreitet voran

Wissenschaftler teilen Deutschland in zwölf Klimazonen ein, in denen sich Temperatur und Niederschlag deutlich unterscheiden.

Grasberg liegt in der Klimazone Nordwestdeutsches Tiefland.

Hier ist die Durchschnitts­temperatur seit 1881 um +1,5 °C gestiegen.

Im Sommer 2019 wurden in dieser Klimazone 42,6 °C gemessen, mehr als jemals zuvor in Deutschland. Diese Region grenzt an die Nordsee. Sie erwärmt sich wie alle Meere langsamer als die umliegende Landmasse. Und weil die Nordsee in den Atlantik übergeht, steigt die Wassertemperatur langsamer als in der Ostsee.

Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen überall auf der Welt. Sie steigen aber nicht überall gleich schnell. Im internationalen Vergleich fällt auf: In Deutschland und in unseren europäischen Nachbarländern erhöhen sich die Temperaturen schneller. Global ist es in den vergangenen 100 Jahren im Mittel 1 °C wärmer geworden, also etwa um ein halbes Grad weniger als in Deutschland.

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Finger weg von weiteren UHF-Kanälen

Meine Jahrgänge erinnern sich noch an die Zeiten, als wir ein oder, ab 1963, auch zwei Fernsehprogramme hatten, das Erste und das Zweite. 1965 kam, zumindest in Bremen, das Dritte hinzu. Jedes Programm belegte einen eigenen Kanal im UHF-Bereich, 22, 32 und 42. Kabel kam in den 80ern und Satellit Anfang der 90er. Ich will hier aber vom einfachen Antennenfernsehen sprechen.

Ende der 80er und Anfang der 90er war eine interessante Zeit für das Antennenfernsehen in Bremen. Auf wundersame Weise vermehrten sich die Frequenzen bzw. wurde plötzlich doch Frequenzen zusätzlich koordiniert. In Bremen kamen plötzlich Kanal 29 und 49 dazu. Und es gab den Streit zwischen den Öffentlich-Rechtlichen und den „neuen“ Privaten. SAT1 bekam sogar eine Ausnahmegenehmigung, weil der SV Werder gegen Neapel spielte. Und das sollten die Bremer sehen. Ein typischer Einfall dieser Zeit war, dass die Kanäle geteilt wurden. Bis 2 Uhr in der Nacht sendete der eine Sender, ab 2 Uhr der andere und so weiter.

 Alles staunte als auch noch die Kanäle 36 und 46 (damals RTL und Pro7) aufgetan wurden. Viele werden sich erinnern: die Videorecorder waren in der Regel auf den Ausgangskanal 36 eingestellt. Es war also das große Umstellen angesagt. Wir hatten tatsächlich 8 oder 9 Programme! Wenn ich mich richtig erinnere, waren zeitweise sogar die Kanäle 45 und 52 belegt, natürlich nur mit geringer Wattleistung.

Das hätte so bleiben können, aber die Technik schritt voran. Im April 2004 kam DVB-T und auf jedem der Kanäle konnten plötzlich 4 Programme ausgestrahlt werden. Oha, plötzlich war die Mattscheibe voll mit Programmen, private und Öffentliche-Rechtliche im Wettbewerb. Alle Privaten waren versammelt von SAT1, über RTL, VOX, Pro7, RTL2, n-tv bis hin zu Tele5. Auch das hätte so bleiben können.

2017 gab es wieder eine neue TV-Norm, DVB-T2 HD und die Privaten waren weg oder nur noch gegen Extragebühr sichtbar. Es wurde als sogenannte Digitale Dividende verkauft, dass plötzlich die Kanäle oberhalb von Kanal 49 im UHF-Bereich für Mobilfunk genutzt werden können. Das normale Fernsehen musste weichen. Ich persönlich kann gut mit den Programmen von ARD und ZDF (nebst Mediatheken) leben und werde nie im Leben für das „Dschungelkamp“, den „Bachelor“ oder irgendwelche DragQueens bezahlen. Aber die verfügbaren Kanäle für das normale Antennen-Fernsehen sollen noch weiter reduziert werden. Irgendwann werden nicht mehr alle Programme Platz finden. Und wer lacht sich ins Fäustchen? Die Mobilfunkanbieter! Wenn man eine SIM-Karte oder einen Festnetzanschluss braucht, um fernsehen zu können, dann ist es soweit. Für Streaming wie Netflix, Prime ist genau das der Fall. Das freie Fernsehen über die Antenne und mit ihm der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk in Deutschland ist dann tot. Wir werden den Zeiten nachtrauern, in denen wir mit unserer „Haushaltsabgabe“, so ärgerlich sie vielleicht auch ist, das freie Wort und gute Unterhaltung und Informationen am Leben erhalten haben. Danach wird es teuer und bei all dem Billigkram der Privaten, kann man nur sagen „Hilfe, wir verblöden!“

Darum: Finger weg vom Antennenfernsehen auf den UHF-Kanälen 22 bis 49 (und im VHF-Bereich)!

 

Ohne Telefon und Internet nix los

Telefon ist wie Wasser und Strom! Es hat sich leider noch nicht überall herumgesprochen und das ist bedenklich in Gegenden, in denen es sogar mehr Funklöcher als Schlaglöcher in den Strassen gibt. In unserer heutigen Zeit ist eine Wohnung ohne Telefonanschluss fast nicht mehr denkbar oder gar zu vermieten.

Wie in vielen anderen Fällen auch, ist es ein Vorteil, wenn man lesen kann und so in der Lage ist die Fallstricke eines Mietvertrags-Vordruckes zu umschiffen.

Der Telefonanschluss und ein Internetzugang selbst ist aber keine vom Vermieter im Rahmen des Mietrechts geschuldete mietrechtliche Leistung, sondern nur die Anschlußmöglichkeit an das Festnetz, der sogenannte Übergabepunkt im Haus, sind Eigenschaften der Mietwohnung oder des gemieteten Hauses. Ist dieser Übergabepunkt im Haus bereits vorhanden, vielleicht in einem eher selten aufgesuchten Keller, dann sollte alles weitere kein Problem darstellen. Dann muss der Heimwerker ran.

Mieter haben – sofern nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart ist oder eine besonderer Nutzungszweck besteht -, Anspruch darauf, dass ihnen Anschlüsse für Telekommunikation zur Verfügung stehen. Der Vermieter hat dem Netzbetreiber gegenüber die erforderlichen Erklärungen abzugeben und das Anbringen der notwendigen Zuleitungen am Haus zu gestatten (LG Berlin, Urteil vom 12.09.2014 – 63 S 151/14).

Zu den Mindestanforderungen bei Wohnraum, die ohne besondere Nachfrage des Mieters vorausgesetzt werden gehören regelmäßig:

  • Stromanschluss.
  • Wasseranschluss (mit Abwasser) und Toilette.
  • ausreichender Wärme- und Schallschutz.
  • Übergabepunkt für Telefonfestnetz.

Mit vertragszweckbedingten Modifizierungen gilt das für Gewerbe sinngemäß. Installationen, Versorgungsleitungen, Heizanlagen, Roll- und Fensterläden, und weiteres mitvermietetes Zubehör müssen entsprechend dem Vertragszweck gebrauchsfähig sein und bestehenden Sicherheitsvorschriften entsprechen.

Erfüllt eine Mietwohnung oder ein Haus die vorgenannten Mindesanforderungen nicht, so besteht eine Offenbarungs- und Hinweispflicht des Vermieters bei der Vermietung. Das macht man natürlich schriftlich, um später ggf. nachweisen zu können, das man seine Pflicht aus dem Mietvertrag erfüllt hat.

Eine Wohnung die die Mindestanforderungen nicht erfüllt ist als mangelhaft zu bewerten. Der Mieter hat Anspruch auf Beseitigung vorhandener Mängel (§ 535 BGB) und kann Mietminderung bis zur Mangelbeseitigung verlangen, also beispielsweise die Duldung der Einrichtung eines Übergabepunktes durch die Fernmeldegesellschaft.

Das Landgericht Berlin hat einem Mieter wegen Fehlens eines Telefonfestnetzanschlusses eine Mietminderung von 5% der Miete zugesprochen. LG Berlin: Urteil vom 09.02.2010 – 65 S 475/07. Der Mieter hat keine Ansprüche auf Herstellung eines Telefonanschlusses, wenn er zum Beispiel bei einem Altbau vor Eingehung des Mietverhältnisses gewusst hat, dass kein Telefonsnschluss im Haus vorhanden ist (§ 536 b BGB).

Der Vermieter hat dem Netzbetreiber gegenüber die erforderlichen Erklärungen abzugeben und das Anbringen der notwendigen Zuleitungen am Haus zu gestatten und zu beauftragen.

Der Telefonanschluss selbst (= die Verbindung zum Telefonnetz) ist eine Dienstleistung, die nicht vom Vermieter, sondern von den entsprechenden Telefongesellschaften (z.B. der Telekom) erbracht wird. Der Mieter bestellt den Anschluss nicht beim Vermieter sondern bei der Telefongesellschaft. Auf die von der Telefongesellschaft erhobenen Gebühren hat der Vermieter keinen Einfluß.

Das Recht des Mieters auf Informationsfreiheit ist grundrechtlich geschützt (ständige Rechtssprechung z.B. BayObLG, WuM 1981, 80; vgl. auch BVerfG NJW 1994, 1147, 1148 m. w. N.). Der „Übergabepunkt“ im Haus wird von der Telefongesellschaft eingerichtet, der Vermieter/Eigentümer muss die Einrichtung dulden und daran mitwirken.

Sind im Haus keine Kabel vom Übergabepunkt zur Wohnung verlegt, hat der Mieter einen Rechtsanspruch darauf, die für den Telefonanschluss notwendigen Leitungen und sonstigen technischen Einrichtung zumindest selbst anzubringen. Es handelt sich um Einrichtungen, die der Mieter nach Beendigung des Mietverhältnisses wieder entfernen kann und auf Verlangen des Vermieters auch entfernen muss. Sofern durch die Leitungsverlegung nur ein minimaler Eingriff in die Bausubstanz notwendig ist, erübrigt sich die Zustimmung des Vermieters. Der Vermieter kann die Erteilung seiner Zustimmung aber auch nicht verweigern. Dies gilt selbst dann, wenn im Mietvertrag etwas anders vereinbart ist. (LG Hamburg ZMR 65,188).

Siehe auch: Mietrechtslexikon

Ein paar Horrorbilder von „Übergabepunkten“ für jeden Techniker:

 

Führerscheine: Umtauschaktion Grau gegen Neu

Jetzt geht es  los mit der „Umtauschaktion Grau gegen Neu“. Jetzt sind in OHZ also rund 2500 Führerscheininhaber der Jahrgänge 1953 bis 1958 aufgefordert ihren alten Lappen abzugeben und für 24 Euro eine neue, fälschungssichere und maschinenlesbare Führerscheinkarte zu erhalten. Der Landkreis wünscht sich, dass sich diese über den Zeitraum bis 2021 verteilt melden würden. Ab sofort können Termine online unter https://www.landkreis-osterholz.de/fuehrerschein oder telefonisch unter der Nummer 0 47 91 / 9 30 20 02 vereinbart werden. Zum Termin sollten der alte Führerschein, der (gültige) Personalausweis und ein biometrisches Passfoto mitgebracht werden. Alle anderen Jahrgänge werden um Geduld gebeten, bis ihre Jahrgänge aufgefordert werden. 2022 geht es mit den Geburtsjahren ab 1959 weiter. Falls der Führerschein nicht vom Landkreis Osterholz ausgestellt wurde, ist vorab die ausstellende Behörde per Mail oder Anruf zu kontaktieren. Die schickt dem Landkreis die Fahrerlaubnisdaten, die so genannten Karteikartenabschrift. Für Bremen ist es das Stadt- und Polizeiamt, heute Bürgeramt. Hier unbedingt die ListenNr. und FührerscheinNr. mit angegeben. Und keine Sorge: Die alten Führerscheine sind auch im EU-Ausland aktuell noch gültig.

Einen Haken hat die Sache allerdings: die neuen Führerscheinkarten sollen jeweils nur eine Weile gültig sein und dann (kostenpflichtig!) verlängert werden. Hoch lebe die Bürokratie!

Super: Nichts Neues in der Liga

Bayern ist Meister! Wen überrascht das noch? Es gab Schwächen, ja, aber die Bayern gehören in eine andere Liga. Auf den Plätzen dahinter braut sich einiges zusammen. Der nächste Meister – wenn die Bayern nochmal schwächeln – ist dort bereits vertreten. Und der Pokal kommt auch noch…. – vielleicht wird auf dem Borsig-Platz gefeiert.

Werder kann mit 53 Punkten gut zufrieden sein. Natürlich, vor einigen Jahren hätte man mit 46 Punkten noch das Europa-Ticket lösen können. Aber darum muss man sich nicht ärgern. Nach der Durststrecke der letzten Jahre, ist Platz 8 hervorragend. Das ist auch dem Trainer und einer frischen Mannschaft zu verdanken. Kruse hatte drei Superjahre in Bremen, aber leider einen schwachen Abgang. Alles schaut auf Pizza, den Joker. Der macht noch ein Jahr lang Tore, auch wenn er in 89. Minute auf den Platz getragen werden muss.

Unten versammeln sich die üblichen Verdächtigen. Man kann nur die Daumen drücken, dass es nicht ein Dauerabstieg wird. Der HSV kann ein Lied davon singen.

Der Videobeweis aus dem Kölner Keller ist überaus strittig. Man hat oft das Gefühl, die Leute dort vor dem Monitor sehen gerade ein anderes Spiel. Auch das Draufpacken von Nachspielzeit hat sich eingebürgert. Manche mögen es, aber muss man denn solange spielen, bis der „Bessere“ gewinnt? Sepp Herberger, unser alter Trainerrecke aus der Nachkriegszeit, hat sich bekanntlich mal die Mühe gemacht und mit der Stoppuhr herausgefunden, dass ein Spiel genau 90 Minuten dauert. Mittlerweile liegt der Schnitt bei 93 Minuten und genau 4 Sekunden.

Aber egal: Fussball ist und bleibt die schönste Nebensache der Welt und bietet laufen tolle Überraschungen. Und solange der tatsächlich Bessere gewinnt, ist doch alles in Ordnung mit der Liga.