Archiv der Kategorie: Pflege

Alles über Seniorplus

Zunächst einmal herzlichen Dank dafür, dass Sie Seniorplus besuchen. Ich hoffe Sie finden das, was Sie suchen. Wünsche, Anregungen und Kritik sind immer willkommen.

Ab 1997 habe ich erste Erfahrungen im Netz gesammelt und auch gleich Dank T-Online eine eigene Homepage gestartet. In 1998 bot sich mir die Möglichkeit günstig an ein paar Domains heranzukommen. Dazu gehörte auch Seniorplus. Ursprünglich hatte ich voller Begeisterung für die Pflege ein Pflegeportal geplant. Die Begeisterung für die Pflege ist mittlerweile aus vielen Gründen abgekühlt.

Nachdem ich einige Domains wieder eingestellt hatte, dümpelte auch Seniorplus vor sich hin. Die Pflege einer Webseite kostet Zeit, und manchmal auch Nerven. Ich betreibe die Webseiten privat, freiwillig und in meiner Freizeit, als Hobby. Darum kann ich auch entscheiden was wichtiger ist. Und erfreulicherweise spielt sich das Leben eben nicht im Netz ab. Mit anderen Worten mir fehlte die Lust und die Zeit mich intensiv um Seniorplus zu kümmern.

Seit einiger Zeit ist die Webseite wie ein Selbstgänger eingerichtet. Sie beschäftigt sich mit dem, was mich persönlich interessiert. Vielleicht auch nur in dem Moment.Wenn genau dieses auch andere Menschen interessiert oder Ihnen vielleicht sogar hilft, dann bin ich zufrieden. Die Themen sind im wesentlichen Soziales und Soziale Medien, Bilder/Grafik und alles rund um Computer, Software und das Netz. Selbstverständlich nutze ich die Möglichkeiten einer eigenen Webseite auch um hin und wieder meine Meinung hinauszublasen, egal ob gehört oder nicht. Auf meinem Seniorplus-Server ist dazu eine WordPress-Installation als Blog eingerichtet. Sie finden dieses unter http://medien.seniorplus.de.

Seniorplus hat einige Ableger. Dazu gehört die Bildersammlung unter http://moments.seniorplus.de (nebst Blog) und ein Blog „Adolphsdorf, das freundliche Dorf im Teufelsmoor“ unter http://adolphsdorf.blogspot.de – spasseshalber gibt es auch ein Wiki, welches Sie nutzen können.unter http://www.seniorplus.de/wiki. Dank der kostenlosen Domains von nic.de.vu sind einige Seiten auch unter einer de.vu-Adresse zu finden.

Wenn Geld in die Kasse kommt, ist das immer erfreulich. Seniorplus arbeit mit affili.net-Werbeanbietern zusammen. Die Zusammenarbeit mit Amazon ist es besonderes, denn von allen Einnahmen, die über einen Amazon-Link erzielt werden geht die Hälfte an den lokalen Tierschutzverein in Form von Katzenfutter. Ihr Klick hilft.

Es versteht sich von selbst, dass Sie hier auch Facebook-, Twitter- und Google+Bezüge finden. Aber dabei soll es auch bleiben. Meine ureigenste, ganz persönliche Webseite www.axel-buddenbaum.de gibt es auch noch. Im wesentlichen finden Sie dort Inhalte, wie sie auch unter Seniorplus zu finden sind.

Für Fragen und so weiter stehe ich gern zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt mit mir auf.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen noch einmal die Dropbox ans Herz legen. Eine Dropbox synchronisiert Ihre Daten auf all Ihren Rechnern, einfach, sicher und problemlos. Sie wählen aus welche Daten auf allen Ihren Rechnern zu finden sein sollen. Selbstverständlich können Sie Daten auch Ihren Freunden und Bekannten freigeben. Erfahren Sie mehr über Ihre Dropbox.

Mit freundlichen Grüßen

Axel Buddenbaum

Umfassende pflegerische Versorgung nach WBVG

Ein Vertrag nach dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) wird grundsätzlich auf unbestimmte Zeit geschlossen. Bei Änderung des Pflege- oder Betreuungsbedarfs ist der Heimträger verpflichtet, eine Anpassung der Leistungen anzubieten. Allerdings kann der Heimträger seine Verpflichtung, eine Vertragsanpassung anzubieten, vertraglich ganz oder teilweise ausschließen. Dieser Ausschluss ist nur dann wirksam, wenn der Heimträger an dem Ausschluss ein berechtigtes Interesse hat und dies in der Vereinbarung begründet (etwa Ungeeignetheit der Einrichtung). Dieser Ausschluss muss schriftlich erfolgen (nicht in elektronischer Form).

Diese Regelung ist für den Heimträger problematisch, da er zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses zumeist noch nicht absehen kann, welcher Pflege- und Betreuungsbedarf zukünftig besteht und welche Leistungen er zukünftig erbringen kann und welche nicht. Der Heimträger bleibt ohne Ausschluss der Vertragsanpassung solange leistungspflichtig, bis sich der Verbraucher für eine Beendigung des Vertrages entscheidet. Der Verbraucher hat insoweit einen vertraglichen Anspruch auf weitere Betreuung in der Einrichtung, auch wenn sich sein Pflegeaufwand erheblich erhöht. Ist eine Betreuung aus fachlichen Gründen nicht möglich, macht sich der Einrichtungsträger unter Umständen schadensersatzpflichtig. Er muss in einem solchen Fall Fachpersonal anstellen. Ein Ausschluss der Angebotsanpassung ist nur bei erstmaligem Vertragsschluss möglich. Eine nachträgliche Vereinbarung zum Ausschluss ist unwirksam. 

Der Ausschlussklausel kommt eine erhebliche Bedeutung zu. Einrichtungsbetreiber müssen sich genau überlegen, welche Leistungen sie auf keinen Fall erbringen können und wollen. Schließen sie Leistungen aus, müssen sie dies detailliert begründen. Der Versorgungsvertrag nach SGB XI enthält eine umfassende pflegerische Versorgung.

Zusätzliche Betreuungsleistungen n. § 45b SGB XI

Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen n. § 45b SGB XI 

Das Gesetz der Pflegeversicherung hat den Anspruch auf die sogenannten zusätzlichen Betreuungsleistungen mit dem Inkrafttreten des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes ab 01. Juli 2008 neu geregelt. Diese Betreuungsleistungen sind für pflegebedürftige Menschen mit und ohne Pflegestufe geschaffen worden, die in ihrer Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt sind.  Das Pflegeneuausrichtungsgesetz hat mit Wirkung ab 1.1.2013 neben dem Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen eine neue Leistungsart „Häusliche Betreuung“ eingeführt, die weitere Betreuungsmöglichkeiten für Pflegebedürftige öffnet. 

Anspruchsberechtigter Personenkreis:

Pflegebedürftige der Pflegestufen 1 bis 3 und Personen, die zwar einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung haben, die Voraussetzungen der Pflegestufe 1 noch nicht erfüllen (sogenannte Pflegestufe 0), haben Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen in Höhe des Grundbetrags. Bis 31.12.2014 war musste bei Pflegestufe I bis III eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz festgestellt worden sein. Seit dem 1.1.2015 haben alle Pflegebedürftigen der Pflegestufen o bis 3 Anspruch auf mindestens den Grundbetrag.

Welche Leistungen zusätzlichen Betreuungsleistungen gibt es?

Die Pflegeversicherung erstattet auf Antrag der Pflegebedürftigen und nach Feststellung der Anspruchsberechtigung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) 104 € (Grundbetrag) oder bis 208 € (erhöhter Betrag) an zusätzlichen Betreuungsleistungen. Der Gesetzgeber hat dabei festgelegt, dass diese Betreuungsleistungen im Kostenerstattungsverfahren abgerechnet werden. d.h. die Pflegebedürftigen bzw. deren Angehörige erhalten über die Betreuungsleistungen eine Rechnung, die sie dann bei der Pflegeversicherung einreichen können. Eine Direktabrechnung zwischen Leistungsanbieter (z.B. Pflegedienst) und Pflegekasse ist in diesen Fällen nicht vorgesehen. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Pflegekassen zu Verwaltungsvereinfachung dazu übergegangen sind in den allermeisten Fällen auch eine Direktabrechnung zu akzeptieren. Manche Pflegekassen verlangen dafür eine Abtretungserklärung seitens der Versicherten gegenüber dem Pflegedienst.

Zusätzliche Betreuungsleistungen können als

  • Tages- und Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Betreuungsleistungen eines ambulanten Pflegedienstes, wenn sichergestellt ist, dass es  sich dabei nicht um Leistungen der Grund- und Behandlungspflege handelt
  • ein nach Landesrecht anerkanntes sogenanntes niederschwelliges Betreuungsangebot 

in Anspruch genommen werden.

Bei der Auswahl der Betreuungsleistungen durch einen ambulanten Pflegedienst ist zu beachten, dass es sich um pflegekassenseitig anerkannte, qualitätsgesicherte Leistungen handelt. Diesbezügliche Informationen stellt die zuständige Pflegekasse auf Anfrage jedem Versicherten zur Verfügung. 

Welche Voraussetzungen müssen konkret erfüllt sein?

Die Person, für die die Leistungen beantragt werden, muss einen Antrag auf Einstufung in eine Pflegestufe gestellt haben. Bei der anschließend erfolgenden Begutachtung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) wird festgestellt, ob die Voraussetzungen für den zusätzlichen Betreuungsbedarf bestehen oder nicht.  Allgemein sind dieses:

  • Die Person ist pflegebedürftig und hat eine Pflegestufe 1 bis 3 oder
  • Die Person erfüllt die Kriterien der Pflegestufe 1 nicht, ist aber in ihrer   Alltagskompetenz  erheblich eingeschränkt. Die Einschränkung muss von Dauer sein (sogenannte Pflegesutfe 0)

Wer ist in seiner Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt?

Zur Beurteilung der Einschränkung der Alltagskompetenz sieht der Gesetzgeber einen Katalog von 13 Kriterien vor und definiert, dass eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt, wenn bei mindestens zwei der folgenden Kriterien eine Einschränkung vorliegt (davon muss mindestens eine Einschränkung aus den Kriterien 1 bis 9 vorliegen). 

Checkliste (PDF)

„Pflegestufe 0“

Pflegestufe Null hat sich für alle Hilfebedarfe unterhalb der Pflegestufe 1 SGB XI eingebürgert. Dokumentiert ist die Pflegestufe Null nicht. Gem. SGB XI gibt es  andere und geringere Hilfebedarfe als nach SGB XI bezeichnet. Unter anderen oder geringeren Leistungen lassen sich sowohl Leistungen der Sozialen Betreuung, der Alltagshilfe, der pädagogischen Beratung, der Beschaffung, Aufbewahrung und Vergabe von Arzneimitteln, der Psychiatrie, der Psychotherapie sowie der Freizeit und Tagesstruktur zusammenfassen. Leider sind damit auch die vielen Hilfebedarfe von psychisch Kranken, Demenzkranken und auch von „Suchtmittelabhängigen“ zunächst abgetan. Es ist relativ unerfreulich, wenn der Gutachter des MDK einen Minutenbedarf unterhalb der Pflegestufe 1 SGB XI bestätigt, denn Widersprüche machen Arbeit. Aber es erleichtert letztlich die Geltendmachung von entsprechenden Hilfen gegenüber dem Sozialhilfeträger, denn der ist an die Entscheidung des MDK gebunden. Das gilt nebenbei bemerkt auch für die Feststellung von Mehrbedarfstatbeständen z.B. Krankenkost.

Die rechtlichen Grundlagen der Medikamentengabe

Die Medikamentengabe ist eine Leistung der häuslichen Krankenpflege. Ihre rechtliche Grundlagen sind in § 37 Absatz 2 Sozialgesetzbuch 5 geregelt. Die Ausführungsrichtlinien werden von dem Gemeinsamen Bundesausschuss, dem Vertreter der Ärzte, der Krankenhäuser und der Krankenkassen angehören, beschlossen.
Grundsätzlich hat der Arzt die Möglichkeit eine Anleitung zur Medikamenteneinnahme zu verordnen. Die ist vergleichbar einer Einnahmeempfehlung und letztlich ohne bindende Wirkung. Ziel der Anleitung ist es, den Patienten, seine Angehörigen oder andere Personen in Lage zu versetzen, die Medikamentengabe dauerhaft selbständig durchzuführen. Die Anleitung kann bis zu zehnmal vom Pflegedienst durchgeführt werden.
Wenn Heimbewohner, die ihre Medikamente nicht mehr selbst beschaffen und einnehmen können, das Heim mit dieser Aufgabe beauftragen, führt das Heim also eine Anleitung zur Medikamenteneinnahme aus, eine Aufgabe, die mehr oder weniger der psychosozialen Betreuung zuzurechnen ist. Ein Heim ist an die entsprechenden Verordnungen des Wohn- und Betreuungsgesetzes gebunden und benennt eine oder einen Mitarbeitende(n) als Verantwortlichen für die Medikamentenbeschaffung, – aufbewahrung und – verabreichung. Hier sind alle Heime gemeint, die nicht Pflegeeinrichtung im Sinne des SGB XI sind.

Ist eine Anleitung zur Medikamenteneinnahme nicht sinnvoll, so kann der Arzt die Medikamentengabe verordnen. Er stellt dazu eine Verordnung auf dem Kassenformular (Rezept) aus, deren Leistung von zugelassenen Pflegediensten erbracht und den Kassen gegenüber abgerechnet werden kann.

Zur Medikamentengabe gehören:
· das Richten der ärztlich verordneten Medikamente. Das Richten der Arzneimittel erfolgt i.d.R. wöchentlich (mit Ausnahme flüssiger Medikamente wie Säfte und Tropfen) und umfaßt auch die Kontrolle, ob die Medikamente regelmäßig eingenommen wurden.
· das Verabreichen von ärztlich verordneten Medikamenten, (z. B. Tabletten, Augen-, Ohren- und Nasentropfen, Salben, Tinkturen, Lösungen, Aerosole, Suppositorien)

Die Kosten für vom Hausarzt verordnete Leistungen nach SGB V werden von der Krankenkasse komplett übernommen, sofern eine Befreiung von der Rezeptgebühr vorliegt. Ist das nicht der Fall, dann sind die ersten 28 Tage pro Jahr 10 % der Kosten selbst zu tragen. Desweiteren müssen Sie für jede Verordnung häuslicher Pflege, die der Hausarzt ausstellt, 10,00 € an die Krankenkasse entrichtet werden. Es empfiehlt sich also, die Verordnung über einen möglichst langen Zeitraum ausstellen zu lassen.

Die Medikamentengabe ist nur verordnungsfähig bei Patienten mit
· einer so hochgradigen Einschränkung der Sehfähigkeit, dass es ihnen unmöglich ist, die Medikamente zu unterscheiden oder die Dosis festzulegen oder
· einer so erheblichen Einschränkung der Grob- und Feinmotorik der oberen Extremitäten, dass sie die Medikamente nicht an den Ort ihrer Bestimmung führen können oder
· einer so starken Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit, dass sie zu schwach sind, die Medikamente an den Ort ihrer Bestimmung bringen zu können oder
· einer starken Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit oder Realitätsverlust, so dass die Compliance bei der medikamentösen Therapie nicht sichergestellt ist oder
· entwicklungsbedingt noch nicht vorhandener Fähigkeit, die Leistung zu erlernen oder selbständig durchzuführen.

Blick auf Fehler in der Pflege

Bei Reinhard Leopold klingelt seit einigen Tagen das Telefon häufiger als sonst. Immer öfter melden sich bei ihm Angehörige von Menschen, die in Pflegeheimen wohnen. Sie berichten nach der Veröffentlichung des Gewaltvorfalls in einem Bremer Pflegeheim von eigenen schlimmen Erlebnissen und suchen Rat. Wie berichtet, hatte ein Angehöriger gefilmt, wie seine Mutter bei der Pflege gestoßen und ihr an den Haaren gezogen wurde. Leopold gehört mit Gerhard Vit, Magda Maibaum und Beate Grünitz zu jener Gruppe Ehrenamtlicher, die als sogenannte externe Heimfürsprecher Bewohnerbeiräte unterstützen und für Belange von Bewohnern in Pflegeeinrichtungen eintreten. Aus dieser Erfahrung heraus ist ihre Selbsthilfe-Initiative „Heim-Mitwirkung“ entstanden. Doch die Aktiven wollen nicht nur Mängel sammeln oder gar den Berufsstand verteufeln, sondern aufklären und sich für eine gemeinsame Verbesserung der Zustände einsetzen.

Umgang mit Belastungen

Vor allen anderen Forderungen geht es ihnen um eine bessere personelle Ausstattung der Heime, und zwar mit genügend Fachkräften. Für diese müsste es zudem Fortbildungsangebote und Schulungen geben, damit sie noch professioneller mit großen Belastungen umgehen könnten. Auch wenn Reinhard Leopold sagt, „man kann keine Qualität in die Heime hineinprüfen“, so wünschen er und seine Mitstreiter sich doch häufigere und vor allem unangemeldete Überprüfungen von Heimen, um mögliche Missstände aufzudecken.

Viel Zeit würde heute für das Schreiben von Pflegedokumentationen aufgebracht, so Leopold. „Aber es wird null Zeit darauf verwendet, sie zu lesen.“ So wüssten Pflegende beim Schichtwechsel häufig zu wenig über das Geschehene. Beate Grünitz, die durch die Heimpflege ihrer Mutter haarsträubende Zustände und Versäumnisse, aber auch die Not der Pflegenden erlebte, plädiert unter anderem für schnelle Entbürokratisierung.

Doch die Fürsprecher von Bewohnern und Angehörigen sehen nicht nur „ihre“ Seite. „Es sind ja nicht zwei Fronten“, betont Grünitz. Sie ermutigt Angehörige, Pflegekräfte zügig anzusprechen, wenn es Fragen gibt. „Man sollte sie nicht gleich mit Vorwürfen konfrontieren, sondern sich Situationen erklären lassen“, sagt sie. „Dann kann man Schwachstellen gemeinsam aufdecken.“ Außerdem ist sich die gelernte Krankenschwester, die selbst in der Pflege arbeitet, sicher: „Pflege ist ein psychisch belastender Beruf, in den man aus Überzeugung geht. Sonst kann man die Situationen nicht aushalten.“ Vielfach würden aber Menschen umgeschult, die für den Beruf nicht geeignet wären. Das hat sie in den Heimjahren ihrer Mutter erlebt. Zudem gebe es kaum noch Vollzeitstellen, sodass Bewohner mit immer mehr Gesichtern und Namen konfrontiert würden. „So ist kein Aufbau einer Beziehung möglich“, meint Grünitz.

Abbau von Ängsten

Reinhard Leopold sieht drei beteiligte Säulen, wenn es um Kommunikation in Heimen geht: Bewohner sowie Angehörige, dazu die Pflegenden und die Heimleitungen. „Auf allen Seiten müssen Ängste abgebaut werden“, meint er. Das Verständnis für Pflegekräfte solle aber nicht dazu führen, Missstände hinzunehmen. „Dann ändert sich ja nie etwas.“

Wie wichtig ihr Einsatz für Bewohner ist, hat Magda Maibaum des öfteren erfahren. Da war die alte Frau, die in dem Waschraum neben ihrem Zimmer noch nicht einmal eine Heizung hatte und immer fror. Erst als sich die Heimfürsprecherin für den Einbau einsetzte, geschah etwas. „Gerade Menschen ohne Angehörige vor Ort brauchen unseren Beistand“, sagt sie.

Seit im Jahr 2002 die Verordnung „zur Mitwirkung in Heimen für erwachsene Menschen“ entwickelt wurde, gibt es diese Möglichkeit für Nichtbewohner, in die Heimbeiräte gewählt zu werden oder als Heimfürsprecher die Interessen der Bewohner zu vertreten. Die Sozialbehörde hat vielfach für die ehrenamtliche Tätigkeit geworben. „Die Schulung und Fortbildung von Bewohnerbeiräten und Fürsprechern erfolgt über die Sozialbehörde vor allem durch schriftliche Informationen und jährliche Regionaltreffen mit anschließendem Erfahrungsaustausch“, sagt Behördensprecher Bernd Schneider.

Wo es Rat und Hilfe gibt

Für Fragen zu Missständen in der Pflege hat das Bremer Forum gegen Gewalt in Pflege und Betreuung eine Broschüre mit Informationen und Anlaufstellen für Betroffene und deren Angehörige herausgegeben. Verschiedene Formen von Gewalt werden dort ebenso thematisiert wie verschiedene Möglichkeiten für Beistand und Hilfe.

So wird darauf hingewiesen, dass auch „unabgesprochenes Duzen, Verletzung des Schamgefühls, mangelhafte Ernährung oder unzureichende hygienische Versorgung“ Gewaltformen seitens der Pflegekräfte seien. „Ein ständiges Fordern des pflegebedürftigen Menschen“ sei andersherum eine Belastung für das Pflegepersonal. Die Broschüre nennt Demütigung, Medikamentenmissbrauch, natürlich auch tätliche Angriffe und sexuelle Gewalt als Erscheinungsformen.

Sie erklärt Situationen und Rollen, durch die Gewalt entstehen kann, nicht nur in Pflegeheimen, sondern auch in anderen Betreuungssituationen. Sie vermittelt aber auch mögliche Vorgehensweisen nach Vorfällen und betont die Bedeutung von Gesprächen. Folgende Anlaufstellen werden in der Broschüre genannt:

Unabhängige Patientenberatung Bremen, Richard-Wagner-Straße 1a, 28209 Bremen, Telefon: 347 73 74.

Selbstbestimmt Leben, Beratungsstelle für behinderte Menschen, Ostertorsteinweg 98, 28203 Bremen, Telefon: 70 44 09.

Demenz Informations- und Koordinationsstelle, Beratungsstelle für Angehörige von Menschen mit Demenz, Auf den Häfen 30-32, 28203 Bremen, Telefon: 79 02 73.

Help-Line – das Telefon für pflegende Angehörige und ältere Menschen, Telefon: 7 94 84 98.

Angehörigenberatung im Klinikum Bremen-Mitte, Haus 31, St. Jürgen-Straße, 28203 Bremen, Telefon: 497 26 70.

Hilfswerk Bremen – Betreuungsverein, Vegesacker Str. 59, 28217 Bremen, Telefon: 396 77 34.

Heimaufsicht des Senators für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, Bahnhofsplatz 29, 28195 Bremen, Telefon: 36 10.

Die Selbsthilfe-Initiative „Heim-Mitwirkung“ ist unter der Nummer 33 65 91 20 erreichbar. Am zweiten Sonnabend eines Monats trifft sich die Gruppe um 15 Uhr im Netzwerk Selbsthilfe, Faulenstraße – www.heimmitwirkung.de

Wer soll’s machen, wer will’s machen?

Waschen, füttern, beraten, beschäftigen gehört zu den alltäglichen Aufgaben in der Altenpflege. Während die Anzahl der zu pflegenden Senioren immer mehr zunimmt, schwindet im Verhältnis das Personal, das diese Aufgaben bewältigen kann. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) spricht von einer dramatischen Lage. Die ersten ambulanten Pflegedienste fänden kaum noch Mitarbeiter und müssten ihr Angebot zurückfahren, sagt bpa-Landesleiter Henning Steinhoff. Seiner Ansicht nach könnte mehr Zuwanderung das Problem lösen. Deshalb fordert er, die Hürden für ausländische Pflegekräfte weiter abzusenken, etwa was die Sprachkenntnisse anbelangt.

Tatsächlich ist der Anteil an ausländischen Mitarbeitern in Seniorenheimen in Niedersachsen gering. In der Statistik der Bundesagentur für Arbeit tauchten zuletzt rund 900 ausländische Pflegekräfte auf. Insgesamt arbeiten in niedersächsischen Seniorenheimen rund 75.000 Menschen. Eine Zentralstelle der Bundesagentur für Arbeit in Bonn versucht derzeit verstärkt, Pflegekräfte aus Griechenland, Spanien, Italien und Portugal nach Deutschland zu holen. Sprecherin Beate Raabe sagt allerdings: „Wir sind nicht die einzigen, die Bedarf haben.“ Auch in Skandinavien und Großbritannien fehlten Altenpfleger. Dass von Ausländern in der Pflegebranche gute Deutschkenntnisse verlangt werden, hält sie für sinnvoll, schließlich müssten die Pfleger täglich mit den Senioren sprechen.

Hintergrund:

Im Dezember 2011 wurden in Niedersachsen 91.556 Personen in stationären Pflegeheimen betreut – und damit 6.482 Personen (7,6 Prozent) mehr als bei der letzten Erhebung des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen im Jahr 2009. Im Jahr 1999 wurden 61.258 Senioren in Heimen betreut – 49,5 Prozent weniger als 2011. 

1.667 stationäre Pflegeheime gab es im Dezember 2011 gegenüber 1.477 am Jahresende 2009. Das bedeutet ein Plus von 12,9 Prozent. Hier wurden 2011 75.691 Beschäftigte gezählt. 

Von ambulanten Pflegediensten wurden im Dezember 2011 63.525 Personen versorgt – 607 (1 Prozent) mehr als im Jahr 2009. 1999 waren es noch 23.104 Personen – 57,2 Prozent weniger als 2011.

1.189 ambulante Pflegedienste gab es im Dezember 2011 – und damit 2,1 Prozent mehr als 2009. Damals lag die Zahl bei 1.164 Einrichtungen. 2011 waren dort 29.362 Personen beschäftigt.

Das Interesse an Hausnotrufsystemen steigt

Das Interesse an Hausnotrufsystemen steigt – welcher Anbieter ist zu empfehlen?
Die meisten hilfebedürftigen Menschen scheuen den Umzug in eine Betreuungs- oder Pflegeeinrichtung und wünschen sich einen möglichst langen verbleib in den eigenen vier Wänden. Durch Angehörige oder ambulante Dienste kann in vielen Situationen auch die benötigte Unterstützung gewährleistet werden. Nichtsdestotrotz treten häufig Umstände auf, in denen die hilfebedürfte Person entweder auf sich alleine gestellt ist, oder der Einsatz geschulter Rettungskräfte benötigt wird. Der einfachste und effektivste Weg Hilfe zu benachrichtigen besteht aus der Verwendung eines Hausnotrufsystems. 
Der Bedarf nach entsprechenden Systemen steigt und mit ihm auch die Anzahl an Anbietern. Neben den vielen regionalen Dienstleistern bieten insbesondere die großen deutschlandweit agierenden Hilfsorganisationen wie die Malteser, Johanniter oder das Deutsche Rote Kreuz einen Hausnotruf-Service an. Der Vergleich der Hausnotruf-Anbieter im Stiftung Warentest bietet eine Hilfestellung, um die richtige Wahl des Anbieters zu treffen.  Ein Unterscheidungspunkt liegt beispielsweise in den eingesetzten Gerätemodellen, deren Funktionsweise allerdings gleich ist. So trägt die hilfebedürftige Person einen Handsender bei sich, mit dem der Hausnotrufdienst alarmiert werden kann. Dies geschieht entweder per Tastendruck oder über einen im Sender integrierten Sensoren, der einen Sturz auch ohne Tastenbetätigung erfasst und meldet. Daraufhin wird über die Basisstation einen direkten Sprachkontakt mit einem Mitarbeiter des Notrufdienstes hergestellt. Der Mitarbeiter leitet dann die notwendigen Maßnahmen ein, wie die Benachrichtigung einer Kontaktperson (z.B. Angehöriger oder Nachbar) oder des Rettungsdienstes.
Die preislichen Unterschiede zwischen den Anbietern sind insgesamt schwer einschätzbar, weil sie von vielen Faktoren wie beispielsweise der vorhandenen Pflegestufe und zusätzlichen Leistungen abhängen. Grundsätzlich kann aber ein Hausnotruf-Service im Rahmen der Pflegeversicherung komplett kostenlos bereitgestellt werden. Ohne Pflegestufen belaufen sich die Kosten im Durchschnitt auf knapp 20€ im Monat für die Basisangebote. 
Auch wenn preislich zunächst geringe Unterschiede auszumachen sind, lohnt sich trotzdem der Anbietervergleich, da es zum einen auf ‚versteckte‘ Kosten zu achten gilt (z.B. für häufiges Betätigen des Notrufs) und es durchaus zu Unterschieden in der Qualität der Notrufbearbeitung kommen kann. Hierbei hat sich gezeigt, dass die großen Anbieter wie die Malteser Pluspunkte sammeln können. 
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