Archiv der Kategorie: Software

Chronik eines Erfolges: Microsoft Windows

Windows 1.0

Windows 1.0 wurde bei seiner Vorstellung 1983 anlässlich der Computermesse COMDEX noch als „Interface Manager“ für DOS präsentiert. Erst einige Zeit später erhielt die Software von Microsofts Marketing-Strategen den Namen „Windows“. Hintergrund war, dass die hauseigenen Entwickler stets von Fenstern – also „Windows“ -sprachen, wenn es um den Umgang mit den einzelnen Teilen der Oberfläche ging. 

Der Einführungspreis von Windows 1.0 lag 1985 bei gerade einmal 99 US-Dollar, was im Vergleich zu den heute oft sehr teuren Premium-Varianten von Windows und den damals üblichen Technikpreisen recht wenig scheint. Letztlich wurde Windows 1.0 jedoch kein großer kommerzieller Erfolg, denn die Zahl der verfügbaren Anwendungen war sehr gering. Schon damals setzte Microsoft auf einen Vertrieb, der nicht nur über Händler, sondern auch über einen direkten Kontakt zu den Hardware-Herstellern lief. 

Die Bedienung von Windows 1.0 erfolgte über einen recht simplen Datei-Manager, über den die ausführbaren Dateien der einzelnen Programme ausgewählt und gestartet werden konnten. Der Anwender konnte sich dann mehrere Dokumente in verschiedenen Fenstern anzeigen lassen. Erstmals hielt eine Art Taskleiste Einzug, bei der die verschedienen geöffneten Programm am unteren Bildschirmrand anhand von Symbolen ausgewählt werden konnten. Die Bedienung erfolgte mit Maus und Tastatur. 

Die am 21. November 1985 vorgestellte erste tatsächlich verfügbare Version von Windows trug die Nummer 1.01. Seit Mai 1986 waren erstmals Varianten in einigen europäischen Sprachen erhältlich, darunter auch eine deutsche Ausgabe, die für rund 340 D-Mark angeboten wurde. Im Laufe der Zeit erhielt Windows 1.0 einige Updates, die allerdings nur kleinere Verbesserungen enthielten, zu denen auch aktualisierte Treiber für verschiedene Geräte gehörten.

Windows 2.0

Windows 2.0 brachte 1987 gegenüber der Version 1.0 zwar nur vergleichsweise wenige Neuerungen mit sich. Dazu gehörte, dass Fenster nun auch überlappend angezeigt werden konnten. Außerdem ließ sich nun die Größe ändern und das bis heute übliche Wechseln zwischen verschiedenen Fenstern mittels ALT+Tab war erstmals möglich. In technologischer Hinsicht war Windows 2.0 vor allem deshalb ein Meilenstein, weil die Variante Windows/386 erstmals die 32-Bit-Technologie von Intels 80386-Prozessoren unterstützte. Darüber hinaus gab es Word und Excel erstmals auch für Windows. 

Mit Windows 2.0 begann zudem eine langwierige rechtliche Auseinandersetzung mit Apple. Mitte März 1988 reichte Apple Klage ein, weil man durch verschiedene Elemente der Benutzeroberfläche das Urheberrecht verletzt sah. Apple war der Überzeugung, dass Microsoft in Sachen Benutzerführung und Oberflächengestaltung dreist beim Mac geklaut hatte, wobei es unter anderem um die Anzeige überlappender Fenster ging. Die Richter in dem Verfahren ließen nur einen kleinen Teil der fast 200 Klagepunkte von Apple überhaupt zu dem Verfahren zu. Mitte April 1992 wurde dann entschieden, dass die meisten Elemente der Oberfläche nicht durch das Urheberrecht geschützt werden können. 

Windows 3.0

Als Windows 3.0 1990 auf den Markt kam, hielten zahllose Neuerungen und eine Vielzahl von Programmen Einzug, die dafür sorgten, dass man, obwohl Windows weiterhin auf DOS aufsetzte, erstmals von Windows selbst als Betriebssystem sprach. Seit der Version 3.0 kann Windows auf verschiedenen Plattformen eingesetzt werden, ohne dass dafür eine speziell für den jeweiligen Prozessor gedachte Version nötig ist. Ab Werk wurde nun die Grafikausgabe per VGA unterstützt und die bis heute übliche Registrierungsdatenbank hielt Einzug. 

Windows 3.0 wurde millionenfach verkauft. Bereits nach vier Monaten hatte Microsoft eine Million Kopien zu einem Verkaufspreis von 150 Dollar abgesetzt. Bis zum Jahr 1991 ging Windows 3.0 dann immerhin 25 Millionen Mal über die Ladentheken. Allmählich begann auch der Abschied von der Diskette als Installationsmedium, denn schon die mit Multimedia-Funktionen erweiterte Ausgabe Windows 3.00a wurde nur noch auf CD-ROM angeboten. 

Windows 3.1 und 3.11

Mit dem Anfang März 1992 veröffentlichten Windows 3.1 begann der große kommerzielle Erfolg von Microsofts Betriebssystem. Ab dieser Ausgabe wurden Soundkarten standardmäßig unterstützt und die Ausgabe von hohen Bildschirmauflösungen und Farbtiefen bis zu 32 Bit wurde möglich. Dies sorgte allerdings auch dafür, dass viele Programme, die für die Vorgängerversion entwickelt wurden, nicht mehr in Verbindung mit dem neuen Windows 3.1 eingesetzt werden konnten. 

Microsoft nahm mit Windows 3.1 auch den Kampf gegen „Softwarepiraten“ auf, indem das Unternehmen ein Hologramm auf den Installationsmedien und das so genannte Echtheitszertifikat einführte. Außerdem erprobte Microsoft eine Art Prüfung, durch die Probleme mit alternativen DOS-Versionen wie DRDOS verursacht werden sollten, deaktivierte diese aber in der fertigen Retail-Verion. Zu den technischen Neuerungen gehörten die Unterstützung für TrueType-Fonts und die Möglichkeit, Dateien zwischen Fenstern per Drag and Drop hin und her zu bewegen. 

Mit dem im November 1993 erschienen Windows 3.11 für Workgroups wurde erstmals der Zugriff auf das Internet möglich. Über ein Update konnte das TCP/IP-Protokoll nachinstalliert werden, so dass langfristig auch die Chance bestand, per ISDN und DSL ins Internet zu kommen. Die Mindestanforderung war damals ein 386SX oder 386DX Prozessor von Intel oder ein kompatibles Produkt von anderen Herstellern wie AMD und VIA. Windows 3.11 war insgesamt 15 Jahre verfügbar, konnte es doch bis Ende 2008 noch von Geräteherstellern erworben werden, die es unter anderem auf Embedded-Systemen einsetzen. 

Windows NT

Schon 1992 wurde Windows NT, wobei der Namenszusatz für „New Technology“ steht, anlässlich der Win32 Professional Developers Conference in San Francisco erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Zu den Zielen der neuen, modular entwickelten Plattform gehörte eine deutlich größere Stabilität, die das neue System für die Verwendung auf Server-Systemen besser geeignet machte. Es gab Varianten für Workstation- und für Server-Systeme, NT war also von vornherein eigentlich für den Business-Markt konzipiert. 

Mitte 1993 war mit Windows NT 3.1 die erste Ausgabe im Handel erhältlich, mit der der Abschied von der Abhängigkeit von MSDOS begann. Mit NTFS hielt ein neues Dateisystem Einzug und schon von Anfang an wurde ein 32-Bit-Kernel verwendet. Dadurch entstanden diverse Kompatibilitätsprobleme mit den älteren Versionen von Windows, weshalb Microsoft sich entschied, die DOS-basierte Windows-Familie zunächst weiter zu entwickeln, vor allem um Spiele-Nutzern weiter attraktive Produkte zu bieten. 

1994 bzw. 1995 hielt Windows NT 3.5 bzw. 3.51 Einzug. Diese Version brahte vor allem Detailverbesserungen mit, die für eine größere Stabilität sorgten. NT 3.51 unterstützte diverse neue 32-Bit-Anwendungen, die zuvor nicht lauffähig waren und wird noch heute vielerorts auf isolierten Systemen eingesetzt. Es konnte auf diversen Plattformen eingesetzt werden, darunter neben PowerPC auch RISC-Systeme. 

Windows 95 und Windows NT 4.0

Unter dem Codenamen „Chicago“ ging Windows 95 im Jahr 1994 in seine erste breit angelegte Testphase. Mehr als 20.000 Kunden, Enthusiasten, Software-Entwickler und Hardware-Hersteller aus über 20 Ländern in aller Welt erhielten die Vorabversion. Im Februar 1995 ging Windows 95 dann in einer Testversion an wenige ausgesuchte Tester, die allerdings ein Geheimhaltungsabkommen unterzeichnen mussten. Ende August 1995 wurde dann die fertige Ausgabe zum Verkauf freigegeben, mit der der Abschied von der 16-Bit-Architektur endgültig wurde. 

Der Marktstart erfolgte mit einer riesigen Marketing-Kampagne, was dann auch für einen nie dagewesenen Erfolg des neuen Betriebssystems sorgte. Unter anderem hielt nun echtes Multitasking auch bei den „Nicht-NT-Systemen“ Einzug. Mit der zweiten Version Windows 95B wurden erstmals Festplattenpartionen von mehr als zwei Gigabyte Kapazität unterstützt. Besonders auffällig war die stark überarbeitete Benutzeroberfläche, zu der auch das neue Startmenü, Kontextmenüs und der Desktop gehören. Windows 95B bot außerdem erstmals USB-Support, der jedoch erst mit der 1997 erschienenen Version 95C einigermaßen einwandfrei seinen Dienst tat. 

1996 hielt auch Microsofts Browser Internet Explorer 3.0 erstmals auf breiter Front Einzug. Innerhalb der ersten Woche nach dem Termin der offiziellen Verfügbarkeit wurde die Software bereits mehr als eine Million Mal heruntergeladen, obwohl das Internet damals bei weitem noch nicht seine heutige Bedeutung erreicht hatte. Im gleichen Jahr kam außerdem Windows NT 4.0 auf den Markt, das eine ähnliche Oberfläche wie Windows 95 spendiert bekommen hatte. 

Windows 98

Mitte 1998 kam das zuvor unter dem Codenamen „Memphis“ entwickelte Windows 98 auf den Markt, das die Linie der Nicht-NT-Systeme von Microsoft fortführte. Der Verkauf lief als „Update“ zu Windows 95 von Anfang an ordentlich, obwohl Windows 98 zunächst noch zahlreiche Fehler aufwies, die erst mit der späteren Veröffentlichung der so genannten Second Edition einigermaßen unter Kontrolle gebracht werden könnten. Besonders berühmt wurde ein Vorfall während der Vorstellung anlässlich der Consumer Electronics Show 1998, als ein Bluescreen-Absturz den Microsoft-Gründer Bill Gates bei seinem Bühnenauftritt blamierte. Das neue Betriebssystem war anfangs in mehr als 40 Ländern erhältlich. 

1999 wurden mit Windows 98 Second Edition diverse sinnvolle Neuerungen eingeführt, die dem Betriebssystem zu einem schnellen Erfolg verhalfen. Unter anderem wurde die USB-Unterstützung deutlich verbessert und erstmals konnte eine Internet-Verbindung eines Rechners mittels der Verbindungsfreigabe auch von anderen Rechnern genutzt werden. Aufgrund der Beliebtheit wurde der Support deutlich länger aufrecht erhalten als ursprünglich geplant war. Hintergrund waren die Probleme mit Windows Millenium, das bis zur Einführung von Windows Vista oft als größter Fehlschlag in der Geschichte von Windows betrachtet wird. 

Windows Millenium

Windows Millenium war das letzte Betriebssystem der so genannten Windows 9x-Reihe beziehungsweise DOS-Linie. Die Grundlage bildete Windows 98SE, wobei unter anderem der neue Windows Media Player 7 Einzug hielt. Darüber hinaus wurde die Unterstützung für den USB-Standard deutlich verbessert, es gab jedoch von Anfang an massive Stabilitätsprobleme, was Windows Millenium einen nachhaltig schlechten Ruf einbrachte. Erst nach diversen Updates konnte Windows ME einigermaßen zuverlässig eingesetzt werden. 

Windows 2000

Die Betaphase von Windows 2000 begann schon im Herbst 1997 als unter der Bezeichnung Windows NT 5.0 die erste Vorabversion an Tester verteilt wurde. Der Name Windows 2000 wurde ab 1998 verwendet. Mitte Februar 2000 erschien dann die erste finale Ausgabe des vor allem im Business-Bereich sehr beliebten Betriebssystems. Zwar war es mit rund 800 D-Mark sehr teuer, doch im Laufe der Zeit fand Windows 2000 auch unter Privatanwendern viele Fans, was auch auf seine hohe Kompatibilität zu Programmen zurückzuführen ist, die eigentlich für Windows XP entwickelt wurden. 

Die Kunden schätzten an Windows 2000 stets die hohe Stabilität, was bei XP Anfangs keineswegs der Fall war. Gerade in Unternehmen wird Windows 2000 heute noch oft an Workstation-Systemen eingesetzt, was vor allem auf die langjährige Unterstützung durch Microsoft und ständige Aktualisierungen zurückzuführen ist. Im Gegensatz zu den Nachfolgeversionen muss Windows 2000 noch nicht durch Microsoft aktiviert werden, sondern kann nach Eingabe eines gültigen Produktschlüssel sofort genutzt werden. Im Juli 2010 endete der Support durch Microsoft endgültig. 

Windows XP

Mit Windows XP führte Microsoft im Jahr 2001 sein bisher erfolgreichstes Betriebssystem ein, das zuvor unter dem Codenamen „Whistler“ entwickelt wurde. Der Namenszusatz „XP“ steht hier für eXPerience, was die Multimediafähigkeit betonen soll. Windows XP wurde in den Varianten Home Edition, Professional, Media Center Edition und später auch als Tablet PC Edition angeboten. Im Jahgr 2005 wurde zudem eine 64-Bit-Variante eingeführt, die eigentlich auf Windows Server 2003 basiert. Für Entwicklungsländer gab es außerdem die funktionell beschränkte so genannte Windows XP Starter Edition. 

Mit XP hielt erstmals der NT-Kern im Privatkundenbereich Einzug, was neben der neuen Benutzeroberfläche „Luna“ für eine deutlich größere Benutzerfreundlichkeit durch eine erhöhte Stabilität sorgen sollte. Zusätzlich wurde unter anderem das Startmenü ausgebaut, so dass nun zwei Spalten zum Einsatz kamen, die einerseits den Zugriff auf alle Programme und andererseits die am häufigsten genutzten Dokumente und Anwendungen des Anwenders ermöglichen sollten. Der Windows Explorer wurde zudem um Multimedia-Funktionen erweitert, die die Anzeige von Bildern, das Brennen von CDs und den Umgang mit komprimierten Dateien erlaubten. 

Mit der nun perfektionierten Systemwiederherstellung war außerdem das Zurücksetzen des Systems in einen früheren Zustand möglich, was vor allem bei fehlerhaften Installationen von Treibern und Anwendungen Abhilfe bieten sollte. Weitere wichtige Neuerungen waren die Einführung des Dateisystems NTFS im Markt der Privatanwender und die Integration der Windows Firewall, die mit dem zweiten Service Pack deutlich verbessert wurde. Die Kantenglättung für Schriften ClearType wurde bei XP ebenfalls neu eingebaut. 

Windows XP ist bei den Anwendern noch heute extrem beliebt. Zahllose Nutzer blieben auch nach der Einführung des Nachfolgers Windows Vista beim bewährten XP, weil sie keinen Grund sahen, eine Aktualisierung vorzunehmen. Oft herrschte die Meinung vor, ein Upgrade auf Vista lohne nicht, weil keine Neuerungen vorhanden seien, die dies rechtfertigen würden. Der Vertrieb von Windows XP wurde erst vor einigen Wochen offiziell eingestellt. Microsoft leistet nach einer mehrfachen Verlängerung der Frist noch bis April 2014 Support für das fast 10 Jahre alte Windows XP. 

Windows Vista

Wegen des großen Erfolgs von Windows XP wollte Microsoft mit der nächsten Version seines Betriebssystems eine große Anzahl von Neuerungen liefern. Während der Entwicklung kam es jedoch zu massiven Verzögerungen. Selbst ranghohe Manager geben heute zu, dass Microsoft sich zunächst zu hohe Ziele gesteckt hatte, weshalb die Entwickler zwischenzeitlich die Notbremse zogen und die Arbeit am Nachfolger von Windows XP von neuem begann. 2005 erschien die erste Vorabversion von Windows Vista, es dauerte aber noch bis 2007, bis das neue Betriebssystem endlich in den Handel kam. Technisch bot Vista tatsächlich viele Neuerungen. 

Unter anderem wurde die neue Benutzeroberfläche „Aero“ integriert, deren Darstellung teilweise Hardware-beschleunigt erfolgen kann. Aero sorgte für Animationen beim Umgang mit den Programmfenstern und erlaubt den Entwicklern die Nutzung diverser Effekte. Mit der Windows Sidebar wurden zudem die sogenannten Widgets auf den Desktop gebracht. Dabei handelt es sich um Minianwendungen, die zum Beispiel zur Anzeige von Informationen aus dem Internet genutzt werden können, ohne dass dafür ein Browser gestartet werden muss. 

Während Microsoft Windows Vista durchaus als Erfolg betrachtet, gilt das Betriebssystem in der öffentlichen Meinung als weitgehend gescheitert. Trotz zahlreicher Neuerungen wurde Vista von den Kunden nur schleppend angenommen. Innerhalb des ersten Jahres der Verfügbarkeit wurden immerhin 100 Millionen Lizenzen für Vista verkauft. Zahlreiche Unternehmen und Privatanwender verzichteten jedoch auf ein Upgrade auf Windows Vista, da sie der Meinung waren, die Neuerungen würden den Migrationsaufwand nicht rechtfertigen. Zudem war Vista vor der Bereitstellung des ersten Service Packs in vielen Bereichen noch unfertig, was neben der enttäuschenden Perfomance und beschränkter Treiberverfügbarkeit ebenfalls für Frustration unter den Kunden sorgte. 

Windows 7

Windows 7 erhielt seinen offiziellen Namen im Jahr 2008 als im September eine erste Vorabversion an die Teilnehmer von Microsofts Entwicklerkonferenz PDC herausgegeben wurde. Ab Februar 2009 verteilte Microsoft dann die erste breit verfügbare Beta, die mehrere Millionen Mal von interessierten Testern heruntergeladen wurde. Die Nachfrage war sogar so groß, dass Microsoft den Download zwischenzeitlich wegen einer Überlastung seiner Server vom Netz nehmen musste. Die Entwicklung von Windows 7 wurde im Juli 2009 abgeschlossen, es dauerte aber noch bis Ende Oktober bis das neue Betriebssystem im Einzelhandel für jedermann zu haben war. 

Die wohl wichtigste Neuerung in Windows 7 war die grundlegend überarbeitete Taskleiste, bei der nun alle Fenster eines Programms über das jeweilige Programmsymbol erreichbar sind. Das Interface wurde für eine effektivere Nutzung aufbereitet, so dass der Zugriff auf häufig genutzte Dokumente und Anwendungen nun schneller möglich ist. Außerdem konnte Windows 7 dank einer gewissen Touch-Optimierung auch auf Multitouch-Systemen eingesetzt werden. Neu waren auch die so genannten Bibliotheken, in denen Dateien verschiedener Art unabhängig von ihrem jeweiligen Speicherort zusammengefasst werden können. 

Windows 7 wurde vom Markt seinerzeit nach Angaben von Microsoft so gut angenommen wie kein Betriebssystem zuvor. Innerhalb des ersten Jahres der Verfügbarkeit wurden bereits 240 Millionen Lizenzen abgesetzt, was Windows 7 rasch einen Marktanteil von rund 24 Prozent bescherte. Aufgrund von Auflagen der Wettbewerbshüter der Europäischen Union wurde im März 2010 ein Menü zur Browserwahl integriert. Im Frühjahr 2011 erschien das erste und einzige Service-Pack. 

Auch mehr als sieben Jahre nach der Markteinführung war Windows 7 noch immer das am meisten genutzte Microsoft-Betriebssystem, lag der Marktanteil Ende 2017 doch laut Net Applications noch immer bei fast 47 Prozent. Microsoft reagierte noch vor dem Erscheinen des aktuellen Windows 10 auf das weiterhin große Interesse an Windows 7 und hat den Support daher bis ins Jahr 2020 verlängert. 

Windows 8 und Windows RT

Als Nachfolger von Windows 7 erschien im August 2012 das häufig kritisierte Windows 8. Mit der neuen Version, die unter Führung von Steven Sinofski und Julie Larson-Green entstand, versuchte Microsoft eine ganze Reihe von Neuerungen umzusetzen. Vor allem der neue sogenannte Startscreen sorgte zunächst für große Aufregung, weil mit ihm das Konzept der sogenannten Live-Tiles an die Stelle des klassischen Startmenüs trat und von den Nutzern eine grundlegende Umgewöhnung abverlangte. Der Startscreen war der Versuch, Windows für eine Touch-basierte Zukunft fit zu machen, doch für viele Anwender war die Umstellung schlichtweg zu drastisch. 

Zwar führte Microsoft zusammen mit seinen Hardware-Partnern zunächst eine Vielzahl von Tablets- und 2-in-1-Geräten mit abnehmbarer Tastatur ein, doch diese kamen bei den Nutzern nicht sonderlich gut an – was häufig auf das Betriebssystem zurückgeführt wurde. Seit Windows 8 gibt es nicht nur den Startscreen, sondern auch spezielle Apps und ein vollkommen überarbeitetes Design, die eigentlich für den Einsatz auf Geräten aller Art mit unterschiedlichsten Bildschirmgrößen konzipiert sind. Weil diese Apps ein neues Rahmenwerk nutzen, können sie auch auf ARM-basierten Geräten laufen, weshalb Microsoft zum Start von Windows 8 sogar mit dem Surface ein eigenes Tablet mit abnehmbarer Tastatur einführte, das auf einem ARM-Prozessor von Nvidia basierte. 

Das auf den ARM-basierten Geräten verwendete sogenannte Windows RT war im Grunde der Versuch, vollständig auf die neue Design-Sprache und die neue Art der weitestgehend plattform-unabhängigen Anwendungsentwicklung zu setzen. Aufgrund der weiterhin mangelnden Integration zwischen den neuen Apps, dem weiterhin großen Bedarf an der Nutzung der klassischen Windows-Software und dem teilweise nicht wirklich ausgereiften Design wurde Windows 8 für Microsoft schnell zum Desaster. Das Unternehmen entschied sich deshalb, bereits recht kurz nach der Einführung eine grundlegende Überarbeitung vorzunehmen. 

Windows 8.1

Das im August 2017 eingeführte Windows 8.1 sollte eigentlich die von Microsoft bei Windows 8 gemachten Fehler ausmerzen. Man war bemüht, in vielerlei Hinsicht auf die Kritik der Nutzer einzugehen und ließ deshalb unter anderem den zuvor gestrichenen Start-Button wieder in die Taskleiste zurückkehren. Es dauerte nur knapp ein Jahr, bis Windows 8.1 nach der weitestgehend als gescheitert betrachteten Einführung von Windows 8 auf den Markt kam. Auch der Startscreen wurde grundlegend überarbeitet und es erfolgte eine tiefergehende Integration von OneDrive. 

Windows 8.1 wurde deutlich besser angenommen als der Vorgänger, konnte sich aber nie gegen Windows 7 durchsetzen. Besonders problematisch war dabei, dass ein Bezug über Windows Update nicht möglich war, weil Microsoft unter der Haube grundlegende Veränderungen vorgenommen hatte. Stattdessen war stets eine Neuinstallation nötig. Mit Windows 8.1 begann allerdings auch in anderer Hinsicht eine neue Ära. Mit dem neuen Betriebssystem begann Microsoft, jährlich größere Updates für Windows zu veröffentlichen, statt an seiner bis dato üblichen Strategie der Einführung einer neuen Major-Version alle zwei bis drei Jahre festzuhalten.

Windows 10

Nach dem Scheitern von Windows 8 und 8.1 war Microsoft bemüht, schnell mit einer besseren Alternative aufzuwarten, so dass Mitte 2015 das neue Windows 10 erschien. Zuvor hatte es eine Reihe von Vorabversionen gegeben, die im Rahmen des ebenfalls neu eingeführten sogenannten Windows Insider Programms erschienen. Mit dem neuen Programm versucht Microsoft, das Feedback der Anwender in die Entwicklung seines Betriebssystems einfließen zu lassen, was auch maßgeblich zu Design und Funktionalität von Windows 10 beigetragen hat. Unter anderem kehrte mit Windows 10 ein richtiges Startmenü zurück, das Elemente des klassischen Windows-Startmenüs mit dem Startscreen und seinen Live-Tiles kombiniert. 

Windows 10 brachte auch die sogenannte Universal Windows Platform (UWP) mit, eine weiterentwickelte Variante dessen, was mit dem Metro-Design von Windows 8 erstmals erschienen war. Neben diversen neuen Funktionen, allen voran einem System zur Nutzung virtueller Desktops, DirectX12 und einem neuen Browser namens Edge, führte Microsoft mit Windows 10 auch den hauseigenen Sprachassistenten Cortana ein. Hinzu kamen diverse neue, ab Werk enthaltene Apps, die allesamt wie auch die meisten grundlegenden Windows-Funktionen mit einem neuen Design versehen wurden. 

Kritik fing sich das Unternehmen vor allem wegen seiner agressiven Versuche ein, die Nutzer älterer Versionen zum Upgrade zu bewegen. Lange war das Upgrade nicht nur kostenlos, sondern wurde auch mit diversen Meldungen und anderen Werbemaßnahmen in den älteren Versionen beworben. Unter anderem wurde das Upgrade sogar teilweise erzwungen, was die Redmonder teilweise sogar ins Visier von Behörden geraten ließ. Weil Windows 10 die Vision des gemeinsamen Kerns für alle Varianten vorantrieb, dient es heute auch als Plattform für die Microsoft-Spielekonsolen der Xbox-Serie. 

Eine der wichtigsten Neuerungen war die Umstellungen auf halbjährlich erscheinende Major-Updates, durch die Windows 10 konstant weiterentwickelt wird. Es wird daher häufig auch als „das letzte Windows“ bezeichnet, auch weil das Betriebssystem auch langfristig diesen Namen tragen soll. Erste Beispiel für die kontinuierliche Weiterentwicklung waren die ersten größeren Updates, die Microsoft seit 2015 jeweils im Frühjahr und Herbst veröffentlicht hat. Mit ihnen wuchs der Funktionsumfang stetig, so dass heute unter anderem erweiterte Funktionen zum Umgang mit der Eingabe per Stylus zur Verfügung stehen. 

Für die Zukunft plant Microsoft unter anderem die Einführung der sogenannten Fluent Design Language, also eines neuen Design-Konzepts, das Windows 10 an vielen Stellen mit neuen Effekten aufpoliert und zunehmend moderner werden lassen soll. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Weiterentwicklung auch auf dem Thema Virtual-, Augmented- bzw. Mixed-Reality. Damit Windows 10 auch in Zukunft das führende Betriebssystem im PC-Markt bleiben und weitere Einsatzgebiete erschließen kann, hat man eine spezielle VR-Oberfläche eingeführt und versucht außerdem, mit speziellen Varianten für günstige PC-Systeme Boden gegenüber Konkurrenten wie Chrome OS gut zu machen oder zu verteidigen.  

Quelle: http://winfuture.de/news,100660.html

Download: Windows 7 pro – ISO

Download: Windows 10 Fall Creators Update

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Haifischbecken 4.0

Heute hatte ich gegen Mittag einen seltsamen Anruf. „This ist the Microsoft Corp., Seatle, USA. You have a highly dangerous trojan on your computers harware“, tönte es mir auf Englisch mit starken indisch-pakistanischem Akzent entgegen. „We have to clean your computer. Please turn on your pc and tell me what you see!“

Als ich der Stimme sagte, dass ich meinen Rechner nicht angeschaltet hätte und ihm auch nicht sagen würde, was ich auf meinem Desktop sehe, wurde die Stimme streng: „Your operating system is under US-lincense and we have to take legal action. We will abonadon your internet and you will never enter the net again. Your computer is violation millions of other computers!“

Ich sagte, tun Sie einfach, was Sie meinen tun zu müssen. Und geben Sie’s mir schriftlich! Die Stimme aus dem geheuerten Callcenter in Indien flüsterte „Have a nice day!“ – Und das war’s

Der Trick dahinter ist wahrscheinlich folgender: ich habe einen Trojaner auf dem Rechner. Der ist soweit harmlos. Aber die oninöse Microsoft Corp. will mich als Admin dazu bringen einen mir nicht bekannten Befehl auf meinem Rechner auszulösen und so den Trojaner zu aktivieren. OK., mache ich natürlich nicht. Allgemein frage ich mich jedoch, warum um alles in der Welt verlagert sich alles ins Netz, web 4.0 und Internet der Dinge, wenn das ganze System doch ein Haifischbecken von Gaunern ist? So das die neue Freiheit sein?

Wer zahlt, leistet Beihilfe

Es gibt zahlreiche Trojaner (Ransomware), die private Nutzerdaten verschlüsseln und von den Opfern „Lösegeld“ verlangen. Und es werden immer mehr. Der Antivir-Hersteller Kaspersky hat in einer Umfrage festgestellt, warum die Masche so beliebt ist: Weil sie überaus erfolgreich ist. Die Erfolgsquote bei Ransomware ist besonders hoch, und das obwohl alle renommierten Antivir- und Internet-Schutz-Anbieter, darunter auch Kaspersky, abraten, auf die Forderungen der Erpresser einzugehen.

Ransomware ist nach wie vor omnipräsent. Zwischen Juli und September 2016 wurden im Vergleich zu den drei Monaten zuvor 2,6 Mal mehr Nutzer von derartiger Verschlüsselungssoftware attackiert. Kaspersky schreibt, dass man im dritten Quartal 2016 weltweit insgesamt 821.865 Ransomware-Attacken bei Kaspersky-Nutzern registrieren konnte. Mehr als jedes dritte (36 Prozent) Ransomware-Opfer hat angegeben, dass das geforderte Lösegeld gezahlt worden ist, um an die gesperrten Daten wieder heranzukommen. 20 Prozent von ihnen haben das aber bereut, denn eines von fünf Opfern gab an, dass auch nach der Zahlung des Lösegeldes kein Entschlüsselungs-Key gekommen sei.

Die Logik ist recht einfach: wer zahlt, unterstützt die Kriminellen! Und es gibt keinerlei Garantie, dass man seine Daten nachher entschlüsseln kann.

Es gibt ein paar ganz einfache Schutzmassnahmen.

1. Man mag es schon gar nicht mehr sagen: Legen Sie Sicherungskopien ihrer Daten an.
2. Trennen Sie Sicherungsdatenspeicher (Stick und externe Festplatten) vom Rechner, wenn sie nicht benötigt werden.
3. Legen Sie sich ein bootfähiges Image ihres aktuellen Betriebssystems zu. Unter dem Stichwort finden sie eine ganze Reihe guter Software im Netz.
4. Nutzen Sie portable Arbeitsprogramme. Die sind eingerichtet und müssen nur zurückkopiert werden.
5. Last, but not least, halten sie ihre Antivierensoftware auf dem neusten Stand. Sie finden eine Auswahl bei winfuture.

Wenn sie diese Punkte berücksichtigen, dann dauert eine komplette Neuinstallation ihres Rechners keine 30 Minuten und sie finden alles wie gehabt vor. Pfeifen Sie auf Erpressungsversuche!

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Cortana deaktivieren

Erfahrene Windows 10-Nutzer können Cortana zu deaktivieren: Auf Windows 10 Pro geht das über den Editor für lokale Gruppenrichtlinien (gpedit.msc). Dort kann man Cortana bei den Windows-Komponenten bzw. der Suche deaktivieren. 

Bei Windows 10 Home muss man den Weg über die Registry gehen (regedit) und einen neuen Dword (32-bit)-Wert bei HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Windows Search anlegen. Dieser ist AllowCortana zu benennen, setzt man den Wert dann auf 0 ist Cortana deaktiviert.

Bis 24.12.:SoftMaker Office tut Gutes

Diese Empfehlung gebe ich gern weiter, denn ich nutze selbst das SoftMaker-Office seit vielen Jahren. Es ist komplett mit MSOffice kompatibel, aber sehr viel schneller. Mit der Hilfskampagne Load and Help 2015 tut SoftMaker etwas sehr Gutes und Sinnvolles: SoftMaker schenkt Ihnen leistungsstarke Office-Programme und spendet für jeden Download 10 Cent. Mit dem Geld unterstützen SoftMaker sorgfältig ausgewählte Hilfsprojekte auf der ganzen Welt, die auf der gemeinnützigen Hilfsplattform betterplace.org präsentiert werden. In den vergangenen Jahren konnte SoftMaker insgesamt über 31.000 Euro spenden.

Bis zum 24. Dezember 2015 erhalten Sie kostenlos:

  • SoftMaker FreeOffice für Windows
  • SoftMaker FreeOffice für Linux
  • SoftMaker Office Mobile für Android
  • SoftMaker Office HD Basic für Android

Sie dürfen die Programme dauerhaft kostenlos verwenden und tun gleichzeitig etwas Gutes, weil SoftMaker für jeden Download spendet. Je mehr Downloads, umso höher der Spendenbetrag von SoftMaker, und umso mehr Hilfsprojekte können realisiert werden. SoftMaker legt Rechenschaft ab über die gespendete Summe und über jedes geförderte Projekt. So weiß jeder, was er mit seinem Download Gutes getan hat.

Erzählen Sie Freunden und Kollegen davon, schreiben Sie über SoftMaker auf Facebook oder Twitter, berichten Sie in Diskussionsforen – alles, was Ihnen einfällt.

http://www.loadandhelp.com/de/

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Portable ab in die Wolke

Was spricht eigentlich dagegen portable Anwendungen, wie Thunderbird, Firefox, SocialBrowser, SeaMonkey oder andere Portables, in die Wolke zu verlegen? Nichts, ausser vielleicht „Sicherheitsbedenken“.

Mittlerweile verfügt fast jeder Nutzer über irgendeinen Cloudspeicher, auch wenn er selbst vielleicht gar nichts davon weiss. Bei Win10 wird das oft so sein, denn da ist OneDrive gleich mit auf der Platte. Sei es drum, der Platz ist in der Regel ausreichend um einige oft und auf mehreren Rechnern installierte Anwendungen dort unterzubringen. Der große Vorteil ist: man hat überall exakt dieselben Einstellungen. Un Updates sind auch gleich auf allen Rechnern verfügbar. 

Ich selbst nutze fast ausschliesslich portable Anwendungen, denn da gibt es wahre Schätze. Und warum sollte ich meine Platte mit festen Installationen zumüllen. Von diesen portablen Anwendungen sind einige mittlerweile in der Cloud gelandet und es läuft bestens. Dropbox, GoogleDrive und OneDrive (von Microsoft), aber auch andere, bieten sich an.

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