Archiv der Kategorie: Internet

…und dann war da MP3

Vor ziemlich genau 20 Jahren begann das, was einige Jahre später zu einer erbitterten Auseinandersetzung zwischen den Internet-Nutzern und der bis dahin glänzend funktionierenden Musikindustrie wurde. Eine neue Release-Gruppe pumpte die ersten illegalen Kopien in Form von MP3-Dateien ins Netz.

Bereits am 10. August 1996 – also gestern vor 20 Jahren – wurde unter dem Namen Compress ‚Da Audio (CDA) der erste Track über einen im IRC verbreiteten Link zum Download angeboten. Es handelte sich um „Until It Sleeps“ von Metallica. Ob gerade dies der Grund war, warum diese Band sich später eine quasi schon legendär zu nennende Schlammschlacht mit der ersten großen Tauschbörse Napster lieferte, ist nicht überliefert. 

Die diversen technischen Voraussetzungen waren nicht gänzlich neu. Der am deutschen Fraunhofer-Institut entwickelte MP3-Codec war schon seit spätestens 1993 verfügbar. Ein Jahr später gab es mit WinPlay3 auch schon den ersten Player für Windows. Dass die Online-Musik-Szene sich aber erst etwas später entwickelte, lag an verschiedenen bremsenden Faktoren. Nicht nur, dass die zuvor vorherrschenden Modem-Verbindungen ziemlich langsam waren, selbst das Rippen einer CD und die Umwandlung ins MP3-Format war ein wesentlich aufwändigeres Unterfangen als es heute das Rendern eines 4K-Videos ist. 

Doch dann kam eben ein Nutzer mit dem Pseudonym NetFraCk daher, und nahm die Arbeit auf sich. Als offizielles CDA-Gründungsdatum gilt der 12. August 1996, der sich morgen zum 20. Mal jährt. An diesem Tag folgten weitere Tracks von Rage Against The Machine und Soundgarden. Und auch die an den folgenden Tagen bereitgestellten Titel machen ziemlich klar, wie es um den Musikgeschmack der Mitglieder in der ersten MP3-Release-Gruppe bestellt war. 

Musikindustrie im Tiefschlaf

In der Musikindustrie dürfte zu diesem Zeitpunkt noch niemand realisiert haben, was da auf seine Branche zukommen könnte. Entsprechend war es ein Dammbruch, der von der Öffentlichkeit schlicht nicht wahrgenommen wurde: Aber es dauerte nur Tage bis Wochen und die Release-Gruppen schossen wie Pilze aus dem Boden. Darauf folgte ein intensiver Konkurrenzkampf um die Krone, der nicht spurlos an CDA vorbeiging. NetFrack verließ die Gruppe, die sich inzwischen einen heftigen Wettbewerb mit RNA lieferte, wenig später. Die letzten Aktivitäten der Crew waren im Grunde Ende 1997 zu verzeichnen. 

Zu dieser Zeit strömten auch zahlreiche neue Nutzer, die sich erstmals einen Internet-Anschluss zulegten, ins Netz. Doch diese waren meist vor allem damit beschäftigt, mit E-Mail und dem WWW klarzukommen. Die Verbreitung der MP3-Dateien fand zumeist auf anderen Diensten statt. Das änderte sich erst einige Jahre später. Im Sommer 1999 hatte der Programmierer Shawn Fanning seine Idee, wie der Austausch von Musikdateien unter den Studenten an seiner Uni besser organisiert werden könnte, in eine praktische Anwendung umgesetzt, die sich rasend schnell im ganzen Netz ausbreitete: Napster war da. 

Und es bedurfte noch einmal Zeit, bis nun auch die Musikindustrie realisierte, dass sie hier ein Problem bekommt. Im März 2000 reichte nun Metallica die erste Klage gegen die Tauschbörse ein, nachdem ein noch unveröffentlichter Song in dem Netzwerk seine Kreise zog. Das half letztlich aber gar nichts. Erst als der damalige Apple-Chef Steve Jobs den Chefs der Major Labels quasi die Pistole auf die Brust setzte, gelang es mit dem iTunes Store die erste legale Plattform zu etablieren, auf der Musik online so einfach zu bekommen und zu benutzen war, wie es die illegalen Angebote vorgemacht hatten.

Quelle: http://winfuture.de/news,93578.html

 

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Keine Bundesliga mehr bei Energy

Als DAB+ vor fünf Jahren an den Sendestart ging, war die Live-Bundesliga im Programm 90elf die Attraktion des nationalen Multiplexes. Nachdem 90elf die Senderechte verloren hatte, konnte Energy ab der Saison 2013/14 in die Bresche springen und schaltete die Reportagen vom neuen Rechteinhaber Sport1 durch. Jedoch ist diese Kooperation jetzt beendet. Liveübertragungen und Konferenzen der 612 Spiele der 1. und 2. Liga gibt es in der Saison 2016/17 daher nur bei Sport1 Online, per App und Streaming.

„Wir haben den davor kaum wahrgenommenen Audio-Rechten erst einen Wert verliehen. Das nennt man wohl Ironie des Schicksals“, hatte 90elf zum Verlust der Senderechte erkärt. Nach Angaben des 90elf-Betreibers Regiocast hatten 2013 zehn Prozent der Hörer das Programm von 90elf über DAB+ gehört.

Ab der Saison 2017/18 werden die Karten ohnehin neu gemischt: Amazon hat die Konkurrenten um das Audio-Rechtepaket ausgestochen; Insider befürchten nun, dass der internationale Konzern UKW und DAB+ blockiert, um eigene Angebote in Vorteil zu bringen. Wegen des Verlustes der Live-Bundesliga als des wichtigsten Teils der Programms muss sich Sport1.fm dann neu orientieren.

Cortana deaktivieren

Erfahrene Windows 10-Nutzer können Cortana zu deaktivieren: Auf Windows 10 Pro geht das über den Editor für lokale Gruppenrichtlinien (gpedit.msc). Dort kann man Cortana bei den Windows-Komponenten bzw. der Suche deaktivieren. 

Bei Windows 10 Home muss man den Weg über die Registry gehen (regedit) und einen neuen Dword (32-bit)-Wert bei HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Windows Search anlegen. Dieser ist AllowCortana zu benennen, setzt man den Wert dann auf 0 ist Cortana deaktiviert.

Feld- und Bergahorn – die Plage

Wer hätte das gedacht. Da rupfe ich zur Zeit jeden Stengel aus, der irgendwie nach Berg- oder Feldahorn aussieht. In jedem Winkel, in jeder Ritze verstecken sie sich. Sogar auf Dachpfannen. Der Baum vermehrt sich wie Unkraut. Nur nicht groß werden lassen. Die Dinger wachsen rasant und es dauert nicht lange, da nehmen sie allen anderen Pflanzen das Licht.

Und was passiert: jetzt lese ich im Netz Berg- und Feldahorn waren in Deutschland die Bäume des Jahres 2009 und 2015! Bin ich jetzt ein Frevler? Eigentlich mag in Pflanzen, insbesondere Bäume. Aber bei diesem Ahornkraut bin ich gnadenlos.

Kleine private Nabelschau: Soziale Netze

Der Begriff Nabelschau ist eine Lehnübersetzung des griechischen Ausdrucks omphaloskepsis. Im modernen, übertragenen Sinn bezeichnet er eine übertriebene Beschäftigung mit sich selbst. Ja, und ich stehe dazu. Hier beschäftige ich mich mal kurz mit meiner eigenen Nutzung der sozialen Netze.

Facebook: ja, Google+: ja, Twitter: ja – so könnte man sagen. Aber das eigentliche Instrument, welches ich regelmässig nutze sind meine Blogs und – man höre – Buffer. Buffer ist ein Werkzeug, das Beiträge in die sozialen Netze pustet, bequem und simple. Bei einem kostenlosen Buffer-Account sind drei Soziale Netze möglich und das sind bei mir eben jene genannten. Konkret heisst das, ich treibe mich gar nicht auf den Webseiten dieser Netze herum, bin dort kaum erreichbar und verbringe fast keine Zeit dort. Selbst Facebook ist durchaus verzichtbar. Freundschaften online halte ich für einen Witz, denn ich mag’s lieber persönlich. Wenn ich etwas loswerden möchte, dann geschieht das über die Blogs und diese Beiträge werden dann einfach per Buffer in die weitere Welt hinausgeblasen – egal, ob sie dort gelesen werden oder nicht. Erstaunlich oft kommen aber gerade auf diesem Weg Rückmeldungen, während die eigentlichen Beiträge in den Blogs nur von einem harten Kern verfolgt bzw. abonniert werden. 

Smartphone: ja, Tablet: ja, aber das eine ist etwas schwächlich auf der Brust und fast nur zum Telefonieren geeignet, das andere ist mehr oder weniger ein Messinstrument oder zum TV-Anschauen. Eine Ausnahme ist WhatsApp, das ist eine durchaus alltagstaugliche Anwendung, die ich gerne nutze. Aber, wie bereits gesagt, mein Smartphone ist zum Leidwesen vieler nur selten eingeschaltet.

Ich bin ein Notebook-Nutzer, etwas altmodisch vielleicht, denn auch der gute, alte Desktop-Rechner lebt noch. Ich muss mir Dinge selbst einrichten und programmieren können, ich bin der Herrscher über das Gerät und ich bestimme was es macht. Ich muss auch nicht jedes Update mitmachen. Bei Smartphones der neuen Generation habe ich das Gefühl nur Gast auf meinem eigenen Gerät zu sein. Wenn ich ein Telefon erst rooten muss, um es in Besitz nehmen zu können, dann bleibt es eben in der Ecke liegen. Auch die Tatsache, dass sich alle Welt in die Hände von ein oder vielleicht zwei Anbietern begibt, macht mich vorsichtig.

KURZ GEFASST: ich glaube ich könnte locker auf Facebook und Co. verzichten. Das erscheint mir wie mit dem Rauchen. Weniger ist mehr. Zwei oder drei Zigaretten am Tag knallen dann aber auch richtig rein. Und meiner Meinung nach tragen die viel gelobten Sozialen Netze nur zur Niveau-Verflachung und vielleicht sogar zur Vernebelung der wirklich relevanten Themen dieser Zeit bei. Eine Sau wird durchs Dorf getrieben und dann ist wieder Ruhe, bis die nächste Sau kommt.

In der Fastenzeit habe ich früher immer auf die Farbe beim Fernsehen verzichtet – 7 Wochen lang. Jetzt weiss ich worauf ich als nächstes verzichte.

Getaggt mit ,

Ziegenkrieg: Don’t mention the War

Das ist ja mal eine tolle Sache: da wird ein TV-Fuzzi, der sich Satiriker nennt, in Deutschland „strafverfolgt“, weil er einen ausländischen Politiker oder Staatspräsidenten „verunglimpft“ hat. Die Spottverse, die sich Herr Böhmermann erlaubt hat, kann man durchaus mit dem Niveau unter Zimmertemperatur vergleichen. Irgendwie primitiv. Erstaunlich eigentlich, dass das öffentlich-rechtliche ZDF Leute beschäftigt, die bestenfalls in der RTL2-Nacht über den Sender gehen sollten. Das ZDF hat hier keine glorreiche Rolle gespielt mit seiner Wankelmütigkeit.

Dass sich jetzt aber sogar Gerichte mit dem „Spottgedicht“ befassen, schlägt dem Fass den Boden aus. Wir haben in Deutschland immer noch das Recht unsere Meinung in Wort, Bild und Schrift frei zu äussern. Davon sind auch solche Blödheiten, wie die des Herrn Böhmermann, gedeckt, ob es dem Verspotteten nun passt oder nicht.

Als Frau Merkel peitschenschwingend und mit SS-Uniform in polnischen oder griechischen Magazinen – ich hoffe es waren Satiremagazine – dargestellt worden ist, hätte vielleicht die Kavallerie Richtung Warschau lospreschen sollen? Hat die Politik bzw. die Medienlandschaft, insbesondere die deutsche, nichts Wichtigeres zu tun, als solche Dinge hochzukochen. Monty Python’s „Don’t mention the war“ gilt immer noch!

Zeitlos durch die Zeit

Wirklich erfreulich ist, dass die Menschen es verstanden haben sich auf eine Zeiteinteilung zu verständigen: Sekunden, Minuten, Stunden usw. – Bei den Uhren sind die Menschen noch nicht ganz so weit. Da wird alle halbe Jahre an der Uhr gedreht, Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Einige finden es gut, viele andere nicht. Damit kann man leben. Sinnvoll ist, dass das nicht in Deutschland entschieden wird, denn dann hätten wir ein Zeitchaos in der Mitte Europas.

Nehmen wir mal den Karfreitag als Beispiel. Der Karfreitag ist ein hoher christlicher Feiertag, der ruhig begangen werden sollte. Niemand wird dazu gezwungen, Fröhlich sein ist erlaubt, im Radio wird keine Trauermusik gespielt. Aber Jahrmärkte, laute Feten und Feiern oder Open-Airs sind verboten. Gut so, denn im Grunde reicht es schon, dass die Arbeitswelt immer mehr die Sonntagsruhe verliert. Typisch deutsch ist aber die heiss geliebte Kleinstaaterei. Hier ist von Donnerstag 22 Uhr bis Freitags 22 Uhr Ruhe, ein paar Kilometer weiter im nächsten Bundesland gilt Ruhe ab 1 Uhr am Freitag bis 0 Uhr Samstag und woanders gilt wieder etwas anderes, je nach Bundesland. Da kann man froh sein, dass das nicht die Gemeinden zu entscheiden haben.

Ich meine der Föderalismus ist gut, er ist typisch deutsch und wir kommen damit zurecht. Aber der Föderalismus muss auch Grenzen haben, und zwar immer dann, wenn er lächlich (siehe oben) oder zum Standortnachteil wird. Hier geht es nicht um die Hundesteuer, sondern um die Bildungspolitik und, wie sich gerade wieder zeigt – um die Sicherheit in Deutschland. Es ist ein Trauerspiel, dass die „Sicherheitsorgane“ an den Grenzen der Bundesländer Halt machen müssen und noch nicht einmal auf gleichen Wellen Funken.

Man muss eigentlich dem Kaiser Napoleon dankbar sein. Hätte er nicht eine Zeit in Deutschland verbracht, dann würden wir wahrscheinlich heute noch mit Elle, Klafter, Hund und Fuder messen und Mittag ist, wenn die Kirchturmuhr 12 mal schlägt.

Revolution in Deutschland?

Eben schaue ich interessehalber mal bei Google unter dem Suchbegriff „Asylanten“ nach und schon zeigt mir Google die nachstehenden Headlines an:

Braunschweig: Asylanten terrorisieren ganzen Stadtteil

Asylanten nutzen Schwimmbecken als Klo und belästigen Frauen

Ein Arzt weigert sich, „Asylanten“ zu behandeln.

Taxifahrten für Asylanten empören Rentnerverband

Kanada nimmt keine unbegleiteten Männer als Asylanten auf

Münchner Bayernkaserne: Schwerer Asylanten-Übergriff auf Heimleiter

„Ich wohne jetzt seit ein paar Monaten neben einem Asylbewerberheim und bin schockiert“

Diese Titel sind alle in lokalen oder auch regionalen Zeitungen und Zeitschriften in den letzten Tagen und Wochen erschienen, nachzulesen bei Google. Nicht erschienen sind diese Nachrichten bei den überregionalen Zeitungen und Zeitschriften und TV.Stationen. Wenn man jetzt noch den Shitstorm, der über Erika Steinbach hinwegzieht und auch noch Ironie unter Strafe stellen will, betrachtet, dann besteht die einst so hochgelobte deutsche Medienlandschaft nur noch aus gequirlter Kacke.

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