Archiv der Kategorie: Facebook

Skype wiederentdeckt

Zur Zeit läuft bei mir ein Notebook (älteres Modell) mit Linux Mint. Linux läuft bekanntlich sehr stabil, resourcen- und energieschonend, wenn es sein muss: tagelang. Skype kenne ich schon sehr lange, habe es aber nie benötigt. Jetzt habe ich meinen alten Skype-Nutzernamen wieder ausgegraben: „coffeecup55“. Und nun läuft Skype bei mir auf Standby in einem kleinen Fenster. Wenn also jemand mal sprechen möchte, dann bitte einfach coffeecup55 – auch als Video – anrufen. In Corona-Zeiten möglicherweise nützlich.

Natürlich läuft der Rechner nicht pausenlos und ununterbrochen. Wenn es also nicht beim ersten Anruf klappt, dann einfach irgendwann nochmal probieren.

1969: ein sonniges Jahr

50 Jahre ist es her, dass ich am Morgen des 21. Juli gebannt vor dem Fernseher hockte und vor Aufregung Salzstangen und und „Würmer“ in mich hineinstopfte. Der erste Mensch auf dem Mond. Der Juli war überhaupt ein aufregender Monat. Ich war drei Wochen an der Ostsee in Haffkrug. Als ich wiederkam, war der Umzug auf die andere Straßenseite in ein festes Haus gelaufen. Das kleine Wochenendhaus war passé, obwohl – ja, rückblickend war das dort im Wald, in dem kleinen Holzhaus, die schönste Zeit. Alles war neu, alles war aufregend. Ich hatte ein eigenes Zimmer und eine ganze Welt zu entdecken. Dazu, morgens um 3 Uhr extra geweckt, die Mondlandung. Die Vorbereitungen des Apollo-Programs hatte ich bereits 1966 in den damals beliebten Schülerkalendern verfolgt. Entsprechend groß war die Spannung.

1969 war ein sonniges Jahr – Woodstock, Let it be, die Musik kam noch von RTL über Mittelwelle. Meine allererste 45er-Schallplatte: „Man of the World“ von Fleetwood Mac. Und die große erste Liebe: Jutta aus Lüneburg

Jede(r) darf etwas sagen

Statt dich hier aufzuregen kann man etwas tun! Siehe „Die Lebensmittelretter“ aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck – wir haben Märkte gefunden, die uns ihre nicht mehr verkaufbaren Lebensmittel zur Verfügung stellen und wir verteilen diese dann kostenlos. Geht ganz einfach und legal!Ich habe vorhin einen Kartoffelsalat gegessen . Verfallsdatum : Mai 2018 …war im Kühlschrank. Ich lebe noch … Mal sehen wie lange

Immer wieder auf den Punkt gebracht, das Tagesgeschäft. Sehr gut formuliert jeweils, weiter so!! Auf dass sich was ändere

Was habt ihr immer mit Nestlé? Beschäftigt Euch doch mal mit dem Laden. Ich finde, keine andere Firma setzt sich in den letzten zehn Jahren so für positive nachhaltige Entwicklungen ein.

 Bis zum Jahresende wird die CDU die 20%-Marke geknackt haben. Ich freu mich drauf.

Containern verbieten – meinetwegen. Dann stellt doch Regale/Boxen auf, wo man -legal- im Supermarkt die nicht mehr ganz frischen aber noch verzehrbaren Lebensmittel mitnehmen kann. So wie es teilweise drinnen schon Kühlecken gibt, wo die Sachen mit kurzem MHD zum 1/2 Preis oder für ein paar Cent mitgenommen werden können. Machbar wäre so Vieles, wenn man denn nur WOLLTE, gell?!

Essen aus der Mülltonne ist dekadent. Stattdessen sollten die Supermärkte gesetzlich dazu verpflichtet werden den Überschuss an soziale Einrichtungen zu spenden. Man hat dann auch den Effekt, das sparsamer in den Supermärkten bestellt wird.

Wichtig wäre anstatt eine Debatte darüber zu führen, wann man ein Diebstahldelikt legalisiert, eine Debatte darüber zu führen, wie man mit Gütern (v. A. Nahrungsmittel) nachhaltig umgehen soll. Und das ist nichts für ein Justizministerium.

Wenn Sie dann wenigstens gleich mit verabschiedet hätten das nicht mehr, um dem Konsum immer volles Angebot anbieten zu können, sinnlos produziert werden darf.

Oder das übrig gebliebene Lebensmittel am Abend nicht mehr weggeworfen werden dürfen sondern Tafeln etc. gespendet werden müssen und wegwerfen mit Geldstrafen belegt werden (keine Lebensmittel im Müll, kein Containern liebe Union).

Das ist doch grotesk, dass die Supermärkte nicht einfach verpflichtet sind, das Essen zu spenden oder wenigstens nicht wegzuwerfen. Wir diskutieren stattdessen darüber ob es legal ist, dass Leute Essen aus der Mülltonne nehmen dürfen. Alter Falter. Geht garnicht.

Die Frage ist: warum müssen immer mehr Menschen das Essen aus den Container holen, zum Tafel fahren?

Die schere zwischen Arm und Reich wird immer Größer… leider.

Mich würde interessieren warum es überhaupt möglich ist das zu verbieten?

Containern müsste gar nicht sein, wenn die Discounter und Supermärkte wie in Frankreich abgelaufene Lebensmittel kostenlos abgeben müssten.

JEDER DARF ETWAS SAGEN!

Mal wieder was verkaufen?


Schauen Sie einfach mal bei eBay, wenn Sie „Nippes-Figuren“ oder Porzellan Kunstgewerbe mögen.
Figuren-Collection und Setzkasten
Seniorentelefon

Vielleicht ist Facebook ja nur noch peinlich?

anicat3Kürzlich erregte sich ein Bekannter über die “Posting-Gewohnheiten” der meisten Leute bei Facebook. Und tatsächlich, es wird jeder Furz gepostet. Selbstdarstellung um jeden Preis! Ich persönlich finde diese “nie gelebten” Sinnsprüche, mit denen die Leute ihre Seite verzieren und Freunde nerven, und noch meinen sie tun etwas Tolles, nur noch peinlich. Vielleicht ist Facebook ja nur noch peinlich?

Meine Statusmitteilung für heute: Ich gehe jetzt Pinkeln!

Jeden zweiten Tag eine Volksabstimmung

Wutbuerger

Das politische Engagement erlebt einen bemerkenswerten Frühling. Erst reizte Stuttgart 21, dann mobilisierte die Affäre Guttenberg, jetzt bewegt die Katastrophe von Fukushima. Die Bürger gehen wieder auf die Straße, die Wähler gehen wieder wählen – und im Netz wird via Facebook jeden zweiten Tag eine Volksabstimmung organisiert – per Like-Button. Am vergangenen Samstag demonstrierten über 200.000 Menschen, die relativ hohe Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt (51,2 Prozent vs. 44,4 Prozent 2006), Rheinland-Pfalz (61,8 vs. 58,2 Prozent) und Baden-Württemberg (66,2 vs. 53,4 Prozent) wärmte jedem Demokraten das Herz. Selbst der Bundestag erlebt eine Hochphase. Wer sich jüngst die spritzigen und erhellenden Debatten zur Guttenberg-Affäre, zur Abstimmung im Uno-Sicherheitsrat, aber auch zur Atomdebatte ansah, konnte sich jede Talkshow am Abend schenken.

Eine Renaissance des Politischen
Das sind spannende Phänomene. Sie deuten darauf hin, dass sich etwas verschiebt in der politischen Landschaft. Die Bürger, die Betroffenen, mischen sich stärker ein, mischen stärker mit. Der Citoyen, der politisch engagierte, aufgeklärte Bürger marschiert wieder in den öffentlichen Raum und verdrängt jenen eher defensiven Bürger, der vor allem in Frieden gelassen werden will. Mit dem Zerrbild des „Wutbürgers“, des ausgetickten Besitzstandwahrers und Innovationsverhinderers, das etwa Dirk Kurbjuweit im vergangenen Oktober im „Spiegel“ zeichnete, ist es da nicht getan. Wer etwa gegen die Atomkraft ist, muss sich schon etwas einfallen lassen, woher der Strom kommen soll – und hinsichtlich Erneuerbarer Energien haben viele Bürger recht konkrete Vorstellungen.

Das nun aufflammende Interesse markiert zunächst einmal eine Renaissance des Politischen, denn in den 90er und Nuller Jahren herrschte, zumindest im deutschen Westen, eher eine Kultur der Gleichgültigkeit vor. Die 68er, die Wohlstandskinder, revoltierten gegen die Nazi-Generation; in den 70er und 80er Jahren trieben Nato-Doppelbeschluss und Kernkraft Friedensaktivisten und Atomgegner auf die Straßen – und die Grünen in die Parlamente. Aber dann ebbte das ab. Die Generation Golf war eher unpolitisch, jene heutigen Mitt- bis Enddreißiger also, die in den 70ern klein waren, in den 80ern groß wurden und in den 90ern und Nullern rebellieren hätten können. Allein, das Rebellieren war weder einfach noch nötig. Es fehlten schlicht die Gegner, die großen Krisen, die materielle Not, also alles, was einen so auf die Straße treibt. Deutschland war vereinigt, der Kalte Krieg zu Ende, der Rückzug ins Private Ausdruck dafür, dass politisch alles halbwegs lief. Der politische Aktivismus verwandelte sich in Pop-Kultur mit Che auf dem T-Shirt oder in gymnasiale Arbeitsgruppen auf freiwilliger Basis oder in die wiederholte Stimmabgabe für die Grünen, um das Gewissen zu beruhigen.

Eine Melange von Ängsten, Freiheiten und Misstrauen
Diese Phase der Gleichgültigkeit näherte sich schon im Laufe des vergangenen Jahrzehnts ihrem Ende. In den Nullern war es die Angst vor dem sozialen und wirtschaftlichen Absturz, die die Mittelschicht besorgte, die vermeintlichen Reformverlierer, die „Hartzer“, auf die Straße trieb und die Linkspartei in westdeutsche Parlamente. Das war politisch wichtig, aber dieser Protest erreichte die Mitte nicht. Das war bei Stuttgart 21 anders, wie im vergangenen Herbst ausführlich beschrieben worden ist. Hier trafen zwei Motivlagen aufeinander: Einmal die grundsätzliche Forderung nach verbesserten Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung in Abgrenzung zur regierungsamtlichen Hinterzimmerpolitik, zum anderen der Protest gegen die Veränderungen, die das Bahnhofsprojekt mit sich bringen würde.
Aber die Form des politischen Interesses entwickelt sich rasant fort. In diesen Tagen ist es eine faszinierende Melange aus existenziellen Ängsten, neuen Freiheiten und neuem Misstrauen, die es ratsam erscheinen lässt, in besonderem Maße politisch wach und kritisch zu sein. Bilder und Nachrichten vom Super-Gau in Fukushima und von Revolution und Krieg im arabischen Raum schaffen eine stets nahe scheinende Lebenswelt, die von ungeheuren Umbrüchen und Risiken zeugt – und Risiken auch hier in Deutschland in neuem Licht erscheinen lässt. Negativ gewendet erleben wir eine Endzeit-, positiv gewendet eine Aufbruchstimmung. Beides befeuert das Gefühl, das etwas getan werden muss. Hunderttausende demonstrieren. Aber es ist nicht allein Fukushima. Die Risiken, vom Klimawandel bis hin zu Deutschlands demografischem Desaster, werden immer greifbarer, lebensnäher, und erfordern politische Antworten, keineswegs nur aus der Angst heraus.

Geht das einfach vorbei?
„Eine Renaissance des Politischen“, mag man fragen. Unsinn! Ein Hirngespinst. Der Fukushima-Effekt wird nachlassen. Und dann ist der Citoyen mit der lachenden Sonne ganz schnell wieder still. Aber das wäre falsch. Denn der Fukushima-Effekt wird längst begleitet von wichtigen strukturellen Veränderungen in der politischen Auseinandersetzung. Es ist – Überraschung! – das Internet, das hier eine zentrale Rolle spielt. Es erleichtert die politische Mobilisierung und läutet eine neue Phase der Transparenz und damit der Kontrollmöglichkeiten ein. Das Wikileaks-Syndrom, die totale Öffentlichkeit, wird es sicher nicht überall geben. Aber jede Regierung muss nun zumindest damit rechnen, schneller beim Lügen erwischt zu werden als früher – und dann sofort im anhaltenden, wuchtigen „Shitstorm“ zu stehen. Der Erfolg von GuttenPlag Wiki in der Guttenberg-Affäre ist dafür nur ein Indiz. Eine Regierung, die wiederholt die Unwahrheit verkündet, motiviert nun nicht nur Zigtausende Kontrolleure zur Zusammenarbeit im Netz. Sie dürfte auch die Bereitschaft der Bürger erhöhen, auf die Straße zu gehen. Und so sind die Demonstrationen und die gestiegene Wahlbeteiligung sicher spontane Reaktionen auf die eindrucksvolle Katastrophe von Fukushima. Sie sind aber auch Ausdruck einer neuen Qualität des politischen Interesses und des politischen Engagements. Denn eines begreifen viele Bürger immer mehr: Gleichgültigkeit kann sich heute fast keiner mehr leisten. [STERN]