Archiv der Kategorie: Buchtipp

Darf ein Reporter frei erfinden?

Das kann schon mal vorkommen, dass ein Reporter frei erfindet. Vielleicht steht er unter Stress, vielleicht mag er seinen Auftrag nicht oder vielleicht ist er nur schusselig. Das Netz macht es einem einfach offensichtliche Fakten per Google „zu ermitteln“. An einem schlechten Tag oder aus welchen Gründen auch immer ist es bequemer sich nicht vom Schreibtisch weg zu bewegen. Claas Relotius, der jetzt enttarnte Falschreporter des SPIEGEL, unterscheidet sich darin nicht von den vielen Möchtegern-Reportern, die in sozialen Medien  veröffentlichen – unrecherchiert und ungeprüft.

Natürlich ist es kein gutes Signal, dass der SPIEGEL-Recherchetruppe so etwas durchgeht. Der SPIEGEL gelobt Besserung. Und allein das schon unterscheidet den SPIEGEL von den erfundenen Berichten anderer. Ich glaube, dass die Glaubwürdigkeit des SPIEGEL nicht erschüttert ist. Ich versuche mich aus mehreren Quellen über Themen, die mich interessieren, zu informieren. SPIEGELonline nimmt dabei weiterhin eine herausragende Stellung ein. Vielleicht die Macht der Gewohnheit?

Die im Titel gestellte Frage kann allerdings mit einem klaren NEIN beantwortet werden!

 

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Offener Brief an ARD und WDR in Sachen „Lindenstrasse“

Offener Brief

„Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Programmverantwortliche der ARD und des WDR,

als Gebührenzahler möchte ich hiermit meinen Unmut wegen der angekündigten Einstellung der Fernsehserie „Lindenstraße“ ab 2020 kundtun.

Meiner Ansicht nach greifen Sie aus nicht zu akzeptierenden Gründen in die vertraute Umgebung der deutschen Fernsehzuschauer jeden Alters ein. Sie zerstören Gewohnheiten und Vertrauen, denn die Figuren der Serie sind uns allen – auch den Nichtzuschauern – ans Herz gewachsen. Der Sonntagabend ist ein fester Termin für viele Zuschauer die ARD einzuschalten. Die „Lindenstraße“ ist, neben Weltspiegel und Tatort, ein Grund sich auf den Tag zu freuen.

Sie sollten die zahlreichen Proteste der Zuschauer im Hinblick auf die Einstellung der „Lindenstraße“ ernst nehmen, denn es wird schwer werden mit einem neuen Format oder einer neuen Serie Zuschauer jeden Alters an den Bildschirm zu locken. Die Konkurrenz ist groß. Von 2. Mio. Zuschauern pro Sendung träumen viele Sender….. und diese strengen sich an. Von den Streaming-Diensten müssen wir hier gar nicht sprechen.

Wollen Sie mit dem eingesparten Geld etwa die raffgierigen Kapitalisten der Fußball-Clubs weiter peppeln oder gar noch mehr US-Schrott einkaufen, wie die Privaten. Oder wollen Sie lediglich die o.g. Schauspieler der Agentur für Arbeit zutreiben. Ich denke, dass wollen Sie nicht. Statt dessen sollten Sie sich mal überlegen, was Sie für einen nationalen Goldschatz mit der „Lindenstraße“ in der Hand haben, und noch dazu die treueste Fangemeinde, die es gibt.

Einer der mittlerweile zahlreichen Stellungnahmen der ARD zu den Protesten der Zuschauer entnehme ich die Formulierung, dass Sie die „Lindenstraße“ nicht mehr im Ersten über 2020 hinaus verlängern wollen. Das eröffnet die Perspektive und die Hoffnung vieler „Lindenstraßen“-Fans, dass Sie die Serie im Programm „ARD ONE“ über 2020 hinaus weiter ausstrahlen. Das wäre ein Wort!

Aus den vielen Protestschreiben, die bei der ARD und beim WDR mittlerweile eingehen, werden Sie zu der Erkenntnis gelangen die Entscheidung der „Gremien“ noch einmal gründlich zu überdenken und Sie werden sicherlich die richtige Entscheidung treffen. Und die kann nicht lauten: Absetzung der Serie 2020!

Axel Buddenbaum

Grasberg“

Es ist sozusagen ein Selbstversuch

Es ist sozusagen ein Selbstversuch. Auch sind mir die sog. „Sozialen Medien“ ein wenig suspekt: Zuviel Gewürge um nichts, und das mit viel verschwendeter Zeit. Sogar Google, obwohl kein Beweis für die Überflüssigkeit von Sozialen Netzen, schaltet sein Google Plus demnächst komplett ab. Facebook verliert Kunden und lebt irgendwann nur noch als Archiv. Es wird einfach zuviel Mist verbreitet und jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Mir ist das zu oberflächlich. Wie damals „MySpace“. Leute! Es gibt ein Leben ausserhalb des Netzes!

Keine Bange! Ich deaktiviere Facebook nur. Ein Selbstversuch, vermutlich mit Entzugserscheinungen. Wenn irgendetwas von Wert zu berichten ist, dann gibt es immer noch die gute alte EMail und meine Webseite unter www.seniorplus.de.

Knoblauch hilft nicht nur gegen Vampire

Plötzlich waren sie da: WÜHLMÄUSE! Diese tierische Spezies verabredet sich bekanntlich, um sich zu einer bestimmten Zeit an ein bestimmten Ort zu versammeln und alles, aber auch alles, zu untergraben. Endlose Gänge und immer wieder frisch aufgeworfene Erdhaufen zieren bei mir die ohnehin schon ausgetrockneten Grasflächen. Verdorrte Halme auf der ganzen Fläche. Und dazu noch diese fleissigen, aber bei komplett unbeliebten Wühlmäuse. Nebenbei, meine drei Katzen verstehen die ganze Aufregung nicht. Sie mögen die Wühlmäuse auch nicht, aber sie jagen sie daher auch nicht, sondern blinzeln lieber in die Sonne.

Den Wühlmäusen scheint es völlig egal zu sein, wo sie sich treffen. Es kann der gepflegteste Vorgartenrasen sein, aber auch irgendeine Stoppelwiese. Immerhin haben diese Wühlmaustreffen, genau wie die der Maulwürfe, ein Gutes: der Boden ist gesund! Aber ein gesunder Boden, der nur noch aus Erdhaufen und ein paar Grasbüscheln besteht, ist auch nicht im Sinne des Erfinders.

Tja, aber wozu gibt es die guten alten Hausmittel. KNOBLAUCH vertreibt nicht nur Vampire, sondern auch diese lästigen Nager. Ich habe mir ein paar frische Knoblauch-Zehen besorgt und fein sorgsam mit dem Kartoffelmesser geschählt. Was dann zum Vorschein kam, hatte es in sich. Wäre ich auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen, dann ich eine ganze Woche lang viele freie Plätze neben, hinter und vor mir. KNOFI pur! Hilft aber nicht, die Stücke müssen nun noch klein geschnitten werden, ähnlich wie Zwiebeln. Ja, und dann los.

Den spitzen Zeigefinger in die Wühlmaus-Gänge gebohrt und dann mit einem hämischen Grinsen ein paar Stücke Knoblauch hineingeworfen…

Ich habe mit der Knofi-Schwemme so eine Art „Berliner Mauer“ durch die Wühlmaus-Gänge gezogen, alle 30 cm ein paar Stücke. Ich hoffte, dass die Wühlmäuse wirklich einen großen Bogen darum machen.

Und wirklich! Am nächsten Morgen bewegten sich alle Wühlmäuse, zumindest deuteten ihre frisch aufgeworfenen Gänge darauf hin, vom Knoblauch weg. Sie müssen fast panikartig die Flucht vor dem Knofi ergriffen haben. Ich werde also die Mauer etwas nachziehen, so um einige Meter ….. zum Nachbarn hin. Wenn es wie geplant läuft bin ich morgen meine Wühlmäuse los. Und vielleicht kann ich meinem Nachbar mit einem guten Tip behilflich sein?

Knoblauch für ein gesundes Herz!

Von Cloud zu Cloud

Toll! Ich werfe das Schlepptop an und gleichzeitig starten drei Clouds – Google’s Backup &, Microsofts‘ OneDrive und Dropbox. Bis auf die gute alte Dropbox habe ich nie eine Cloud (Datenwolke) gebraucht. Heute aber hätte ich sie gebraucht, denn ich wollte ein Verzeichnis freigeben und es sollte schnell gehen.

Google’s Backup & Sync brachte mich zur Verzweifelung. Mal waren die Daten da, dann wieder weg, dann wieder nur mit der App, dann wieder ohne. Resultat: Nicht zu gebrauchen. Ich hab’s rausgeworfen und auf allen Rechnern gekillt.

Der nächste Versuch galt OneDrive, das bekanntlich von MS gleich mitgeliefert wird. Und es gibt Neuerungen: Files on Demand, also Dateien, die erst heruntergeladen werden, wenn man sie braucht. ANGEBLICH! Im Grunde das gleiche wie bei Google’s. Mal Daten da, mal nicht. Ich habe mich zwar durch die Einstellungen gewühlt und halte mich auch nicht für blöd. Passende Einstellungen auf mehreren Rechnern vorzunehmen, ist eine Herausforderung, wenn man nur eben schnell ein Verzeichnis freigeben will. Es hat einige Zeit gedauert bis ich merkte, dass OneDrive ein wenig träge arbeitet. Bis alle Daten synchronisiert sind, das dauert schon eine Weile. Und in der Zwischenzeit staunt man, was bereits da ist, was nicht und was plötzlich wieder weg ist. OneDrive ist nicht unbedingt etwas für den schnellen Gebrauch.

Um Dateien zu sichern oder für andere schnell zugänglich zu machen, bleibe ich bei der guten alten Dropbox. Falls Sie die Dropbox noch nicht kennen, dann sollten Sie mal einen Blick riskieren. Mit der Dropbox können Sie den USB-Stick tatsächlich vergessen.

Da liegt noch so einiges im Bürgerpark

Kürzlich fanden Kinder beim Spielen im Bremer Bürgerpark einige Gewehrgranaten aus dem Krieg. Diese waren noch scharf. Zum Glück reagierten die Kinder richtig und haben die Finger davon gelassen und die Polizei informiert.

Der Bürgerpark hat im Frühjahr 1945, in den letzten April-Tagen, turbulente Stunden erlebt. In einem Bunker an der Parkallee war der letzte Gefechtsstand des Bremer Kampfkommandanten. Auf der anderen Seite des Bürgerparks spielte sich ein tragisches Drama vor einem der Bunker an der Neukirchstrasse ab. In den letzten Stunden vor der Kapitulation Bremens und der Übergabe an die Engländer traf ein Tieffliegerangriff viele Frauen und Kinder, die vor dem Bunker auf die Ausgabe von Milch warteten. Es gab im letzten Moment noch viele Opfer. Den Findorffern signalisierte ein paar Stunden später eine große weisse Fahne, die aus dem Klohäusen am Eingang zum Bürgerpark hing, das Ende der Kämpfe. Auch auf der anderen Seite des Bürgerparks endeten die Kämpfe. Der Kampfkommandant gab auf – endlich! Die letzten Soldaten hatten es geschafft. Sie kamen in englische Kriegsgefangenschaft. Die Engländer zogen weiter und standen schon in den ersten Maitagen vor Hamburg. Das schwer zerstörte Hamburg musste als „Offene Stadt“ nicht, wie Bremen, noch sinnlose Kämpfe in allerletzter Minute erleben.

In dem Trubel dieser Tage, gleich nach der Kapitulation, haben Findorffer Jungs ihre „Werkzeuge“ wie Fanfaren, Standarten, Trommeln und einige nun nicht mehr gebrauchten Bilder des Führers im nördlichen Bürgerpark vergraben. Es wird auch der eine oder andere „Ehrendolch“ dabei gewesen sein. Diese Buddelaktion ist von mehreren jugendlichen Zeitzeugen bestätigt. Die einzige Ortsangabe lautetete allerdings: beim „Judentempel“. Damit wird heute kaum jemand etwas anfangen können, aber die Waldbühne soll nicht weit entfernt gewesen sein. Einige Schilderungen sind der Hektik der Situation geschuldet und einiges ist sicherlich auch übertrieben oder frei erfunden. Alle sind sich aber einig in der Schilderung der plötzlichen Ruhe, nachdem die Kämpfe vorbei waren, und in dem Gefühl WIR HABEN ÜBERLEBT.

Buchtip: Kriegsende in Bremen – Erinnerungen, Berichte, Dokumente – 6,49 Euro

Fernsehen muss öffentlich-rechtlich bleiben

Es gibt immer noch viele Menschen, die glauben sie sehen besser fern, wenn das Programm privat ist. Sie lassen sich lieber von RTL, SAT1, PRO7, VOX oder SIXX usw. einlullen. Viele haben schon tagsüber Zeit sich die schreienden Doku-Soaps reinzuziehen.

Für mich ist es ausschlaggebend, ob ich Einfluss auf das Programm habe oder lediglich als Zielgruppe für Werbung interessant bin. Ich bin nicht damit einverstanden, dass die Politik Einfluss auf die Öffentlich-Rechtlichen Sender nimmt, aber wenigstens sind diese Politiker demokratisch gewählt. Evtl. sogar von mir. Bei den Privaten regiert nur das Geld. Um dort Einfluss zu haben, müsste ich ein dickes Aktienpaket kaufen. Wer von uns Normalbürgern kann das schon? 

Für die öffentlich-rechtlichen Programme, wie es sie fast nur in Deutschland gibt, zahle ich gern meinen Beitrag. Ob dieser in der Höhe korrekt ist oder als Zwangsabgabe pro Haushalt daherkommen muss, darüber lässt sich diskutieren. Nicht aber darüber, dass das Fernsehen in Deutschland demokratisch ist und einen breiteren Auftrag hat, als die Privaten. Diese sind ausschliesslich „kapitalgesteuert“ oder von der Wall Street gelenkt. Da zählt nicht die Qualität, sondern der „Shareholder Value“. Das würde einen Aufstand geben.

Ich verzichte nicht auf PHOENIX, ZDFinfo, tagesschau24, das Erste, das Zweite und das regionale Dritte. Und auf arte und 3sat auch nicht!

Kernsatz des Kapitals: NACH UNS DIE SINTFLUT

Das, was derzeit rund um die KITAS in Bremen passiert, passiert auch in anderen sozialen Einrichtungen. Nur, in der Betreuung von Kindern schlägt der Personalmangel sofort zur Öffentlichkeit durch, dank der berechtigterweise besorgten Eltern. Die anderen sozialen Einrichtungen leiden im Verborgenen und die Öffentlichkeit nimmt kaum Notiz. Auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe, der Obdachlosenhilfe, der Pflege und der psychiatrischen Betreuung gilt: Bewohner bringen Geld, Mitarbeiter kosten Geld. Dr. Lieschen Müller weiss dann sofort, wo gespart werden soll.

Die Rechnung ist simpel und leider ohne den Wirt gemacht. Die Rechenkünste der Betriebswirtschaft sind in der sozialen Arbeit fehl am Platz, auch wenn gewisse Managementschulen da anderer Meinung sind. Volkswirtschaftlich gesehen schafft der Qualitätsverlust durch Personalabbau und Personalmangel einen immensen Schaden. Dieser Schaden ist leider nicht sofort in Euro und Cent auszudrücken oder in Quartalsberichte zu pressen. Wie hoch sind z.B. die Kosten des Vertauensverlustes von Eltern in die Öffentliche Hand? Wie hoch sind die Gesundheitsfolgekosten durch ständige Überlastung der Mitarbeiter? Was kostet ein Mensch, der nicht ordentlich gepflegt wird? Ethik und Moral hin oder her, das Geld regiert und damit das kurzfristige Denken. 

Mit anderen Worten: Wir werden schon sehen, was wir davon haben. Oder, nein, richtiger gesagt: die Nächsten werden mit dem umgehen müssen, was wir ihnen hinterlasssen. Ein Kernsatz des Kapitals: NACH UNS DIE SINTFLUT!