Warum nimmt die Sympathie für Selenskyj ab?

Nein, nicht die Sympathie für die Ukraine und die geflüchteten Menschen nimmt ab und auch die Hilfsbereitschaft verliert nicht an Kraft und Wohlwollen. Auch Präsident Selenskyj ist nach wie vor bewundernswert für seinen Umgang mit den Medien, insbesondere den sozialen Medien, und seinen Duchhaltewillen in diesem brutalen Krieg. Nimmt aber im Gegenzug die Sympathie für den Despoten im Kreml zu: Nein! Sie ist bis auf einen kleinen Rest hartleibiger Rot-Front-Kämpfer komplett verschwunden. Auch das Sprachrohr des Kreml-Despoten, sein Außenminister, sorgt für kräftige Ernüchterung. In was für einer Welt leben die denn? Der Aggressor in diesem Angriffskrieg ist leicht zu identifizieren und „Nürnberg“ wartet auf sie.

Warum nimmt die Sympathie für Selenskyj ab? So fragt jedenfalls das Wochenmagazin aus Hamburg, dessen Leser montags schon mehr wissen als andere. Ja, warum nur. Unvergessen und tief in der deutschen Seele steckend ist die offizielle Ausladung unseres Bundespräsidenten. Der ist demokratisch gewählt, hat eine eigene Meinung und spricht vielen Deutschen oft einfach nur aus der Seele. Und diese Seele ist gekränkt. Hinzu kommen die ständigen Forderungen aus der Ukraine nach mehr Waffen, nach mehr Geld und sofortige Aufnahme der Ukraine in die EU. Hier tut der mitunter nervende Ukrainische Botschafter in Berlin sein übriges dazu. – Mich persönlich stören auch die schwarz-roten „Bandera“-Fahnen an urkainischen Kontrollpunkten. Dazu irritiert es mich, dass gerade Polen sich gegenüber den Ukrainern so selbstlos zeigt. Nun ja, Ukrainer sind ja auch keine Syrer, Afghanen oder Iraker. Mit einem Wort: es ist alles sehr unduchsichtig. Die derzeitige Lage darf auf keinen Fall die Zukunft kommender Generationen verspielen, nur weil irgendjemand an irgendeinem Ort einen Schritt in die falsche Richtung macht (und es ihm niemand sagt!).

Die EU hat gerade jetzt viel mit sich selbst zu tun, denn die Reihen sind nicht so geschlossen, wie sie sein sollten. Dann sollen noch einige Balkanländer und die Ukraine hinzukommen. Ja, wie denn? Die sechs Gründungsländer und eine Handvoll weiterer Länder sollten nicht so dumm sein und den Bestand der Union riskieren. Was passieren kann, sieht man jetzt an der Erpressung der NATO durch Erdogan. Wie ist es möglich, dass ein türkischer Möchtegern-Sultan den Beitritt von zwei grunddemokratischen Ländern wie Finnland und Schweden zur NATO verhindert kann? Die Europäische Union ist noch lange nicht fertig. „Nation Building“ dauert mindestens Jahrzehnte.

Diese Gemengelage, diese Unsicherheit machen vielen Menschen Angst. Vor dem Hintergrund der hohen Inflation, der steigenden Armut hierzulande und des kommenden Wirtschaftskrieges mit China fällt die Sympathie für Selenskyj ab. Sie verblasst mit der Dauer des Krieges. Warum also sollte sich in dieser Ausgangslage Deutschland in eine Führungsrolle drängen lassen? Deutsch ist noch nicht einmal Amtssprache in Brüssel. Im Grunde wird nur ein Dukatenscheisser für die Probleme Europas gesucht. Der Deutsche Steuerzahler ist zu vielem bereit, aber auch da gibt es eine rote Linie. Eine Regierung, die mit Milliarden um sich wirft, aber der eigenen Bevölkerung nur kleckerweise unter die Arme greift und lustig immer weiter von unten nach oben verteilt, bekommt Probleme mit der Zeit. Ihre Uhr läuft ab. Natürlich, und das sollte man zugeben, sind in der Vergangenheit große Fehler gemacht worden. Die Vertrauensseligkeit in Putin rächt sich jetzt. Aber zum Glück ist Deutschland lernfähig.

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