Leider viele hohle Birnen

Als Folge des Holocausts haben wir eine bedeutende Verpflichtung, nämlich darauf zu achten, dass so etwas – auch in Ansätzen nicht – nie wieder passiert und nicht vergessen wird. Das gilt natürlich um so mehr, da wir die Unanstastbarkeit der Würde des Menschen im Grundgesetz verankert haben. Und ebenso die Meinungsfreiheit.

Ich hoffe das Verbrechen des Holocaust bleibt eine geschichtliche und menschliche, einmalige Tragödie, die sich nie wieder wiederholen wird – in Deutschland nicht und auch nicht irgendwo auf der Welt. Der Satz, dass es viele Dummköpfe und hohle Birnen auf dieser Welt gibt, mag hier wenig tröstlich, wenig hilfreich sein. Aber er ist Grund zur Wachsamkeit und zur Zivilcourage.

Mir stellt sich allerdings eine sehr theoretische Frage: was passiert, wenn ich die geschichtliche Tatsache des „Dreissigjährigen Krieges“ öffentlich leugne? Nichts! Was passiert, wenn ich behaupte die Sonne drehe sich um die Erde? Nichts! Ich höre Gelächter. Wieso ist dann die Leugnung eines hoffentlich singulären, geschichtlichen Ereignisses bzw. Verbrechens, wie dem des Holocausts, strafbar? Ist das „politische Justiz“? Treibt man nicht gerade dadurch Menschen in die Untergrund-Höhlen des Extremismus, die sich dann aus Wut, Trotz oder Hoffnungslosigkeit in Strömungen einbinden und manipulieren lassen, die nichts, aber auch gar nichts, mehr mit Demokratie und Menschlichkeit zu tun haben?

Wie wir gerade in Hongkong und auch an anderen Orten in der Welt sehen können, ist Verrat nur eine Frage des Datums. Terroristen oder Freiheitskämpfer, Saboteure oder Idealisten, Links oder Rechts ….Dreht sich der Wind, ist plötzlich alles anders. Hier sei nur an Lech Walesa, Václav Havel, Nelson Mandela, Graf von Stauffenberg, vielleicht auch an Julian Assange und viele andere gedacht.

Fazit: Was als politisch korrekt angesehen wird, ist nur eine Frage der Zeit bzw. der gerade herrschenden Systeme, und somit als wissenschaftlicher Terminus unbrauchbar.

Ein Gedanke zu „Leider viele hohle Birnen

  1. Danke, Axel Buddenbaum. Als Jüdin die WW2 erlebt hat, bin ich um solche Mitmenschen dankbar. Ich weiss auch nicht, ob man Leugnen bestrafen kann. Lügen, sollte man schon Kleinkinder lehren, sind verwerflich und müssen bestraft werden.

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