Sieben Tage ohne

Ja, ganze sieben Tage ohne Facebook habe ich durchgehalten, allerdings fiel mir das nicht sonderlich schwer. Ich habe festgestellt, dass ich Facebook tatsächlich nur benötige, um einige Personen zu erreichen, die tatsächlich nur über Facebook erreichbar sind. Insofern ist eine umfangreiche „Freundesliste“ durchaus hilfreich. Ein Klick, und schon kann ich den Leute eine Persönliche Nachricht schreiben. Als Kommunikationsweg punktet Facebook.

Ich möchte hier kein Facebook-Bashing betreiben. Die Nachteile muss man aber auch sehen:

1. Zeitverschwendung

Sucht man bestimmte Informationen in der Welt von Facebook, dann gerät man immer wieder in Gefilde, die bekannt sind – gespickt mit Werbung natürlich. Der Nährwert der Informationen tendiert gegen Null. Wer von Spieltrieb geplagt ist und viel Zeit mitbringt, kann sich allerdings genüsslich bei Facebook austoben. Und wer bestimmte Einstellungen sucht, der findet sie in der Regel auch. Diese sind allerdings so gut versteckt, dass man auch hier Stunden benötigt. Klar, Facebook will die Besucher lange in der eigenen Facebook-Welt halten.

2. Informationsblase

Je mehr Daten man Facebook „übergibt“ – und das tut man mit jedem Klick im Netz der Netz  – umso mehr schickt Facebook dem Nutzer Dinge auf den Rechner (oder das Smartphone), von denen Facebook meint, dass sie dem Nutzer gefallen. Das klingt auf den ersten Blick schön. Es schafft aber eine Weltsichtblase, über deren Rand der Nutzer irgendwann nicht mehr hinausblicken kann – oder will (weil bequem). Der Nutzer wird immer wieder in seiner eigenen Meinung bestärkt, und glaubt am Ende die skurrilsten und radikalsten Informationen. Dieses System machen sich Propagandisten weltanschaulicher oder religiöser Art zu Nutzen. Im nächste Schritt werden dann Wahlen durch Meinungsmache manipuliert, das Wahlvolk geblendet …. und Demokratien an die Wand gefahren. Über Hassbotschaften, Fake-News und vermeintlich drollige Videos müssen wir hier nicht mehr reden.

3. Energie- und Ressourcenverschwendung

Ein Aspekt, über den auch mal nachgedacht werden sollte, ist die Energie- und Ressourcenverschwendung, die mit jedem Klick einhergeht. Diese Sicht ist noch nicht zu Ende gedacht, denn es geht nicht nur um seltene Rohstoffe, die unter unwürdigen Umständen gewonnen werden und irgendwann und meistens schnell auf dem Müll landen, sondern auch um die Energienutzung für riesige Serverparks der Internetgiganten. Kurz gesagt: Das Internet (und dann die „Künstliche Intelligenz“) nutzen die Ressourcen und Energien dieser Erde zur Gewinnmaximierung einiger Shareholder – natürlich immer mit freundlichem Blick auf das dumme Volk, dass es ja bequem haben will. „Geiz ist geil, aber haben will ich alles!“

Mein Fazit

Mein Fazit nach 7 Tagen ohne: Es geht ohne Facebook! Facebook ist ein tolles und einfaches Kommunikationsmedium und ein ernstzunehmender Kontrahent von anderen Portalen und Messengern. WhatsApp gehört ohnehin zu Facebook, man staune! Als Informationsmedium ist Facebook schlichtweg überflüssig, weil total untauglich. Auch wenn Facebook eine Million Leute auf FakeNews und Hassbotschaften ansetzt, um sie zu löschen, letztlich aber verdient Facebook daran. Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird. Das Kapital hat das Sagen, nicht der Mensch.

Facebook steht hier stellvertretend für alle anderen „Internetgiganten“, ob sie nun Google, Apple, Amazon usw. heissen. Meiner Meinung nach sollte die Begeisterung für das Internet und erst Recht für die Algorithmen der Künstlichen Intelligenz sehr viel gedämpfter ausfallen. Menschen, die Maschinen bedienen, aber nicht mehr bis 3 zählen und in ganzen Sätzen sprechen können, wird die Künstliche Intelligenz als erstes aussortieren – und verschrotten. Schöne neue Welt?

Advertisements