Fussball endlich nach Hause?

Es wird Zeit, dass der Fussball mal wieder zu Hause vorbeischaut. Der Fussball verweilte schon so oft in Brasilien, in Italien, in Frankreich und auch in Deutschland, aber zu Hause war er erst ein einzige Mal. England muss sich mit einer einzigen Weltmeisterschaft 1966 begnügen, und das auch noch nach einem ominösen 3. Wembley-Tor. Aber vielleicht ist die fussballerische Dürre ja bald vorbei. Viele sehen den Fussball tatsächlich nach Hause kommen, zu den drei Löwen. Zurück ins Mutterland des Fussballs. Vielleicht hat Endland auf dem Heimweg die Elfer-Phobie abgelegt, denn Fussball spielen können die Engländer nunmal wirklich.

The Sun: „Das Leben wird nie so sein wie jetzt. In den nächsten vier Tagen wird nichts anderes interessieren. Alles andere muss warten. Die Stromrechnung, der Wocheneinkauf, oder die Suche im Haus nach den Versicherungsdokumenten für das Auto: Vergessen Sie es. Es geschieht wirklich: England, unser England, steht vor dem ersten WM-Halbfinale seit Italien 1990.“

Daily Mail: „Der Sieg von Gareth Southgate geht weit über die Arena von Samara hinaus, wo das junge englische Team eine weitere Hürde auf ihrem wunderbar unwahrscheinlichen Marsch in die Unsterblichkeit überwunden hat. Sein Sieg ist ein Sieg über die Ängste und Zweifel, die uns und die Nationalmannschaft verfolgt haben. Ein Team, das immer mehr zu einem Objekt von Zynismus und Apathie geworden ist, hat die Herzen eines ganzen Landes zurückerobert. Southgate hat einen Teil seines Jobs schon erfüllt: Er hat den Fußball wieder nach Hause gebracht.“

The Guardian: „Man könnte argumentieren, dass England mit mehr Finesse spielen muss, um wirkliche Ambitionen auf den Titel zu haben. Sie müssen effizienter passen und bei Ballbesitz vielleicht etwas überzeugter auftreten, als glauben sie wirklich fest daran, zur Elite zu gehören. So wie zum Beispiel Frankreich. Oder Belgien. Gareth Southgate und seine Spieler haben jedoch alles Recht, diesen Moment zu genießen. Den wahren Ruhm gibt es allerdings erst am Sonntag in Moskau.“

Mein Favorit ist allerdings Belgien. Das hat nur wenig mit der Farbenlehre der Nationalflaggen zu tun. Belgien spielt den Fussball des Tages und besiegt im Finale Kroatien, zwar nur knapp, aber immerhin. Na, und dann taucht endlich mal ein neuer Name in der Weltmeisterliste auf.

Advertisements