Kleine private Nabelschau: Soziale Netze

Der Begriff Nabelschau ist eine Lehnübersetzung des griechischen Ausdrucks omphaloskepsis. Im modernen, übertragenen Sinn bezeichnet er eine übertriebene Beschäftigung mit sich selbst. Ja, und ich stehe dazu. Hier beschäftige ich mich mal kurz mit meiner eigenen Nutzung der sozialen Netze.

Facebook: ja, Google+: ja, Twitter: ja – so könnte man sagen. Aber das eigentliche Instrument, welches ich regelmässig nutze sind meine Blogs und – man höre – Buffer. Buffer ist ein Werkzeug, das Beiträge in die sozialen Netze pustet, bequem und simple. Bei einem kostenlosen Buffer-Account sind drei Soziale Netze möglich und das sind bei mir eben jene genannten. Konkret heisst das, ich treibe mich gar nicht auf den Webseiten dieser Netze herum, bin dort kaum erreichbar und verbringe fast keine Zeit dort. Selbst Facebook ist durchaus verzichtbar. Freundschaften online halte ich für einen Witz, denn ich mag’s lieber persönlich. Wenn ich etwas loswerden möchte, dann geschieht das über die Blogs und diese Beiträge werden dann einfach per Buffer in die weitere Welt hinausgeblasen – egal, ob sie dort gelesen werden oder nicht. Erstaunlich oft kommen aber gerade auf diesem Weg Rückmeldungen, während die eigentlichen Beiträge in den Blogs nur von einem harten Kern verfolgt bzw. abonniert werden. 

Smartphone: ja, Tablet: ja, aber das eine ist etwas schwächlich auf der Brust und fast nur zum Telefonieren geeignet, das andere ist mehr oder weniger ein Messinstrument oder zum TV-Anschauen. Eine Ausnahme ist WhatsApp, das ist eine durchaus alltagstaugliche Anwendung, die ich gerne nutze. Aber, wie bereits gesagt, mein Smartphone ist zum Leidwesen vieler nur selten eingeschaltet.

Ich bin ein Notebook-Nutzer, etwas altmodisch vielleicht, denn auch der gute, alte Desktop-Rechner lebt noch. Ich muss mir Dinge selbst einrichten und programmieren können, ich bin der Herrscher über das Gerät und ich bestimme was es macht. Ich muss auch nicht jedes Update mitmachen. Bei Smartphones der neuen Generation habe ich das Gefühl nur Gast auf meinem eigenen Gerät zu sein. Wenn ich ein Telefon erst rooten muss, um es in Besitz nehmen zu können, dann bleibt es eben in der Ecke liegen. Auch die Tatsache, dass sich alle Welt in die Hände von ein oder vielleicht zwei Anbietern begibt, macht mich vorsichtig.

KURZ GEFASST: ich glaube ich könnte locker auf Facebook und Co. verzichten. Das erscheint mir wie mit dem Rauchen. Weniger ist mehr. Zwei oder drei Zigaretten am Tag knallen dann aber auch richtig rein. Und meiner Meinung nach tragen die viel gelobten Sozialen Netze nur zur Niveau-Verflachung und vielleicht sogar zur Vernebelung der wirklich relevanten Themen dieser Zeit bei. Eine Sau wird durchs Dorf getrieben und dann ist wieder Ruhe, bis die nächste Sau kommt.

In der Fastenzeit habe ich früher immer auf die Farbe beim Fernsehen verzichtet – 7 Wochen lang. Jetzt weiss ich worauf ich als nächstes verzichte.

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