Armut in Deutschland politisch gewollt?

Die Schere zwischen ARM und REICH klafft in Deutschland immer weiter auseinander. Über steigende Armut in Deutschland berichtet unter anderem der Paritätische Wohlfahrtsverband. Nach Erhebungen des Verbands stieg die Armutsquote im Jahr 2013 auf einen neuen Höchststand von 15,5 Prozent der Bevölkerung, das entspricht mehr als zwölf Millionen Menschen. Im Jahr zuvor hatte der Wert noch bei 15 Prozent gelegen. Für 2014 liegen noch keine Berechnungen vor. Als arm gilt demnach, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens zur Verfügung hat.

Der Indikator, der regelmäßig die größte mediale Beachtung findet, ist die relative Armut. Damit allerdings ist der Indikator ziemlich zweifelshaft.  Bei der Meßmethode ist es völlig egal, ob diese Schwelle bei tausend Euro, zwanzigtausend Euro oder vierzigtausend Euro liegt – relativ betrachtet bleiben alle Menschen, die weniger verdienen, statistisch arm.

In Wahrheit misst der relative Armutsbegriff etwas ganz anderes, als die meisten Menschen denken: Er gibt an, um wie viel sich die untersten Einkommen von den anderen Einkommensgruppen unterscheiden. Er ist also eher ein Maß für die Ungleichverteilung, weniger für die Armut. Trotzdem findet die relative Armutsstatistik regelmäßig das größte mediale Echo – eben weil sie die dramatischsten Zahlen liefert. Viele Bürger denken dann an existenzielle Not, an Obdachlosigkeit und Essensausgaben. Das aber hat in vielen Fällen mit der Wirklichkeit wenig zu tun.

Für einen Single-Haushalt sind dies 892 Euro im Monat, eine Familie mit zwei Kindern gilt mit weniger als 1873 Euro als armutsgefährdet. Vor allem Alleinerziehende, Rentner und junge Menschen seien überdurchschnittlich oft von Armut betroffen. Bei den Rentnern beobachtet der Verband gar einen „armutspolitischen Erdrutsch“. Seit 2006 habe sich die Zahl der Armen in der Gruppe der Über-65-Jährigen um fast die Hälfte erhöht.

Menschen mit wenig Geld bekommen nach Einschätzung von Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden immer seltener die Chance, sich aus der Armutsfalle zu befreien. Die Nationale Armutskonferenz (nak) warf der Bundesregierung deshalb Versagen in der Sozialpolitik vor. Die Armut habe sich in Deutschland verfestigt, die Armutsquote liege seit 2007 zwischen 14 und 16 Prozent, kritisierte nak-Vizesprecherin Michaela Hofmann am Dienstag in Berlin. Es sei ein Skandal, dass sich diese Zahl auf so hohem Niveau einpendle.

Nach ihrer Einschätzung ist Armut politisch gewollt. Abzulesen sei dies an unzureichenden Hartz-IV-Sätzen sowie dem in Deutschland immer stärker ausufernden Niedriglohn-Sektor. Die Weichen dazu habe der Gesetzgeber gestellt. Inzwischen arbeitet laut nak fast jeder Vierte zu einem Niedriglohn.

Wer die Aktion des Grasberger Bündnisses unterstützen möchte, kann einen Sternenwunsch erfüllen oder Geld für ein Seniorengeschenk spenden. Die Bankverbindung ist in der Bürgerinfo des Rathauses zu erfahren. Weitere Auskünfte bei Kerstin Tönjes unter Telefon 0 42 08 / 35 08, Evelin Meyer unter 0 42 08 / 39 66 oder Mechthild Schröter unter 0 42 08 / 82 92 99.

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