MPEG – Der digitale Alleskönner

Wir haben angeblich das digitale „Überall-Fernsehen“. Aber mit dem überall Fernsehen ist das auch so eine Sache. Entweder hat man ein Bild, dann hat man auch ein gutes Bild, oder man hat etwas weniger als 100 Prozent Empfangsleistung. Dann hat man kein Bild. Die Grauzone aus der analogen Zeit, in der man auch ein verschneites und verrauschtes Fernsehprogramm verfolgen konnte, gibt es nicht mehr. Dafür drehen sich die Themen in den Funk- und Fernsehforen des Internets um ganz andere Dinge. Da ist zum Beispiel der Ärger vieler Nutzer über die Inkompatibilität von PVR-Video-Aufnahmen, also von Videoaufnahmen auf einer digitalen Festplatte oder einem USB-Stick. Jeder Hersteller nutzt ein eigenes Format, so daß man ein Video auf dem Gerät A anschauen kann, auf dem Gerät B jedoch nicht. Halt stop! So ganz stimmt das nicht, denn fast alle Hersteller nutzen ein- und denselben „Video-Container“ MPEG-1. Oft muss man bei der aufgenommenen Datei nur die jeweilige Endung durch die Endung „mpg“ ersetzen. So wird zum Beispiel aus datei0001.ts dann datei0001.mpg. Einfach mal testen, den probieren geht über studieren!

MPEG-1 ist, zumindest was die Qualität angeht, die VHS-Kassette des 21. Jahrhunderts. Es arbeitet mit einer Auflösung von 352 x 240 Pixeln und wird vor allem für qualitativ nicht so anspruchsvolle Zwecke genutzt. Es hat aber den Vorteil, dass man einen Film auch bei geringer Computerleistung relativ schnell dekodieren – sprich abspielen kann. Insofern eignet sich MPEG-1 sehr gut für Streaming-Angebote im Internet. Eine MPEG-1 Datei erkennt man meistens daran, dass Sie die Endung „.mpg“ hat.

Ein weitaus hochwertigeres Verfahren zur Komprimierung einer Videodatei ist MPEG-2. Es speichert Videos in DVD-Qualität und ist der Standard für digitales Fernsehen (DVB-T, DVB-S, DVB-C) und DVDs. Durch den Siegeszug der DVD in unseren Videotheken, ist MPEG-2 mittlerweile sehr verbreitet.Die Auflösung wurde für digitales Fernsehen und DVDs auf 720 x 576 Pixel erhöht, die Bitrate ist auf 15 MBit/s begrenzt, man spricht dann von einer „Main-Auflösung“. Doch MPEG-2 geht noch weiter, für HDTV wurde das Verhältnis auf eine „High-Auflösung“ von 1920 x 1152 Pixel erhöht. Gesendet werden kann mit einer Bitrate von bis zu 80 MBit/s.

MPEG-4 ist eine konsequenten Weiterentwicklung von MPEG-2. In diesem Format kam die Möglichkeit hinzu, interaktive Inhalte einzufügen. So kann man zum Beispiel ein Avatar (einen animierten 3D-Charakter) in ein MPEG-4 „Projekt“ einfügen. So eignet sich dieses Format nicht nur für Videofilme, sondern auch für das Übertragen von Videokonferenzen. Die Konferenzteilnehmer werden dann als Avatare repräsentiert und können in der Konferenzumgebung interagieren. Ein Format also, in dem noch eine Menge Potential steckt.

Der Ton macht die Musik, der Video-Codec das Bild. Die Videospur kann unter anderem mit den Codecs DivX, Xvid oder Nero Digital komprimiert werden. Für den Ton kann man die Formate MP3 und AAC in Betracht ziehen, allerdings ist man hier in seiner Wahl ziemlich frei. Eine Datei im MPEG-4 Format, muss nicht zwangsläufig in einem MPEG-Container (.mpg) untergeracht werden. Häufig wird auch AVI verwendet – die Dateiendung ändert sich von „.mpg“ zu „.avi“. Damit es dann keinen Stress mit der Tonspur gibt, sollte man dafür das MP3-Format auswählen. Allerdings steht es einem auch frei, einen anderen Container für MPEG-4 zu verwenden. Matroska oder OGM bieten sich hier an.

MPEG-4 ist seit Windows 98 auf jedem Microsoft-Computer installiert, allerdings ist die Bitrate dabei auf maximal 256 Kilobit pro Sekunde begrenzt. Diese Bitrate wurde durch den DivX-Codec, der ein Hack von Microsofts MPEG-4 ist, auf bis zu 6000 Kilobit erweitert. Erst so ist eine zufriedenstellende Bild- und Tonqualität erreicht worden. DivX ist für Videodateien quasi das, was die MP3 für den Audiobereich war – ein Meilenstein.

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