Warum Männer sich zwischen Weihnachten und Neujahr nicht rasieren

Ordentliche Männer rasieren sich zwischen Weihnachten und Neujahr nicht. Das ist Tradition und das ist auch Aberglaube, ein tief verwurzelter Aberglaube. Prof. Wilhelm Kötenbrück von der TU Klingensiel erläutert hierzu: „Früher glaube man, dass dem Mann die Nase abfault, wenn er sich zwischen Heilig Abend und dem Neujahrstag rasieren würde. Tatsächlich sind lediglich drei oder vier Fälle in der Umgebung von Klingensiel nachgewiesen, der letzte Fall um 15oo. Heute machen sich viele Männer diesen Aberglauben zu eigen. Viele glauben, dass nach einer Rasier in der kritischen Zeit der Fernseher implodiert oder die Luft aus den Autoreifen entweicht. Beides passiert zwar, aber es ist nicht unbedingt mit einer Rasur in Verbindung zu bringen!“

Prof. Kötenbrück fährt fort: „Ein ähnlicher Aberglaube ist übrigens das Verbot der Großen Hauswäsche zwischen Weihnachten und Neujahr. Das Aufhängen von Wäsche auf einer Wäscheleine bringt Unglück über das eigene Haus und das Haus der nächsten Nachbarn. In Norddeutschland lässt sich beobachten, dass dann eben in der fraglichen Zeit keine Hauswäsche stattfindet. Frische Wäsche und saubere Kleidung gibt es erst wieder nach Neujahr. Extrem abergläubige Menschen verlängern diese Zeit sogar bis zum Hl. Drei-Königstag und noch darüber hinaus.“

[Das Gespräch führte Gerline Kötenbrück, Jugendfreundin von Kurt Brackelmann, Büttenwarder]